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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-08-31 · Heft 87 (31.8.1839) · p. Seite 442

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 87 (31.8.1839)
Date
1839-08-31
Page
Seite 442 (sequence 14)
Language
German
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442 Der Vers 11 müßte demnach so interpretkrt werden: die Blöße der Tochter des Weibes deines Vaters, sdie Tochter welche das Weib aus ihrer ersten Ehe - deiner»" Vater mitgebracht], die mit deinem Vater ein Kind gezeugt, mbw bezieht sich demnach auf "psa nibn, scilicet: — die eine Gebahrerin für deinen Vater ist], wird dadurch deine Schwester, sdurch das gezeugte Kind, welches.leiblicher Bruder oder leibliche Schwester zu jedem der Stiefgeschwister wird, treten diese auch gegenseitig in ein blutverwandschaftliches Verhältniß, und] du darfst ihre Blöße nicht enthüllen. .Wenn wir auch als Traditionsgläubige diese Exegese welche so einfach als klar zu sein scheint, mit einem gewis- . sen Strauben aufgeben muffen, indem die . Tradition die Ehe unter Stiefgeschwistern unbedingt erlaubt,, so wäre es meines Erachtens mindestens, für die Skrutation von Wichtigkeit, deshalb die Ehegesetze der Karaer zu. untersuchen. — Herr C. Lpn. der in No. 96 dieses geschätzten Blattes über Karäismus referirte, dürfte hierüber beim Hrn. Direktor Stern Auskunft erhalten können, um was wir ihn auch hiermit, so wie um die allenfallsige-Bekanntma-. chung des Resultates in diesen Blättern, freundschaftlichst ersuchen. Proßnitz in Mahren. Gideon Brecher. 4. Erklärung einiger Stellen im 2. Buch der Kön. Cap.,5. 1. Der arabische Aussatz sEepra araburn, Elephantiasis], eine Plage des Orients, ist bekanntlich äußerst ansteckend. Man verweist die damit behafteten .an ein außerhalb der Stadt gelegenes Ort , und hütet sich nicht nur vor der Berührung ihres Körpers, sondern auch ihrer Kleidungsstücke, und alles dessen was von , dem Aussätzigen früher berührt worden war, ja man nimmt sich sogar sorgfältig! in Acht mit ihnen zu sprechen, um nicht etwa, den Hauch, ihres Mundes einzuathmen, oder überhaupt ihrer miasmatischen Athmosphäre ausgesetzt zu sein *). 2. Durch das große Ansteckungsvermögen des'Aussatzes, und vielleicht auch durch die hohe' D'yskrasie 'der"Hafte/des Aussätzigen, kann der Aussatz sich auf Kinder 'ünd Kircheskindec in einer Familie vererben. 3. Nicht nur so lange der Aussatz dauert,/sondern, auch nachdem diese selten heilbare Kraykheit verschwunden ist, •) Vergl. 3. Mos. 12, 45. 46. braucht man, wenn auch nicht in gedachter Ausdehnung, doch immer noch große Vorsicht mit dem Reconvalescenten zu communiciren, und man scheuet noch lange nachher die Berührung seiner Kleidungsstücke und sonstiger Effekten. 4. Der Aussatz wird im Orient mit kalten Bädern behandelt, und oft durch solche geheilt. sBesonders wenn das Nebel nicht veraltet ist]. Nach diesen Prämissen die jedem Sachkenner als bekannt vorausgesetzt werden müssen, bekommen wir über 2. B. d. Kön. Cap. 5. Aufklärung, und zum Theil neues Licht. Naaman der Heerführer des Königs von Aram mit dem Aussatze behaftet sCap. 5. V. 1], suchte beim Propheten Elisa Hülfe. Er kam mit Rossen und Wagen und hielt vor der Thüre des Hauses von Elisa sV. 9], indem er als Aussätziger nicht in das Innere des Hauses zugelassen wurde. Elisa sprach ihn auch nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern ließ ihm durch einen Boten sagen, er solle mehrere Male im Jordan baden sV. 10]. Naaman badete und wurde geheilt. Nach seiner Wiedergenesung kehrte er mit seinem Gefolge zum göttlichen Manne zurück. Hier heißt es: „Er kam und stellte sich vor ihn" sV. 15], indem Elisa mit dem geheilten Naaman nunmehr persönlich conversiren konnte, und es nicht mehr scheuste mit ihm von Angesicht zu Angesicht zu sprechen. Naaman bot ihm ein Geschenk an, Elisa aber wollte, so sehr auch Naaman in ihn drang, durchaus nichts annehmen, indem er nichts was mit dem kaum Genesenen in Berührung war, anrühren noch besitzen wollte, und so entfernte sich Naaman sV. 16]. Gehasi aber konnte der lockenden Versuchung nicht widerstehen, lief dem Naaman nach, und bekam von diesem verschiedene Effekten zum Geschenke sV. 20—24]. Zu Elisa zurückgekehrt laugnete er die That sV. 25], worauf Elisa, wohl wissend was Gehasi gethan ihn so anredete: „Meine Vorsicht [^b] verließ mich nicht so geschwind als jemand sich von seinem Wagen nach dir umwendet" sAnspkelung auf den Vorgang beim Wagen Naamans]—/' wäre es denn jetzt schon an der Zeit Geld, oder Kleider u. dgl. anzunehmen? — sV. 26]. Wie? du fürchtetst nicht daß der Aussatz Naamans an dir und deinen Kindern bis in Ewigkeit haften könnte? und wirklich war Gehasi als ec Elisa verließ, vom Aussatze weiß wie Schnee." sV. 27]. — Prosnitz., Gideon Brecher. Ein Wort über Manasse Ben Israel. Der Bischof Huet spricht sich [Huetiana pag. 224. No. 89] über Manasse ben Israel folgendermaßen aus. -

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