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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-09-14 · Heft 89 (14.9.1839) · p. Seite 463

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 89 (14.9.1839)
Date
1839-09-14
Page
Seite 463 (sequence 3)
Language
German
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465 geahndet bereiten. Man glaube nur nicht, daß mit dem neuen Namen auch die Sache sich geändert habe. Der alte Parnaßim-Dünkel taucht nochda und dort aus den neuen Kirchen Vorständen und Synagogenräthen hervor. Sehr lobenswerth ist darum auch die Einrichtung im Königreich Würtemberg, daß die Rabbinen und Lehrer ihre Besoldungen durch den Staat beziehen. Preußen. Königsberg, 20. Aug. (Privatmitth.) Seitdem der vr. Freystadt sich der armen Juden in Neutrich, welche durch die Ueberschwemmung so sehr gelitten, eifrig angenommen, haben sich den wackeren Männern, die laut No. 79 dieser Zeitung jene Unglücklichen unterstützten, wiederum angeschlossen: die achtbaren Mitglieder der hiesigen Gemeinde, die Freiherren von Rothschild, die Israeliten in Schmaleriingken und die Gemeinde zu Berlin. Indem die armen Neureicher hierdurch ihren edlen Wohlthatern den tiefsten Dank öffentlich darbringen, sehen dieselben noch immer einen traurigen Winter vor sich, und bitten um fernere gütige Berücksichtigung edler Menschenfreunde. Stettin, 29. Aug. (Privatmitth^) Die Zahl der hiesigen Israeliten belauft sich etwa auf 200 Seelen,^ und die der Gemeindemktglieder auf etwa 50, welche größtentheils dem Kaufmannsstande angehören. Es ist gar nicht auffallend, daß die Ansichten derselben vielfach von einander abweichen, da die hiesigen Israeliten von verschiedenen kleinen Städten hecgezogen, indem vor 1812 keine Juden hier wohnen durften. Diese Ungleichheit hat auch schon Anlaß zu manchen Reibungen in Gemeindeangelegenhei'ten gegeben, indeß ist man durch Erfahrung klüger geworden, man hat sich durch die Lange der Zeit mehr genähert, und so herrscht jetzt ziemlich in der Gemeinde Eintracht und Einvecstandniß. Die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten liegt hier sieben Repräsentanten ob, welche nach den, von der könkgl. Regierung genehmigten Statuten alle drei Jahre erneuert werden. Vor Kurzem fand eine solche neue Wahl statt, und es sind diesmal Männer gewählt worden, welche Umsicht und Ausdauer mit Energie verbinden. , Mögen sie auf dem Wege zum Bessern kein Hinderniß treffen, mögen sie das Glück haben, daß die Versuche derer,/ welche allein vem alten Schlendrian huldigen, und diesen ganz und gar festhalten wollen, scheitern. Die Gemeinde besitzt hier ein sehr schönes vor einigen Jahren neu erbautes Gotteshaus und einen talentvollen Vorsänger, der hinreichend genug besoldet wird, um anständig leben zu können. Aber eines Rabbinen entbehrt die hiesige Gemeinde immer noch, und in der ganzen Provinz Pommern fehlt ein solcher. Auf meine Frage, warum die Gemeinde hier sich keinen Seelsorger halt, erklärte mir ein 'Mitglied der Verwaltung, ein talentvoller Mann, „daß ein Rabbine sich hier „auf mindestens 1000 bis 1200 Thlr. (?) Einkommen jährlich stehen müßte, und die Gemeindekasse für jetzt noch „nicht im Stande fei solche Ausgabe zu machen. Aber, „sagte mein freundlicher Berichterstatter, wenn die kleinern „Städte der Provinz dazu beitragen möchten , so würden „wir allerdings das Unsrige dazu thun um einen Rabbinen „zu erlangen, der eben so gelehrt als fromm und gebildet „feie, überhaupt den Anforderungen der jetzigen Zeit Genüge „leisten müßte. Der Rabbine würde dann die Verpflich- „tung übernehmen müssen, die jüdischen Schulen und Leh- „rer der Provinz zu inspiciren, damit die geistige Ausbil- „dung der Jugend nicht vernachlässigt wird!" Wahrlich dieser Mann hat sehr Recht, ich habe die Provinz Pommern oft bereist und gefunden, daß strenge Aufsicht den Israelitischen Schulen der Provinz Noch thut, damit die Jugend zur wahren Erkenntniß der Religion gelange. Nur wenn diese zu solcher Einsicht gelangt ist, wenn religiöser tugendhafter Sinn dieselbe beherrscht, und selbige denn einst Mitglieder der Gemeinden sind — läßt sich das Bessere erwarten, welches noch so oft gehaßt und befeindet wird. Literarische Nachrichten. Paris, 23. Aug. (Privatmitth.) So eben ist die Ute Lieferung der Cahen'schen Bibel erschienen; sie enthalt das Ende des 18ten Theils und den Anfang des Ivten, nämlich Jeremias. Dieselbe enthalt auch Zusätze zu dem Artikel über den talmudischen Kalender. Magdeburg, 1. Sept. Angekommen: Benjamin Israeli, ein Sittenroman von vr. S. Zirndorfer. 2 Bde. Frankfurt a. M. 1839. — Chisuk Hathorah von vr. Creuznach. Franks, a. M. 1839. — Predigten für Sabbate und Festtage. Von vr. M. Lilienthal. München, 1839. — Magdeburg, 1. Sept. (Bemerkung.) ES haben sich in diesem Augenblick die zur Beurrheilung eingesandten Werke bei uns zu einer — ohne Uebertreibung —enormen Masse aufgehäuft. Da sich aber die Allgemeine Zeitung des Judenthums nie damit begnügt, mit einigen oberflächlichen Tiraden die neueren Erscheinungen der Literatur abzufertigen, sondern entweder gar keine, oder eine gründliche und umfassende Kritik liefert, so müssen wir die Herren Autoren', Buchhändler und Literaturfreunde um einige Geduld — bis nach den Festtagen ersuchen/— wo ununterbrochen an der Erledigung dieses Gegenstandes gearbeitet werden soll. - - Die Redaktion. Hamburg, 30. Aug. Die Redaktion wird um die Insertion folgender Erklärung ersucht: Commentar. Der/Unterzeichnete sieht-sich zu der Bemerkung veranlaßt, daß ihm seine Probe eines Comment.ars zum Pentateuch, welche sich in dem allgemeinen Archiv des JudenthümS von Herrn vr, I. Heinemann (B. 1> S. 43 bis 78) befindet, nachdem der Herausgeber dieselbe langer als zwanzig Jahre in Händen hatte, vor dem Abdrucke nicht zur Revision initgetheilt worden ist,— was nach einer so langen Zeit wohl hätte geschehen muffen^ Die Hinweisung S. 73, V. 39 ist vom Herausgeber, Hamburg, August 1839. 0. M. Frankel.

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