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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-09-07 · Heft 88 (7.9.1839) · p. Seite 449

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 88 (7.9.1839)
Date
1839-09-07
Page
Seite 449 (sequence 5)
Language
German
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449 heimer, und des einsichtsvollen Schuldirektors der Preßburger Primarschule, H. A. Kohn, beachtet und benutzt, und so seinen gleichgesinnten Collegen ein schönes Beispiel von Mäßigung und Klugheit gegeben. Wien, 5. August. (Privatmitth.) Der gefeierte Tenorist Sulzer, Obercantor im hiesigen Tempel ist im Begriffe alle Sabbat- Fest- und Casualgesänge heraüszugeben. Da Herr Sulzer gewisser Maßen der Schöpfer der neuern Synagogenmusik ist, und an diesem Werke seit 13 Jahren mit unausgesetztem Fleiße arbeitet; so laßt sich von demselben Vorzügliches erwarten. Preß bürg, 21. Juli. (Privatmitth.) In der, das Ürbarium betreffenden Diskussion kam am 19. dieses die Judenfrage zur Sprache, und die humane Gesinnung der Stände zeigte sich bei dieser Gelegenheit auf die glänzendste Weise. Seiner Zeit werde ich Ihnen hierüber ausführlich berichten. Wien,, II. Aug. (B. B.) Der hochverehrte, kürzlich verstorbene Bauquier Baron Eskeles, welcher bis zu seinem Tode Jude geblieben ist, hat für Arme und Bedrängte mehrere hundert Tausend Gulden vermacht. Es war ein charakteristischer Zug von ihm, daß er, der durch die Verbindung seiner Tochter mit fürstlichen Hausern verwandt war, es sich zur Ehre rechnete, seinem Glauben nicht untreu zu werdend .Seiner Leiche folgten gegen 150 Equipagen und Wagen aller Art, worunter die des Fürsten Metternich, sämmtlicher Botschafter und fremder Minister. Er wurde ganz nach jüdischem Ritus beerdigt. Seine Tochter erbt eine Million, sein Sohn zwei Millionen und eine Million hat er zu Legaten und frommen Werken verwendet. Die regste Theilnahme aller Menschenfreunde begleitet ihn zur Ruhestätte. —. 15. Aug. (Privatmitth.) Am Grabe des verewigten Freiherrn von Eskeles, welchen alle Einwohner Wiens wahrhaft betrauern, hat in Abwesenheit unseres Predigers, H. Mannheimer, der würdige Religionslehrer Herr, Leopold Breuer, ein erbauendes, allen Anwesenden tief ergreifendes^ Gebet gesprochen. ' Literarische Nachrichten. Wien, 17. Aug. (Privatmitth.) Die in diesen Blättern bereits erwähnte Schrift .Chorin'ö hat diese Lage die Presse verlassen. Sie ist unter dem Titel Kb“’ als Jubelschrift deS 73 Jahr zahlenden, aber ungewöhnlich rüstigen Verfassers erschienen , und enthält außer den bereits erwähnten Vorschlägen in Betreff der Eisenbahn und der Musik'noch eine kleine Abhandlung über die 1310a Htöttb Jiabtt und einen Vorschlag zur Abkürzung der Trauertage. Dies Alles macht den Inhalt des kleinern, hebräisch geschriebenen Theil deS WerkchenS aus. Der größere deutsche Theil besteht aus einer Einleitung von Leopold Löw, und.bespricht die Reform deS rabbinischen RituS auf rabbinischem Standpunkte auf eine freimüthige, Weise. Dann folgt eine mit jugendlichem Feuer geschriebene Abhandlung des greisen Jubilaten. Möge auch diese Schrift das Ihrige zur Lösung der schwebenden Fragen beitragen. Magdeburg, 26. Aug. Angckommen: qi^b KSTa *120 1^8 von E. I. Blücher. Wien. 1838. — ‘■jbo Ü“in TZSVY’ö. ü? von G. Brecher. 2 Th. Prag 1839. — Elcmentarbuch zur Erlernung der hebr. Sprache von Lecser Marcus. Munster 1837. — London, 15. Aug. (Privatmitth.) Allhier erschien vor Kurzem unter dem Titel: Twelve Sermons, delivered in the new temple of the Israelites at Hamburgh by Dr. Gotthold Salomo n. Translated by the German by Anna Maria Goldsmid.— eine schätzbare Uebersetzung folgender höchst sinnvoll ausgcwählter Predigten des Dr. Solomon: 1) der Pfad des LichtS (1820). 2) Prophetengeist und Prophetenwandel (1821). 3) Abrahams Spiegel (1825). 4) Kurzer Ueberblick eines großen Lebens (1825). 5) Der Aeltern früher Seegen (1825). 6) Größe und Liebenswürdigkeit der Tugend (1825). 7) Manna in der Wüste (1825). 8) Geist der mosaischen Religion (1826). 9) DeS Israeliten GlaubenSbekenntniß (1826). 10) Beförderungsmittel der Religion (1826). II) Des LebenS Versuchungen und Sorgen (1826). 12) Die Trennung von unfern Lieben (1826). Die Vorrede der Uebersetzerin lautet also: „Zwei Gründe veranlassen mich gegenwärtige Uebersetzung dem Publikum vorzulegen. Erstlich — und das wäre schon an sich hinreichend — hoffe ich denen meiner Glaubensgenossen nützlich zu werden, die nicht Deutsch verstehen und deshalb nicht die verschiedenen Quellen religiöser Belehrung benutzen können, die diese Sprache uns eröffnet. Mein Vater, der im öffentlichen wie im Privatleben nach der Ueberzcugung gehandelt hat, daß die religiöse Erziehung am besten im häuslichen Kreise gedeihen könne, theilt mit mir diese Hoffnung. Ich habe gefunden und hoffe, Andere werden diese Ansicht theilen, daß bei der häuslichen Belehrung diese Reden einer Klaren und selbstbewußten Erkenntniß des mosaischen Glaubens äußerst förderlich sind. Allen, denen die religiöse Ausbildung der Jugend obliegt, besonders aber den Müttern, deren besonderer Beruf es ist, wahre Frömmigkeit sorgsam und liebevoll im Herzen ihrer Kinder zu nähren, muß alles schätzbar sein, was ihnen diese heilige Pflicht erleichtert. Ich widme daher vorzüglich Müttern und Jugendlehrern den Beistand, den sie aus diesen Predigten ziehen können, und habe dazu zwölf aus vielen von einem der gelehrtesten, fähigsten und beredtesten Lehrern Deutschlands ausgewählt, jenes Landes der gründlichsten jüdischen Historiker, Sprachforscher und Theologen. — Der Gesichtspunkt, nach welchem ich sie auswahlte, war nicht, daß ich sie in Hinsicht der Form für vollendeter als andere hielte, sondern der, daß ihr Inhalt mir den gesummten Kreis unserer moralischen und religiösen Pflichten zu erfassen schien." ^- - „Mein zweiter, aber untergeordneter Grund ist, — die Hoffnung, daßmwch-dli^Lekt"^ mancher meiner christlichen Landsleute eine bessere Kenntniß von dem thatkräftigen Glauben der Juden erlangen dürfte. Bis zu neulichen Vorgängen, wo die allgemeine Aufmerksamkeit einigermaßen auf diesen Punkt gerichtet war, wußten wir kaum, welch eine erstaunliche Unwissenheit und Verkehrtheit der Ideen über die mosaische Pflichtenlehre allgemein herrsche! Gegen alle die irrigen Meinungen, die feit kurzen und bei mehr als einer Gelegenheit veröffentlicht worden sind, giebt es keine bessere Widerlegung, alS Schriften , die nicht so sehr direkt gegen jene falschen Ideen gerichtet, als vielmehr bloß zur religiösen und sittlichen Belehrung der Israeliten bestimmt sind. Für solche Schriften, und darunter für diese Predigten fordre ich mit Vertrauen die Aufmerksamkeit wohlwollender und gewissenhafter Christen. Ick darf hinzufügen, daß sie viele darunter für Menschen von allen Religionen und Sekten nützlich und erbaulich finden werden." „Wenn in religiösen Erörterungen die Menschen von allen Kirchen nicht die Verschiedenheiten, sondern die Uebereinstimmungen aufsuchen wollten, wie viele von den Kämpfen und Schmerzen, die Gottes Erde schänden, würden da verschwinden — —; aber gegenseitige Unkcnntniß erzeugt gar zu oft gegenseitige Entfremdung. Suchen wir daher einander kennen zu lernen, streben wir nach der Kenntniß unsrer Nebenmenschen, in demselben Sinne, in welchem wir nach der Erkvnntniß Gottes streben, damit wir ihm desto besser in allgemeiner Liebe, in allgemeiner Milde nach-

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