Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 88 (7.9.1839)
- Date
- 1839-09-07
- Page
- Seite 455 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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455 geiidem Anfang: tn22n *iinin7: 17:12 *»n*?2 '“i:* u'“i77 «22:1 nnnrn 7n:i7:n *!in7:N7: 22 *n2?2 mb?*i L-^.-.'N ü^b-in *2na. 19) -n: 22 b* scheint abgekürzt. 20) Gabir 0 l' s bip ",127:72. 21) 172a ^in. Ob auch 22) N72in:>i:ii und 23) nn72 ib ibbs (Josua Halevi) üblich sind, ist mir nicht bekannt. Auch scheinen die anderen nicht jedesmal alle im Gebrauch zu sein. Nun folgen die Trostgesange, eingeleilet durch den Piut pim:? ynnb (Levi)' oder 2b b* in, worauf die berühmte Nechama (gewöhnlich Zion genannt) N. Iehuda Halevi's. 24) ibs72n sbin pn: (mit der richtigen Leseart "pTa: 12.12), rezitirt wird. Die Nummern 1. 9. 10. 12. 20 hat auch der sefardische Ritus. 5^>ierauf, von Piutim (127: 722b oder i:bn: mnnnp mit dem Strophenschluß 2p*i) eingeleitet, Uba lezion, Kadisch, Barchu, Alenu. 3) Mincha. Da meine Quellen nichts darbketen über dieses Mincha, auch nicht über ein etwaniges „Jom kippur katan" so sei die Ueberstcht des regelmäßigen Synagogal-Ritus ^— über dessen Melodien gar nichts.bekannt ist — hiemit geschlossen. Aber noch ist, gleichwie in dem ordentlichen öffentlichen Gottesdienst, so auch in Bezug aus die außerordentlichen und die häuslichen religiösen Functionen, manches eigenthümliche zu berichten. Es wird zweckdienlich sein, das hieher gehörige unter folgende Rubriken zu vertheilen: I) Andachten. Ueberall ist cs Sitte der Frommen, beliebige Gebete dem vorgeschciebenen Gottesdienste voranzuschickcn oder folgen;u lasten. Hiezu dienen im provenzalischen Ritus, nächst den Bakascha's oder Techinna's, die an den Tagen des Buße-Cyclus üblich sind, vornehmlich folgende drei größere Gebete: a) Gabir 0 l' s Kcter malchut; l>) ein Gebet anfangend tja nsyi 272a 'in ns ^22S, zugeschrieben Iehuda Halevi; e) ein deßgleichen ab n: 1S"}i von R. Salomo b. Jsaac Nasi. Das unter I) genannte besieht aus folgenden Theilen: 1) Eingang oder Tochacha, endigt inipn 721 12, und findet sich — wie Herr L. Dukes mir mitgetheilt — unter dem Namen Mose b. Esra's hinter dem 2in?N i?72b Venedig 1599; 2) Ashara, anfangend (wie die des R. Oechai) ns 1722: 1222 'n, endigend n*i?2i*! 131*7321; 3J in3?2, ein Jehl razon; 4) Amida ‘pn-TD wr.e 'n; 5) Lobpreisungen nnns?:-ba r?ipN72 mi*!?n 17* 1^2N 2L1 1?1*732, schließend 21*23.27:1 ‘I^Qb; 6) Anbetung; Anfang: ni7:i2?: N2131 n?2723 S212 "ft üi7:b?*in *»n. möitnn mn*:is2 "nm nivns *pni niiriia 2n7: ni722fi S212 nn223 mit Varuch schem Kebod schließend; 7) Kniefall 217:72*1 17372, endigend p:«?; 8) Amida 12 b* "pia; 9) Anbetung. Beginnt 11227: nnsÄ: und schließt: in2 12b "j22*j *:?.27:an?; 10) Vidui 1*1*32: abi in*? abi in*22i in*7:o 2b?ai; 11) alfabetischer Selicha I?:?: innn: 12 ib ns; 12) Kniefall *"712 133*1 bis "si:sb nininnbi; 13) Amida an?: *ins nns bis "p:2b?: 2pi2; 14) Tachanun: *n*in?2ai mps pnnai b23nai *i*22si, endigend nnsn bs *172*1; 15) dem stillen Gebet 722: nr.nn 'in inns; 16) Techinna für das gesammte Israel, anfangend 12b ns "s*2*> S337: 1221 72p2b; 17) Iehi razon. — Nächst dem enthalten die Siddurim manchen jüngern Iehi razon, die 72 Pesukim und Aehnliches. (Fortsetzung folgt.) C 0 r r e s p 0 u d e n z e »1. Aus dem sudtvestlichsten Theile Mittelfrankens in Baiern^). Aus der in diesen Blattern vor einiger Zeit nntgetheilten Volkszählung konnte man entnehmen, daß in den älteren Eebietstheilen der preußischen Monarchie nur in den Provinzen viele Israeliten zu finden sind, in welchen viele Katholiken wohnen; wo aber die Hauptbevölkerung aus Protestanten besteht, auch die Anzahl der Israeliten nur sehr gering ist. — In unserem Vaterlande finden wir fast gerade das Gegentheil. In dem sogenannten Altbaiern, also tn.öen Kreisen Oberbeuern, Niederbaiern und Obcrpfalz, die ehemals das Herzogthum, spater Kurfürstenthum Baiern bildeten, leben nur sehr wenige Israeliten, obgleich die dortigen Christen sich fast ausschließlich zur katholischen Religion bekennen. Oberbaiern hat nur eine israelitische Gemeinde (München), die Oberpfalz vier (RcgcnSburg, Sulzbach, Sulzbürg und Floß), in Niederbaiern leben gar nur einige israelitische Familien. Wir mügen also von den 55,000 Israeliten, die in Baiern ihr Vaterland haben, die meisten in neueren Gebietsthcilen suchen, in welchen aber, mit Ausnahme einiger Gegenden, auch meistens Protestanten wohnen. Es ist also kaum zu vermuthen, daß jener Volkszählung in Preußen zufolge, die mosaischen Glaubenshekcnner sich lieber unter den Katholiken niederließen, oder von diesen vielleicht lieber ausgenommen wurden; dagegen zeugt Baiern, und am deutlichsten die pyrenäische Halbinsel. Die meisten israelitischen Gemeinden scheinen zur Zeit der Reformation doch schon bestanden zu haben, und daß in Preußen Juden meistens unter Katholiken wohnen, eben so zufällig zu sein, als daS, daß in Baiern daS Gegentheil der Fall ist. Wir find vielmehr der Ueberzeugung, daß weder bei den Einen, noch bei den Andern die Toleranz ausschließlich zu finden ist; sondern diese nur in dem Busen derer genährt wird, welche beherzigen, was nicht bloS die mosaische Religion, sondern auch KatholiciSmuS und Protestantismus lehren: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst." — Nun Einiges über unser Schulwesen. Das Schulwesen der Israeliten in Baiern erfreut sich seit zehn Jahren eines merkwürdigen Umschwungs; und man konnte fast behaupten , daß erst seit dem letzten Decennium diese Werkstätten des Geistes bei uns als Bedürfniß erkannt, und an ihrer Errichtung eifrig gearbeitet wurde. Zwar wurde schon im Jahre 1813 den Gemeinden, die im Stande sind, dem Lehrer einen firen Gehast von wenigstens 300 fl. zu geben, erlaubt, eigene Ele- *■) Etwas verspätet. Nedakt.