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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-09-14 · Heft 89 (14.9.1839) · p. Seite 464

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 89 (14.9.1839)
Date
1839-09-14
Page
Seite 464 (sequence 4)
Language
German
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464 Historische Mitteilungen über die Juden Ln Asien und Afrika in dem letzten Jahrzehend. (Eingesandt durch Dr. I. Fürst.) (Fortsetzung.) VI Georgien. Ehe wir zu der Betrachtung der heutigen politischen und bürgerlichen Stellung der Juden in Georgien übergehen, scheint es nöthig nach dm möglichst sichersten der gesammelten Nachrichten die Notizen wiederzugeben, welche sich über die jüdische Geschichte, insofern sie auf dieses L§nd einen Einfluß hatte, in den Annalen der Klosterarchive zu Mychetha (am Kur) und Gelathi (in Jmerethi) vorft'nden: Hier wird schon der Befreiung Israels aus Egypten Erwähnung gethan. Als nämlich, nicht tan&eßeit nach Gründung des Staats, die Georgier die Nachricht erhielten, daß Moses mit den Israeliten durchs Meer gegangen und dieses Volk mit Manna in der Wüste gespeist worden sei, erstaunte alles darüber und lobte den Gott Israels. — Später kamen viele flüchtige Juden (Driani) nach Georgien, weil der König Nabukhodonißor, 3360 nach Adam, die Stadt Jerußalim geplündert hatte, und baten sich vondenMamaszachli zu Mzchetha Land aus, die auch ihr Begehren erfüllten und ihnen eine Gegend an dem Aragwi am Bache Snawi gaben, von der sie Abgaben entrichteten, die deßhalb noch jetzt Gerkh heißt, und von den Abgaben (Garkhisa) also genannt wurde. — Unter dem König Aderkhi, der in Mzchetha mit Ruhm 30 Jahre lang regierte, wurde Christus zu Bethlehem im Lande der Juden geboren, und die Magier gingen zu ihm und brachten Geschenke. Als diese Magier nach Jerusalem gekommen waren, verbreitete sich in Mzchetha das Gerücht, als ob die Perser Jerusalem und Judäa geplündert hatten. Die Juden, welche in Mzchetha wohnten, erhoben Weinen und Wehklagen darüber, allein im folgenden Jahre kam eine andere Nachricht, daß die Perser nicht des Plünderns wegen nach Jerusalem gekommen waren, sondern mit Geschenken wegen der Geburt eines Knaben, worüber die Juden kn Äkzchetha sehr erfreut wurden. Nach Verlauf des fünfzigsten Jahres, des Alters des Aderkhi, kam ein Abgesandter der Juden von Jerusalem an die nach Mzchetha, mit der Nachricht: „das Kind, dem die Magier Geschenke gebracht hatten, ist herangewachsen und nennt sich einen Sohn Gottes. Darum schicken wir Gesandte an alle Juden, damit sich die Schriftgelehrten unter ihnen zu uns begeben und darüber urtheklen; deßhalb müßt auch ihr Gesetzverständige zu uns schicken." Diese waren Elios aus Mzchetha, und Longinoß aus Kharßni. — Unter der Regierung seiner Söhne, Bactoß und Khartam, zerstörte der Römische Kaiser Jerusalem, und von dort entflohene Juden kamen nach Mzchetha und lebten mit den andern, schon lange dort wohnenden, zusammen. Unter diesen waren auch die Kinder des Barabaß, den die Juden, nach der Kreuzigung, in Freiheit setzen ließen. — Hierauf folgten mehrere Könige, unter andern (568) Sstephanos, mit dem die Dynastie der Choßvonianer in Georgien endigte. Unter seiner Regierung kam ein Mann aus dem Volke Israels nach Georgien, der Guram hieß. Seine Geschichte ist folgende: Als Titus Vespasi'anus Judaa verwüstete, wurden mehrere gefangene Juden nach Italien gebracht und gingen freiwillig dahin, wie die armenischen Geschichtschreiber erzählen. Unter diesen befanden sich auch die Nachkommen des Cleophas. Als diese herangewachsen waren, kehrten sie nach Judäa zurück und ließen sich in Jerusalem nieder, aber verschiedene Umstände zwangew ihre Nachkommen, in Armenien eine Freistatt zu suchen. Dahin kamen sieben Brüder aus diesem Geschlechts, welche Vorgaben, vom Könige David, durch die Frau des Urias abzustammen. Viele Armenier glaubten ihren Worten und boten ihnen ihre Dienste und alle Bequemlichkeiten an, damit sie in ihrem Lande ruhig und zufrieden leben könnten. Aber sechs von ihnen verließen Armenien wieder und kamen nach Georgien, das damals unter dem Schutze des Kaisers Justinianus I. stand, und dessen König der oben erwähnte Sstephanos war, der sie sehr gnädig aufnahm. Einen von ihnen, den Guram, machte er wegen seiner vielen Kenntnisse zum Oberanführer aller georgischen Truppen, und bald darauf schickte er ihn als Gesandten an den Kaiser Justinianus, der ihn ebenfalls mit Gnadenbezeugüngen überhäufte (doch hatte er sich früher taufen lassen), zum K'ürat - Palati machte und wieder nach Georgien zurückschickte. Nach dem Tode des Sstephanoß (574) ernannte der griechische Kaiser den K'urat-Palati Guram zum König von Georgien, der noch als König diesen Titel beibehielt, den nachher mehrere Könige von Georgien angenommen haben. Er machte sich durch häufige Siege über die Perser berühmt und regierte 26 Jahr bis 600 n. Ehr. Seine Dynastie pflanzte sich.sehr lange fort, bis in die neue Geschichte hinüber^ -—— In Georgien werden die Juden Israeli oder Uria genannt. Sie bewohnen mehrere Dörfer über Khrzchknwali nach der imerethischen Grenze zu, mit Georgiern und Armeniern unvermischt, treiben Ackerbau und wenige Vieh-

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