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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-08-31 · Heft 87 (31.8.1839) · p. Seite 438

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 87 (31.8.1839)
Date
1839-08-31
Page
Seite 438 (sequence 10)
Language
German
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458 durch die Hitze der Sonne, deren Strahlen senkrecht auf sie herabfallen, ganz dunkel von Farbe geworden, doch sprechen sie noch immer die Sprache ihrer Voreltern. Sie wurden durch Alexander den Großen von Syrien in diese neue Heimath versetzt." Der römische Dichter Claudian, der beinahe zu derselben Zeit lebte, und selbst in Aegypten gewesen war, nennt die abyssinischen Juden (in seinem Panegyricus in Eu(ropium) geradezu ludaeos. Wir lesen bei Eusebius, bei Tzetzcs, bei Johannes Malala, in dem Talmud so wie in dem jüdischen Historiker Joseph ben Gorion, daß der makedonische Eroberer eine siegreiche Expedition gegen die Bewohner von Meroe unternahm; und da nach Josephus viele Juden dem macedonischen Heere sich anschlossen, so wäre es wohl möglich, daß Alexander in. Aethiopken zur Sicherung seiner Eroberungen eine jüdische Colonie gestiftet hatte, wie er auf anderen Punkten zu demselben Werke griechische Colonien anlegte. In einem Artikel des Journal Asialic, welcher diesen Andeutungen zum Grunde liegt, wird die Vermuthung ausgesprochen, daß wir diese jüdischen Einwandererin dem äthiopischen Stamm zu suchen haben, dessen mehrere alte Schriftsteller unter dem Namen der Colobes, der Verstümmelten, gedenken. Agatharchides sagt: „die meisten Troglodyten lassen sich nur theilweise beschneiden, gleich den Aegyptern; die, welche die Griechen Colobes nennen, beschneiden ihre Kinder aber sobald sie geboren werden und zwar ganz." Dieß ist die Art, wie der Pentateuch die Beschneidung vorschreibt, und im Alterthum waren die Juden das einzige Volk,.welches diese Sitte auf jene eigentliche Weise befolgte. Auch erklärt Artemidores, ein griechischer Schriftsteller um das Jahr H)0, geradezu, daß die Colobes ihre weiblichen Kinder auf dieselbe Weise beschnitten, wie die Juden; und in diesem Augenblick geschieht dieß noch bei den Juden in Abyssinien, obwol alle andere Juden, dem mosaischen Gesetze zufolge, diesen Gebrauch nicht befolgen. Diodores Sicutus sagt endlich, daß an dem südlichen Ende der Straße Bab-el-Mandeb ein Troglodytenstamm wohne, welcher glaube, das Bett des. rochen Meeres sei zweimal vier und zwanzig Stunden trocken gewesen. Diese Sage scheint bestimmt auf jüdischen Ursprung hinzuweisen, denn bei keinem andern Volke des Alterthums, außer bei den Juden, .finden wir auch nur die geringste Spur von demselben. Was Bruce's Angaben insbesondere betrifft, die er aus den verschiedenen Sagen der Eingebornen sammelte, so kommen sie darauf hinaus, daß ein Sohn der Königin Seba's, Menilech genannt, während seiner Kindheit von seiner Mutter erzogen worden, als er aber herangewachsen, nach Palästina zum König Salomo gesandt worden sei, welcher ihn vollkommen ausbildete und ihn David, nach seinem Vater, nannte. Mit ihm sind nun viele Fürsten und Großen des Reiches Juda nach Abyssinien zurückgekommen, unter andern auch Zadok's, des Hohen Priesters Sohn, Namens Azariah. Nach dem Tode seiner Mutter herrschte dieser Menilech über das Reich Abyssinien, und da er in der jüdischen Religion erzogen worden war, so bekehrten sich die meisten seiner Unterthnn und bekannten sich zur jüdischen Religion, bis zum Jahr 333 nach der gew. Z.; zu dieser Zeit nämlich beschiffte ein griechischer Christ das rothe Meer in der Absicht, nach Indien zu segeln, nebst zwei gut erzogenen Adoptivsöhnen^ hatte aber das Unglück, an der abyssinischen Küste zu scheitern; der Alte wurde nun kn einem Gefecht mit den Eingebornen getödtet, die Jünglinge zu Gefangenen gemacht. Der eine von ihnen, Frumentrns genannt, wurde' seiner bedeutenden Talente wegen Erzieher des jungen Prinzen von Abyssinien. Diesen fand er, als er zum erstenmal bei ihm eingefühct wurde, mit den Psalmen beschäftigt; bald aber veranlaßt er den Fürsten, Christ zu werden; und wiederum folgten alle Abyssinier dem Beispiel ihres Herrschers, so daß man also das Bestehen des Christenthums in diesem Lande bereits auf 1500 Jahr anschlagen kann. Viele Juden jedoch verschmähten es, von dem Glauben ihrer Vater zu weichen; sie versammelten sich in den Gebirgen Samens und wählten sich einen König vom Stamme Juda aus dem Geschlechte Salomon's; dieser hieß Pineas, und von ihm stammen in gerader Linke alle ihre nachherkgen Regenten ab. Ja, selbst das Geschlecht des Hohenpriesters besitzt noch jetzt (nach Angaben des Reisenden) das Priesterthum in Abyssinien. Und beide Genealogien von Priester und König werden mit der größten Sorgfalt dort aufbewahrt. Bruce zählt die Namen aller der Könige auf, welche von Menilech, dem Zögling Salomo's, an,'Abyssinien beherrschten, woraus sich ergiebt, daß der jüdische dortige König und der abyssinische Herrscher beide von Salomo abstammen. Die Zahl der dortigen Juden betragt ungefähr 100,000, das Wappen der Abyssinier ist der Löwe des Stammes Juda. — Peter Heylin, welcher eine Cosmographie 100 Jahr vor Bruce schrieb, berichtet, daß die äthiopischen Kaiser ihre Abstammung von Salomo und Maqueda, der Königin des Südens, herleiten, und daß-das Wappen des Reichs mit dem Judäischen übeceknstimmm, ein Löwe in goldenem Schild, mit der Inschrift: „der Löwe des Stammes Juda wird siegen." — Selbst spätere Reisende, wie Peares und Salt, die zwar die Herkunft der Abyssinier nicht absolut von dm Israeliten ableiten, bildeten sich doch oft ein, unter den Israeliten zu reisen, und die Empfindung der Abyssinier gegen die Galla (einen b'enach-

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