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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-09-21 · Heft 90 (21.9.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 90 (21.9.1839)
Date
1839-09-21
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Literatur. Archäologie. Homiletik. Neueste theologische Streitfragen. VI. Herr Friedländer wider Herrn Hirsch. Wenn ich, was ich in meinen jungen Jahren nicht gethan, im vorgerückten Alter zum erstenmale das Geschäft eines Kritikers übernehme, so geschieht dies blos zur Steuer der Wahrheit und Begründung früher ausgesprochener An-. sichten, über die ich mich übrigens schon brieflich mit den ausgezeichnetsten Rabbinen unseres! Jahrhunderts verständigt habe. Ich bitte nämlich das gelehrte Publikum und namentlich Herrn Rabbinen Hirsch in. Oldenburg, die Erwiderung in Ro. 60 d. Bl. auf die Bemerkung in No. 6 des Bbl. zur S. 17, die auch mit meiner pi^ce spr> in Berührung tritt, näher ins Auge zu fassen. Herr Hirsch ,schlagt sich mit seinen eigenen Worten. Er debattirt: „die Worte Naschi's '121 beziehen sich nicht auf das Verhaltniß der Feier nach dem nnVö '*07 tan», sondern auf deren Verhaltniß vor dieser Sendung." Muß man ja doch die talmudischen Worte den Ansichten der Schreiber anpaffen!! — Die Meinungen des ■»OK na und 2-1 theilen sich nur in Folgendem; Ersterer behauptete können wir auch den Eintritt des Neumonds genau berechnen, so ist es doch nrnnb rapn rih, was auch Raschi deutlich kommentirt, yoon •npa *jb £np P22 abn ■»V'sa prorib '121 drin p"n «ab» '737. Nab aber hält dafür, daß, sobald wir obige Berechnung kennen, es kein rih sei, wie Raschi erklärt, '737 pssn nadnn. Daß diese Meinung entscheide, beweist auch dr durch '721 n7N70D/paoa, daß nämlich im Falle der genauen Berechnung der Mondsphase es kein b"n rin ifi, was Raschi so interpretirt, b'hn 37dOp rrb riin (daß letzterer auch Nab's . Meinung * beipflichtet , geht hervor aus 39 yamp, ri'o mVo.» iasrqa 'wo-«rdbr? wapp-).' Auf den Beweis des *>*>3^ zielt die Verhandlung des Talmuds: warum wir, da wir den /fraglichen Cakeül bestimmt kennen und es also kein bn rih ist, noch zwei Tage feiern: Die Bemerkung hierauf, betrifft nicht das bn rin-, sondern das '737 arm inbon, eigentlich nur wegen des guten Raths, der von den Rabbinen im Orient gegeben wurde. Das Grundprinzip der ganzen Verhandlung ist also, daß es gemäß Nab's Meinung kein bn rih ist.... Endlich wird Herr Rabbine Hirsch nicht in Abrede stellen, daß der Stil 'des Maimuni in seinem S-mn ganz ähnlich der/Schreibart der Mischna ist. — Er sagt nicht D*oan. —/ Das Wort ypn ist hier in seiner eigentlichen Bedeutrmg eincichten, wie binnaa ■ypnln, in, yo? ba> riha inyina u. dgl. m.; d. h. rrbo naan . bipbp *>Tb ^73“>!J! — Brilon. 7 Joseph Friedländer, Landrabbinc im Herzogthum Weftphalen und in der Herrschaft Wittgenstein. VII. Würdigung der „Beleuchtung" des Herrn Ko hn in No.36, 39,42, ' 48, 51, 54 dieser Zeitung von - S. R. Hirsch in Oldenburg. ' Die blinde Leidenschaftlichkeit dieser Beleuchtung soll mich nicht abhalten auf ihre Satze Schritt vor Schritt einzugehen. Aber nicht mit gleicher Leidenschaftlichkeit soll sich meine Feder verunzieren. Nur zu prüfen brauche ich ja die Satze, mit denen Herr Kohn seine Vertheidigung und Vernichtungsurtheile belegen will, nur deren Inhalt ruhig und kühl dem Leser v.orlegen — und dann die Würdigung einer solchen Beleuchtung getrost dem Leser anheim ge,den.. , Herrn Kohn hatte es in seinem' Aufsatze über die jüdischen Trauergebräuche nicht. genügt, etwa aus den verändertest Sitten des Jahrhunderts und aus etwaigen autorisiren- :den Beispielen die Motivirung seiner Vorschläge zur Abregirung-derselben zu versuchen, sondern es hatte die Darstellungeiner vermeintlich -geschichtlichen Entwickelung 'gegeben, nach'welcher die Traüervorschrkften noch in der Mischnazeit -nur Unsanctionirte Gebrauche gewesen, denen erst , die Gemara die feste Gesetzlichkeitgegeben haben soll, und die dannzur- Stütze dieser ihrer Sanktion ein Bild von der biblischm^ Trauersitte entworfendie das gerade Gegentheil

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