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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-10-19 · Heft 94 (19.10.1839) · p. Seite 541

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 94 (19.10.1839)
Date
1839-10-19
Page
Seite 541 (sequence 13)
Language
German
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Literatur. Archäologie. .Homiletik. Bücherschau. (Fortsetzung). 49) Benjamin Israeli, oder fünf Jahre auf den Galeeren. Sittenroman aus der neueren-Zeit von I>r. S. Zirndorfer. Franks. 1839. B. 1. S. XU und 192. B. II. S. 211. 8. Dieser Roman eines allerdings noch öfter jugendlich übergreisenden, ger'st- und gemüthreichen Schriftstellers —- der Vers, bekennt ihn in der Vorrede als Produkt seiner akademischen Jahre — in seinen ersten Theilen noch etwas an auseinandergezogenen Schilderungen und überflüssigen Reflexionen leidend, aber reich an ergreifenden Situationen, und nicht ohne Wahrheit der Charaktere, in fließender, correkter Sprache, hat allerdings keine das Judenthum berührende Tendenz, und ist das Auftreten des Helden als Juden ganz unwesentlich, und ohne Einfluß auf die Handlung. Der Vers, zeigt, wie eine im Leichtsinn knabenhafter Jugend begangene, aber nach der Harte der Gesetze mit den Galeeren bestrafte Fälschung den, später mit aller Kraft nach Gesetzlichkeit und Moralität ringenden Mann verfolgt, und erst spät zur Ruhe kommen läßt, nachdem ihm alle Blüthen abgestreift, und seine Geliebte mit den Ihrigen darüber zu Grunde gegangen sind. Abfeitens dieser herzlichen Anerkennung liegt die Schrift nicht weiter unsrer Beurtheilung unter, da nur in der zweiten Nummer einige leichte Blicke auf neuere jüdische Zustände geworfen werden. 50) Die Schicksale der Familie Hoch. Ein Lesebuch (,) zunächst für das jüdische Volk (?) und seine reifere Jugend, von Simon Krämer, Religions- und deutschem- Schullehrer. Dinkelsbühl, Walther'sche Buchh. 1839. S. XU. und 143. Der Verf. dieser Erzählung verdient alles Lob und alle Förderung. Zwar ist der Styl noch öfter nicht ganz rein, zwar sind die Begebenheiten sehr romanhaft gehalten; aber durch das Ganze zieht sich ein kerngesunder Sinn und eine herzliche Gemüthlichkeit, die zwar das Schriftchen bei seiner individuellen Tendenz nicht in die Hände der feiner Gebildeten zu bringen, aber doch als Lektüre der Jugend und den.gewöhnlicheren Lesern sehr nützlich zu machen vermögen werden. Der Verf., ein wackrer und strebsamer Schullehrer, bezeichnet daher auch seine Schrift als „Lesebuch." Was Auerbach in seinem Spinoza an einem Hähern Gegenstände, das versuchte der Verf. auf dem Gebiete des gewöhnlichen Lebens, die Schilderung eines jetzt vielfach modifizicten, und im Weichen begriffenen, jüdischen Lebens. Er hat dabei insonders das Leben der Juden in kleineren Landgemeinden vor Augen, und weiß dieses treffend zu zeichnen. Auch wollen wir nicht übersehen, daß er in seiner Schrift und durch sie die Jugend vor dem überhand nehmenden Treiben der Missionäre warnen will. Sein Gegenstand ist im Ganzen gut gewählt, die verschiedenen Neigungen und Richtungen der Menschen von Jugend auf stellt er gut in dem Lebenswandel zweier Brüder zusammen, deren der Eine ein Gelehrter, der Andere ein Handwerker. Wir empfehlen daher dieses Schriftchen in seinem Kreise, und mögen diejenigen, welche aus der Literatur alles Rationelle verdrängen möchten, nicht vergessen, daß die Bedürfnisse Aller befriedigt sein ‘ wollen. Der Verf. verspricht eine Fortsetzung, mag der Absatz des vorliegenden Werkes ihm die Lieferung jener bald möglich machen, und er darin, mit Vermeidung noch manches Uebelstandes, glücklich keinem Zwecke eine weitere Genüge schaffen. 51) Lese- und Lehrbuch für israelitische Elementarschulen. Herausgegeben von M. Mannheim, Lehrer an der isr. Elementarschule in Köln. Köln, 1839. S. VIII und 152. gr. 8. Für die bestehenden israelitischen Elementarschulen füllt das vorliegende Merkchen eine sehr fühlbare Lücke aus, und, obgleich es allerdings einer fortschreitenden Verbesserung und Vermehrung in späteren Auflagen"bedarf, so ist es doch das erste zweckmäßige seiner Act. Die erste Abtheilung „moralische Sätze und Erzählungen," meist den Midraschim entlehnt, wäre noch, da die Mehrzahl der Stücke schon die feineren Parthien der Moral berührt, mit Stükken, die ganz für die erste Stufe der LesenlerneMn passen, zu vermehren. Sie schließt sich angemessen mit einer kurzen Belehrung über jüdische Feste und Fasten. Die zweite Abtheilung „Gedicht, Lieder, Fabeln, Denksprüche und Räthsel" bestehet zum Theil aus zu langen Gedichten, und muß die Zahl der kürzeren und leichteren vergrößert werden. Eine kleine Sammlung von Bibelversen wäre hier ganz am Platze gewesen. Die dritte Abtheilung „Aufgaben aus der Satzlehre" setzen den Unterricht in den Elementen der Grammatik voraus, sind aber ganz sachgemäß. Die vierte Abtheilung „Beschreibungen und Briefe," so wie die fünfte „der Mensch an sich und als Glied des Staatsverbandes" sind an vielen Stellen zu schwer für Kinder gehalten, aber

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