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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-08-31 · Heft 87 (31.8.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 87 (31.8.1839)
Date
1839-08-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ui. Jahrgang. Allgemeine No. 8 V. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, BauMgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit Könkgl. Sächsischer allergnä'digster ConceIon.) Leipzig, den 31. August 1839. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Vogen in Quart incl. des Titels, Registers u. f. w. um» fassen. In' Gemäßheit veS Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der PreiS äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angrsetzt worden. AL« Buchhandlungen, Postämter und Zeitung»- erpeditionerr nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. ZeittmgS - Ejrpedition allhier un- / terwqen. Zeitungsnachrichten. Aegypten. London, 6. Aug. Der bekannte Skr Moses Montest'ore, befindet sich jetzt in Aegypten, wo er Audienz bei dem Vice-Könige in dem Kostüm eines Sheriffs hatte, welches Amt et früher bekleidete. Er hat sich gegen denselben erboten, daselbst eine Bank mit einem Kapital von' einer Mill. Lstrl. zu errichten, unter der Bedingung, daß der Pascha seine israelitischen Glaubensgenossen von ihrem jetzigen Drucke erlösen solle. England. London, 7. Aug.. Die Augsburger Allgemeine Zeitung theilt unter der Aufschrift „Theatralisches aus England" auch Folgendes mit: „Vor einiger Zeit wurde, an Bord eines in der Themse liegenden Handelsschiffs .ein. beträchtlicher Diebstahl von Goldstaub, im Werth von 4000 Pf. St., verübt. Zwei Juden wurden des Diebstahls schuldig befunden und verurtheilt. Nun ist es dem Eigenthümer des kleinen Garrick- Theaters, einem Hrn. Denvil, eingefallen, ein dreiaktiges Stück unter dem Titel „der Goldstaub" auf seine Bühne .zu bringen, dem jene Criminalgeschichte zu Grund liegt. Dieß gab-Anlaß zu einer ähnlichen Scene, wie sie vor mehreren Jahren in einer deutschen Stadt bei der Aufführung .der nun verschollenen Posse: „Unser Verkehr" vorsiel. Eine im Schauspielhaus anwesende Unzahl Juden verübte einen so gräulichen Lärm,' daß man von dem ganzen Stück kein .Wort verstand, sondern dasselbe, den-Times zufolge, Me eine stumme Pantomime aufdey Brettern vorüberging. Während des Tumults ward ein junger Mann Namens Myers, der Sohn eines reichen Israeliten^ verhaftet und nach dem Wachthaus abgeMrt, weil er an dem Hokzwerk des Hauses Zerstörung angerichtet.; gegen 300 Juden, die vor dem Theater versammelt, machten zur Befreiung ihres Glaubensgenossen einen hitzigen, aber vergeblichen Anlauf. Nach beendigtem Stück trat Hr. Denvil vor, und sprach: „Meine Herren und Damen! Wer von Ihnen den „Goldstaub" wiederholt wünscht, halte eine Hand empor." Die große Mehrzahl des Auditoriums, nämlich der ganze „christliche" Theil, erhob die Hände." —. Man sieht hieraus, daß die alte Bürde, die auf den jüdischen Glaubensgenossen lastet, daß nämlich das Vergehen Einzelner der Gesammtheit zum Schaden, zur Schmach und zur willkommenen Gelegenheit der Beleidigung gewendet.wird, noch nirgends von unseren Schultern genommen ist'.' Man sieht, daß man nirgends schon aufgeklärt und gewissenhaft genug ist, eine religiöse Gemeinschaft von den Untugenden zweier, dreier Wichte zu trennen, daß man immer wiederholt, wenn der Missethäter einmal ein Jude ist, ihn als,Jubeln dabei sigurkren zu lassen. Ob aber es aller Orten nicht gescheidter sek, solchen Vorgängen mit Verachtung zu begegnen? Jndeß -läßt sich dieser Vorfall nicht allgemeinhin beurtheilen, weil er in seiner Breite nicht vorliegt, weil man nicht absehen kayv, wie weit im gedachten Stücke die angebrachten'Verletzungen für alle Juden reichten. Oesterreich. Balassa Gyarmath, 31. Juli. (Prkvatmktth.) Der 2L. Juli war für die ansehnliche hiesige Gemeinde (Neograder Comitat in Ungarn) ein feierlicher Tag, frommer und geweihter Erhebung gewidmet. Es ward nämlich' an „demselben der Grundstein zu einem neuen Tempel gelegt. Die Gemeinde, seit 12-Jahren die nöthkgen Baukosten sammelnd, hat, , nachdem mancherlei Pläne mißglückt waren, den Baü dem jungen, in der Münchner Schule gebildeten^ Baumeister Franz Müksch übergeben, und, nachdem, der Bauplan von der k. k. Baudirektkon in Ofen geprüft und genehmigt worden, den Bau im Namen des Allerhöchsten begonnen. Die Gemeinde versammelte sich

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