Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-08-31 · Heft 87 (31.8.1839) · p. Seite 443

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 87 (31.8.1839)
Date
1839-08-31
Page
Seite 443 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/3224737-3225013-3225101--02118-3234681
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Rabbi Manaffe ben Israel war einer der vornehmsten Juden, Vorsteher der Synagoge zu Amsterdam. Ich habe ihn genau gekannt, und hatte lange und öftere Unterredungen mit ihm über Gegenstände der Religion. Es ist derselbe von dem ich im Anfänge meiner Demonstration Evangelique sprach. Er hatte eine Frau aus der Familie der Abrabanels, welche vom Stamme Juda, und zwar Abkömmlinge des königlichen Hauses David zu sein behaupten, so daß M. sich rühmte dem Könige David einige Neffen gezeugt zu haben. Er war übrigens ein sehr guter Mann, sanften Gemüthes, gefällig, tolerant, und über manchem jüdischen Aberglauben, und den schalen Träumereien der Kabbala erhaben. Durch langes Studium und fortgesetztes Nachdenken, hatte er große Kenntniß der heiligen Schriften erlangt. Sein Conciliator und seine andere Schriften geben die triftigsten Beweise von seinem gesunden Verstände und seinem Wissen. Ich hätte aus unfern Unterhaltungen vielen Gewinn gezogen, wenn ich sie länger hätte fortsetzen können, und meine nothwendig -gewordene Rückkehr nach Frankreich sie nicht unterbrochen hätte. Eines Tages führte er mich nebst den Herren Blondel, Bochart, und Vossius Sohn in seine Synagoge. Ec ließ uns auf der Gelehrtenbank, welche nahe am Tabernakel, worin sie die Gesetzrollen aufbewahrten stand, niedersetzen. Das Tabernakel war in der Form eines großen Schreines, auf einer zwei Fuß hohen Estrade aufgestellt, welche mit' einem Geländer von eben dieser Höhe umgeben war. ' Aufmerksam auf alle ihre Ceremonien, traf es sich daß ich ganz absichtslos einen meiner Füße auf einen Kranz [Corniche] der Estrade setzte und in dieser Stellung verharrte. Darob entsetzte sich die ganze Synagoge, als über eine Handlung welche Verachtung gegen ihre Religion ausdrücken sollte. Der gute Manasse setzte mich sogleich davon in Kenntniß, und die bescheidene und unterwürfige Schnelligkeit [la promtilude modeste et soumise] mit welcher ich Meinen Fuß zurückzog, und meine Achtung bezeugende Stellung, beruhigte ja erbauete sie. Gideon Brecher. Die Reuchlrn sche Vertheidiguug des Talmuds. Von Rubin in Copenhagen. Wir theilen hier zuvörderst einen Brief des vr. Johann Reuchlin aus Pforzheim, geb. 1455 gest. 1522, Lehrers der Humaniora zu Basel, Ingolstadt und Tübingen, in hebräischer-Sprache,, nebst deutscher Uebersetzüng mit, welchen derselbe an den jüdischen Arzt Boneto de Lates, Leibarzt des Papstes, richtete. Dieser Boneto, aus dev Provence stammend, weshalb er auch Medien« Provincialis heißt, wurde vornehmlich durch die Erfindung eines astronomischen Ringes, der die Höhe der Sonne und der Sterne, die Stunden bei Tag und Nacht u. dgt. anzeigte, berühmt. Er machte seine Erfindung in einer Alexander VI. gewidmeten Schrift: de ahniili astroriomici utilitate zuerst Rom 1493, 4. bekannt, worin ec sich wegen seines Latein folgendermaßen entschuldigt: - Parce, preeor, rudibus quae sunt errata latinö Lex hebraea mihi est, lingua latina minus. Zu Rom erfreute er sich hoher Achtung und war Leibarzt des Papstes Leo. — An diesen also richtete Reuchlin folgenden Brief, dessen Text aus dem Wecke: „Beiträge zur Reformationsgeschichte von G. Friedländer" (Berlin, 1837) copirt ist. In /diesem Werke wurde er als literärischer Fund nach einem. Manuscripte zum ersten Male gedruckt, und obgleich wir einige Worte für korrumpict halten, haben wir sie dennoch unverändert gelassen. Die Uebersetzüng konnte nicht ganz. wörtlich sein, obgleich sie dem Texte ganz treu gehalten, ist, und bedauern wir die lateinische Uebersetzüng, die Herr Friedländer dort gegeben, jetzt nicht zur Hand gehabt zu haben. 7'; htis'Ätt trinaariri ham atsrnö ’wab aho "‘“T'i'D ba^N nbia may bv^in 7 ' _ mb. tbta 128 nnaia Körn tnpnm __ NBifi yiJiir? ■’ärv b'aia fbba .tnsna fito; trö»?i-iäiös mNäi-7 Niaa, nrnmn :srnfiti ■a».- m, hibm maurm SlEüab *>3:. iWlK: Ü?»Ö« »TOT Vlpb] aaa N133 niaibw aip *pn; “pN .ribab >mi-;b •'nNS •’baro yrnpi. ötöb -; tnp}2 naanbp -Wb üba naarn mb^m andi73N3 iibi-ra bij?arü,i^p wmrn rin« nnis« snabns> nri ö5> bau nan» üwmt i'nsa *nn> -En^rT / ar,paN--^w - mb^m- Dibbp-i - v"p-iw ^bL /N5;b?h rrbi.-:st"-,Nr,m/. twastt/ Wrv-N -ivsis öÄT: bm -b^. DN: naa _ 'im _ mbbpai. rnbbsya bn ü-ia baa bb« nbia wi aabnrt ■’Iöö hin» t'bi waaia haf ibdr'iäbBö arj «b vND bs viwb 'ldb

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.