Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 87 (31.8.1839)
- Date
- 1839-08-31
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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Literatur. Archäologie. Homiletik. Kleine Anssätze, Anfragen und Bemerkungen. Von Mehreren. 1. Eine Bemerkung in No. .108 d. Z. von Herrn Or. Sommers hausen in Brüssel über Blitzableiter veranlaßt mich zu folgender Mittheilung. Es scheint gewiß zu sein, daß sich der K. David einer Aeolsharfe, die eine Erfindung des siebzehnten Jahrhunderts ist, bedient hat, um sich durch ihre melodische Töne aus dem Schlafe erwecken zu lassen. Er soll, heißt es auf den Vers 119 tnp« in Talmud Babli. Berachot Folio 3 eine Harfe über seinem Ruhebette hangen gehabt haben, die, wenn um Mitternacht der Nordwind sie bestrich, Töne von sich gab, welche den König aus dem Schlafe erweckten. Freilich sollten wir die genaue Lage seines Schlafkabinettes wissen, denn, daß er auf einem Altandache der Ruhe gepflegt habe, laßt sich aus dem 2. Vers 11. Capktel des 2. Buch. Samuelis, obgleich in ^ifsnrt steht, nicht definitiv beweisen. Indessen auch abgesehen von der Bauart der ->id2 nach der Meinung des tmta* •’Ea^ü oder nach der, des Hieronymus.war es dennoch ein musikalisches, harfenartiges Instrument, welches Aeolus trefflich zu spielen verstand. — Eben so laßt sich darthun,. obgleich es sich nicht in Abrede stellen läßt, daß die Juden vor mehr als 2000 Jahren noch, keine Kenntniß vom Wasserstoffgas hätten, daß sie dennoch die Kunst verstanden, aus Wasser ein Feuer hervorzulocken, denn, die 7. Misna des 4. Per. in Betza sagt: 1)2 «ditraws??. p «d tj«Si psitm p* tröSr. Am ma. tn*1 dürfen die Juden kein Feuer aus Hölzern (gleich, den Indianern) und auch nicht aus Wasser hervorbringen. Wie ihre Vorrichtung dazu doch gewesen sein mag? — denn nach der Exponirung des iTTisaan sollte es vielmehr heißen, tptt *n rpaiöTtt p «dl. . Weniger auffallend mag es wol sein, wenn wir jagen, daß ihnen auch die Fern röhre nicht unbekannt waren; da d«''^ p^i ein Weiser der Mischna und Astronom, der vorder Zerstörung des zweiten Tempels als «^2 florirte, und in einem solchen großen Ansehen bei dem Kaiser Trajanus stand,, daß er ihn mit einem Besuche beehrte. nach der Explication des spldaan sich eines Fernrohres bedienet hat. Erubin 4 Per. 2 Mischna. Steingrub. Simon Hainsfurth, -Rabbine. 2. Könnte wol Jemand eine historisch genaue Beschrek bung der Vertreibung der Juden aus Tyrnau aus - dem Grundbuche der K. Freistadt Tyrnau erhalten? ' Kittsee. P- : - 3. Ein exegetisches Problem, nebst Bitte an Hrn. C. Lpn in Odessa. Kein Commentar des Pentateuchs befriedigt den Bibelforscher über den gleichen Inhalt der beiden Bibelverse 3. M. 18, 9 u. 11, deren zweiter sich uns als überflüssig darstellt, indem er nichts mehr zu sagen als der Erste, und blos eine Wiederholung des bereits gesagten zu sein scheint. ^Die zwei Verse lauten wie folgt: 18> 9l Die Blöße deiner Schwester, der Tochter demes Vaters- oder der Tochter deiner Mutter, im Hause ge> vboren oder draußen geboren (kn oder außer der Ehegeboren), sollst du nicht enthüllen ihre Blöße. , 11. Die Blöße der Tochter des Weibes deines Vaters-- deinem Vater geboren, deine Schwester ist sie, dir sollst nicht enthüllen ihre Blöße. Wenn wir jedoch von der Tradition ab'strah'icen, so ist es überraschend den Sinn des zweiten Verses' auf'folgenden Fall.anwendbar zu findm.. Heirathet nämlich der Vater eines erwachsenen Sohnes eine Wittwe, die aus ihreo ersten Ehe eine Tochter mitbrkngt, so wird die. Bestimmung., gegeben, daß M beiden Stiefgeschwister sich nur dann heirathen dürfen wenn ^die Mutter kein Kind in dieser zweiten Ehe" ßeMrk/, so' halb, sie. aber dem Vater des jungen Mannes in ihrer jetzigen Ehe ein Kind zur Welt bringt,, werden die zwei Stiefgeschwister durch dasselbe in Blutverwandschaft versetzt,, und dürfen sich dann nimmer heirathen. —