Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 87 (31.8.1839)
- Date
- 1839-08-31
- Page
- Seite 430 (sequence 2)
- Language
- German
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430 früh im alten Tempel, und begab sich mit, dem nöthig^n Rituql7au^dM^,Bau.platz),.'fmo^eia.großes Ult aufgeschlagen war. / BöÄEkven verküDgttK "j-dm' W'eA.nyder Feierlichkeit) welch<Mr Herr Vicegespan Johann von Schrater,c.die grundherrschastlichen Ober- und Unterdeamten, die Geistlichkeit aller Konfessionen (der Römisch-Katholischen, der griechisch-nicht unirten, der evangelischen,) der Stadt-Magistrat, mit ihrer Gegenwart beehrten, und> der eineunermeßliche Menge Volkes aller Stande ihre Theilnahme bewies. Der Rabbinatsverweser H. Falk Büschücz hielt eine hebräische Anrede cm die Gemeinde, dann sprach der Kantor und Beglaubigte H. Nathan Bentscher ein deutsches erhebendes Gebet, womit er den Segen für unfern verKrtesten Monarchen, Seine Majestät den Kaiser und König, Ihre Majestät die Kaiserin und Königin und das ganze kaiserliche Haus, für die höchsten und hohen Behörden jund so fort verband; hierauf hielt der "Kantor und Beglaubigte H. Abr. Tudeschko eine erbauliche Rede, halb hebräisch und deutsch. Zum Schluffe begrüßte der'evangelische Prediger, ergriffen durch die Feierlichkeit des Aktus, die Gemeinde mit einigen Worten, Salomons 'Worte bei der Einweihung des Tempels zu Jerusalem zu Grunde legend, und des Propheten Jesaias Ermahnung anführcnd, mit dem Herzen den Ewigen zu preisen, und zur allgemeinen Menschenliebe und Eintracht hinweisend, und mit dem Aaconitischen Segen endend. Nach diesem Aktus wurde der Grundstein zur Stelle getragen, unter Völlersalven, Musik und Freudengeschrei des Volkes. Die drei ersten Schlage that der Herr Vicegespan, nach ihm andere Honoratioren. Zum Schluffe wurden die Gaste vom Vorsteher bewirthet; die Gemeindeglieder blieben den Tag zusammen, und feierten ihn in Fröhlichkeit. Möge der AUgütige ferner/seinen. Segen dem Baue zuwenden!. C. v. B. Deutschland. Mainz, 2. Aug. (Didask.) Gestern wurde der einzige dahier noch lebende Veteran der ehemaligen großen französischen Armee, mosaischen. Glaubens, beerdigt. H erz hieß der Mann, er. war von Guntersblnm, 5 Stunden von hier,, gebürtig. In dem v.erhangnißvoUen Jahr 1813 unter die französischen. Fahnen berufen, diente er zuerst. in einem Chasseur-Regimente und kam dann seines Wvhlverhaltens wegenindie Mameluken der Kaisergarde. Er. wohnte den Schlachten von Dresden,. Leipzig und Hanaubei; bei Leipzig wurde er verwundet, ging hierauf mit seinem.Corps über den Rhein zurück nach Frankreich und nahm-, an allen Gefechten Theil, die bis zur Einnahme von Parkst undzur- Abdankung Napoleon's geliefert wurden. Zm Mcu 1814 kehrte er mit seinem Abschiede in sein Vaterland zurück,, nachdem er kaum. 1b Monate gedient hatte, die jedoch, hinsichtlich der Begebenheiten-, die''sich in diesem Zeiträume ereigneten,, für ein Jahrhundert zählen konnten. He rz ließ, sich in Mainznieder, wurde Makler und ernährte sich undseine Familie redlich. Er starb-, kaum 50 Jahre, alt,, viel zufrüh' für seine Angehörigen und zahlreichen . Freunde.. - Der hiesige Deteranenverein und-die Vorsteher der israelitischen- Gemeinde folgten mit hunderten bou. Verwandten und Freunden der Leiche- bis zum jüdischen. Begräbnißptatze^, wo nach einem von Hrn. Limcherger gehaltenen. VMrage Trauermelydien von einer-Anzahl )Sängern unter B^leirung' eiüer ausgesuchten Musik abgefungen wurden. / diesem Friedhofe hat seit seinem Bestehen gewiß eine so imposante Todtenfeier nicht statt gefunden. — Untermagerbein, Juli. (Pcivatmitth. Verspätet). Da es mit zu Ihrem Zwecke gehört dasjenige zu veröffentlichen, was zu Beförderung des Lichtes und Hebung der Religiosität von einzelnen Männern, oder ganzen Gemeinden Ihrer Glaubensgenossen geschehen ist, so bin ich so frei Ihnen, zu diesem Zwecke, einige Mittheilungen über das Wirken der israelitischen Gemeinde zu Mönchsdeggingen, im Fürstenthum Wallerstein, zu machen, deren Synagoge und Schule.(der Ort ist nur eine halbe Stunde von hier entfernt und der geprüfte Religions- und Elementartehrer gehört zu einer Fortbildungsanstalt, deren Vorstand ich bin) ich schon mehrmals besucht habe. — Die vor 12 Jahren, von der, aus 53 Familien bestehenden Gemeinde neuerbaute Synagoge ist ein würdiger Tempel des Herrn, den die Gemeinde nur erst vor einem Jahre mit einer sehr geschmackvollen Chorgatterie geschmückt hat. Der Sängerchor ist trefflich eingeübt und der Gottesdienst von den alten, unpassenden Gebräuchen gereinigt. Vorträge in deutscher Sprache werden schon seit zwanzig Jahren, gehalten. — Die Schule ist durch die Bemühungen des wackern Lehrers, Herrn Levi Hochstädter, welchen die Gemeinde schon seit zwanzig Jahren mit 300 fl. besoldet, im schönsten Flore. Eben so erfreulich, als. die Kenntnisse-der Schüler, ist ihr gesundes Aussehen, ihre große Reinlichkeit und ihr wohlgesittetes, artiges Betragen. — Durch viele milde Stiftungen ist für die Armen, und durch einen neuen, 1400 fl. kostenden Friedhof für die Gestorbenen gesorgt. Stiller, Senior und Pfarrer. Augsburg, 9. Aug. Auf jene Anfrage in der Allgemeinen Augsburger Zeitung in Betreff eines Artikels unsrer Zeitung über Auswanderung von Juden aus Baiern, die wir in No. 86 schon beantwortet, giebt das gedachte Blatt folgenden Artikel,, der mit dem Inhalte' des unsrigen übereinstimmt. . „Fürth. Einer ihrer Berliner Kdrrespondenten wünscht in No. 213 der' Allgemeinen Zeitung Aufschluß über die Beweggründe der Auswanderung so vieler Juden aus Baiern. Wenn diese nunauch nicht - gleich den preußischen-Altlutheranern in ihrem Glauben unmittelbar gekränkt wurden, so haben sie doch nicht minder gegründete.Motive, den theuern Heerd der Heimath mit dem transatlantischen Boden zu vertauschen und Sturm und Wogen zu trotzen, um jenseits des Meeres ein Asyl zu suchen , wo ihre bürgerliche Ehre weniger Verletzungen ausgesetzt ist, als in ihrem Vaterlande. Ich habe nicht jene Israeliten im Auge, die sich einem wissenschaftlichen Berufe hingegeben haben und nach Vollendung ihrer- Studien durch die bestehenden Gesetze von jedem angemessenen Wirkungskreise ausgeschlossen werden, sondern berücksichtige hier jene Klasse ihrer Glaubensgenossen> die^ nachdem sie sich mit- Freuden entschlossen, den verpönten Handel mitnützlichen und oft auch schweren- Handwerken zu vertauschen, nachdem sie sich bestrebt, sich jene Kenntnisse und Fertigkeiten-anzueignen., die nach dem Ge-