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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-10-12 · Heft 93 (12.10.1839) · p. Seite 520

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 93 (12.10.1839)
Date
1839-10-12
Page
Seite 520 (sequence 4)
Language
German
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520 seinen Gränzen, und was wäre daher von dort aus zu melden? Eben der erste Versuch, die Juden dahin zu berufen, dahin einzuladen. Am 8. Juni d. I. über-, gab der'Präsident des Storthing's, Söcenschreiber Sörensen, diesem einen vom Kandidaten Henrik W erg ela n d verfaßten Constitutionsvorschlag, dahin gehend, den letzten Passus im §.2. des Grundgesetzes „Juden sind vom Zutritt Ln das Reich ausgeschlossen" auszustreichen und wegzulassen. Der Präsident selbst nahm ihn als den seinigen an; und da> nach dem norwegischen Gesetz, jeder Vorschlag, der das Grundgesetz selbst betrifft, nur auf einem zweiten Stocthing verhandelt werden kann, also dieser im Jahre 1842, so wurde einstweilen beschlossen, den Vorschlag durch den Druck bekannt zu machen. — Sie sehen, der Anfang ist gut. Sie werden aber auch gestehen, daß die Sache der Emancipation der Juden keinen glanzendem Triumph erleben könnte, als in'Norwegen, und so wollen wir hoffend die drei Jahre verfließen sehen, und für diese gute Sache wirken, was möglich ist. Das Beispiel Norwegens würde eine tiefe Wirkung machen müssen, und für ganz Europa höchst lehrreich sein. (Wir theilen diesen Constitutionsvorschlag in der Tages-Controle mit. Redakt.) Deutschland. Frankfurt am Main, 15. Sept. (Privatmitth.) Die Allg. Zelt, des Judenthums, welche in ihr Gebiet Alles zieht, was zum Leben . des Judenthums gehört, und auf dasselbe eine Wirkung hat, widmet so manchen Blick auch der Pädagogik, von der das Heil der künftigen Generation abhängig ist. Um so eher erlaube ich' mir, ihr über den schonen Eifer zu berichten, mit welchem der Dr. I. Weil allhkec die neuerdings bekannt gewordene Methode des Herrn Fröbel zu Blankenburg über Bildungs- und Behandlungsweise der Kinder vom zartesten Alter aufgriff, seinen Sohn, den Dr. H. Weil zum Begründer dieser Methode selbst sandte, und sie dann seiner Anstalt einzuverleiben suchte. Möge dieses Beispiel auch andere Lehrer unsres Glaubens aufmerksam machen, damit diese auch in der Pädagogik sich immer mehr aus der Höhe der Zeit erhalten. Der Dr. Weil hat nun eine Bekanntmachung unterm 6. d> M. ergehen lassen, und sich zur Annahme von Kindern des zartesten Alters bereit erklärt. Sie werden wohl folgenden, Worten dieser schön geschriebenen Anzeige einen Platz gewähren. „So nachteilig es für Kinder , unter fünf bis. sechs Jahren ist, wenn sie schon eigentlichen Unterricht erhalten, so wichtig ist es hingegen durch zweckmäßige Hebungen des Körpers, durch freie aber wohl gewählte und geleitete Spiele mancher Art, durch Anschauung, durch einfache Unterhaltungen und Gesang den Grund zu ihrer Entwicklung zu legen und sie der gleich schädlichen Vernachlässigung und Verzärtelung der Personen, denen sie oft überlassen werden müssen, zu entziehen. Es liegt cirje große Beweglichkeit in ihnen, öke. nicht unterdrückt werden darf. Darum ist es nolhwendkg, ihnen Mittel zu geben, die erwachenden Kräfte frei aber zweckmäßig zu üben. Sie greifen, sehen,' hören nach Allem.. Es ist also wichtig, ihnen eine Reihe von Anschauungen in der Natur und im Leben zu verschaffen, woran sie Sinn und Wort üben lernen. Sie verlangen nach Spielen, und wir verdanken es dem trefflichen Fröbel und seinen Geistesverwandten, daß wir jetzt Mittel haben, ihnen immer zweckmäßige zu geben, die sie ancegen und angenehm beschäftigen, und so mit ihnen zu spielen, daß sie sich unvermerkt und naturgemäß daran bilden. Sie sprechen viel nach, und viel von sich selbst. Durch zweckmäßige aber freie Unterhaltungen und Erzählungen soll ihre Sprache und Aussprache unvermerkt geleitet, geübt und entwickelt werden. Sie wollen singen und springen. Für heiteren einfachen Gesang zu sorgen, der auf eine ungezwungne Weise von taktmaßigen Bewegungen unterstützt wird, ist eine Aufgabedie des leitenden Erziehers würdig und für das Kind so angenehm als bildend ist. Kinder wollen zählen und' vergleichen, was sie haben oder bei ihren Gespielen sehn — vieles können und sollen sie hierdurch, ohne die eigentliche Form des Unterrichts, lernen, das sie zugleich angenehm beschäftigt. Spater können die ersten Gesüble des Guten, die ersten Empfindungen von Gott und seiner Größe eben so durch einfache Unterhaltungen, wie durch biblische und andere Erzählungen, in der kindlichen Seele erweckt und genährt werden. Bedenkt man qun zugleich, daß Kinder in zartem Alter, trotz des besten Willen der Eltern, in den Stunden, welche diese ihren Geschäften oder ihrem Hauswesen widmen müssen, so oft dienenden Personen überlassen sind, die, ohne es zu wollen, oft sehr nachtheilig auf sie wirken, so wird sich das Streben unserer Zeit auch kleinere Kinder nicht so wohl durch unzweckmäßige Vewahranstalten, als durch pädagogische Bildungsanstalten naturgemäß zu ent-" wickeln, als ein höchst bedeutendes darstellen, welches des wahren Menschenfreundes — was doch der Lehrer und Erzieher vor allem sein soll — in hohem Grade würdig, ja eine seiner schönsten Aufgaben ist." Mainz, 25. Aug. Der Eremit macht folgende Bemerkung von hier aus unter seinen Miszellen: „In Mainz ist es den Juden erlaubt worden, in ihrem Stadtviertel zwei Rinnen zur Abführung des Schmutzwassers auf den Gassen anzulegen. Bisher durften sie nur eine solche Rinne haben. — Sage man mehr, daß die Vernunft nicht siegreiche Fortschritte macht! Zwei Rinnen auf der Gasse! welche Emancipation! weichet Sieg der Clvilisatlon!!.!" —' Li tera rische Nachrichten. Londo n, II. Sept. (Privatmitth.) Herr Munck in Paris ist diesen Augenblick damit beschäftigt, eine sehr interessante Arbeit für den Druck vorzubereiten. Er hat nämlich mehrere arabische Originalmanuscripte deö CoSri in Paris und Oxford verglichen, und es ergibt sich daraus und aus mehreren andern gleichzeitigen Documenten die vollständige Wahrheit deKrbish'e r bezweifelten UebertrittS dieses Königs und vieler seiner Minister zur mosaischen Glaubenslehre. Auch den bekannten Brief dcS Königs an R, Chasdai

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