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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-08-17 · Heft 85 (17.8.1839) · p. Seite 414

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 85 (17.8.1839)
Date
1839-08-17
Page
Seite 414 (sequence 14)
Language
German
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414 die sich verbreitet hat, ohne andern Grund als einige Verse über christliche Gegenstände, und besonders die Verse, Mttidye Flavio in Form eines Briefes an den Senator Michel Menze richtete, zu haben. Diese wurden in der vollen Versammlung des Senates vorgelesen, und dieser votirte einstimmig dem Verfasser Danksagungen und eine öffentliche Belohnung. 5. Mendez (Moses), englischer Dichter und Dramatiker, gest. 1758. Die Natur war die'erste Lehrerin dieses Mannes, und sein Vater hatte die Befriedigung, ihn kn die ersten Elemente einer Kunst einzuweihen, in der er einst mit Glanz eine Stelle eknnehmen sollte. Man hat von ihm, unter Anderm, ein Gedicht, welches sich in der Sammlung von Dodsley befindet. 6. Lyons (Israel), ein englischer Gelehrter, gest. 1773, trieb mit Erfolg die Botanik und das Hebräische. Man bemerkt unter seinen Werken: Fasciculus plantarum circa Cantabji^ium mascutium, 8., und eine hebräische Grammatik, gedruckt 1757 in 8. 7. Castro Sarmento (Jacques de), aus Portugal, übte die Medizin zu London, war Mitglied der königl. Societät, und starb daselbst 1762, alt 70 Jahre. Er schrieb 1) Briefe über die Brasil. Diamanten,- 2) äe uso et obuso das minhas agoas de Inglaterre, London 1756. 3) Materia medica physico-historica mechanica, regetaval animal, parte II. London 1758, 4. 8. Castro (Benoit de), Sohn des berühmten Rodrigo de Castro, geb. zu Hamburg 1597, war bei der Königin Christine als. Arzt angestellt, und starb 7. Jan. 1684. Man hat von ihm: Cerlamen. medicum de venae sectione in febre putrida et inflammaloria, Hamburg 1647. 4. 9. Castro (Ezechiel de), italien. Arzt des siebzehnten Jahrhunderts, ist durch zwei sonderbare Schriften bekannt: 1). Ignis lambens, rar um pulclnescenlis naturae specimem, Verona 1642, 8.> 2) ^mpliiteatium medicum, in quo mor.bi oinnus quibus imposita sunt nouiina ab animalibus raro speptaculo debellatur., Verona 1646, 8. 1Ö. Simon (Peter), Guitarrenspieler des Königs der Niederlande, blind geboren zu Mons 1802. Dieser, ausgezeichnete Künstler empfing 1829 einen prächtigen Ring vom Kaiser von Rußland, wohin er sich begeben hatte, und wo.er seitdem lebt.» 11. Meli ne (Joseph), Schauspieler und französischer Dichter^ geb. zu Paris, gest. zu Brüssel, den 15. April 1737. Folgende Schriften verfaßte er: 1) La creation, ein Gedicht aus dem Hebräischen des Sal. ben Gabirol ins Französische übertragen, gefolgt von einer Hyrime an den Ewigen, übersetzt von demselben Autor. Paris, 1809. 8. Es ist'dies eine Urbersetzung des ni2b,72 Vö. 2) Aur de- Iradeurs de Voltaire et de. Uousseaii, Paris 1807, 12. 3) Fa' 8uite des deiix Pliilihert, ein Lustspiel in drei Aufzügen. Paris 1817.. 8. 4) L’aspic, politisches und literarisches Journal, Theatercorrespondenz vom I. Juni 1833 bis zu seinem Tode, (Fortsetzung folgt.) Homiletische Literatur. (Fortsetzung.) Zum Beweise dessen wird sich dieser Leser zum Beispiel den zweiten Theil der ersten Predigt wählen, der die Ueberschrift führt: „Träger eines vollkommnen Gottesoienstcs sollen uns die Gotteshäuser sein." Ich glaube, ein Jeder wird mit dem H. Pl. über die Notywendigkeit eines Gotteshauses einverstanden sein, die Demminer Gemeinde muß dies auch gewußt haben, sonst hatte sie keinen Tempel sich gebaut; ein Jeder wird auch dem Herrn Pl. Recht geben, wenn er den öffentlichen Gottesdienst einem häuslichen vorzieht, da im Letztem tausend Dinge die, Erhebung hindern, tausend davon abzieyen, obgleich auch hier zu erinnern sein wird, daß es darauf ankommt, wie dieser öffentliche Gottesdienst abgehalten wird, und wir uns auf die Misch«.l berufen können: z>nan->722 bu5 —twozd ■'na — übir'N “|73 dnan na ',-,a,'5£i73. — Ader welch Bedenke» wird der Leser haben, wenn er schon S. 15. liest: „wenn wir nur in' Gedanken beten, so ist das gar keine Andacht." Ihm wird alsbald das Beispiel eines Gebetes, ohne hörbare Laute, welches von unfern Weisen oft genug als Beispiel eines andächtigen Gebetes ausgestellt wird, das der Hanna 1. B. Sam. 1, 13, einfallen, und das nur die Beobachtung bestätigt, wie die gehobenste Feier, die gehobenste Andacht unsrer Seele, sich nicht in Worte saßt^ deren hingegen die aufgeregte Bewegung, in die sich schon etwas Leidenschaft mischt, sich gern als Ausdruck, bemächtigt. Vermehrt wird adec das Erstaunen, wenn der . Redner im Folgenden der Natur die Fähigkeit, zur Andacht zu stimmen, abspricht, wenn ec die -erhabensten Erscheinungen der Mtuc vorüberfühc-t, und, sie des Erndeuckö.berauben'will, den sie auf das fromme, .fühlende Ge-müth machen werden (und das unfromme, gefühllose wird ja auch-.im,Gotteshause kerne Andacht empfinden —).' Freilich im Berliner Thiergarten halten wir dies auch'nicht'Möglich. Wer aber je -in der Einsamkeit die Wege der' Natur gewandelt/ und dann die grrmende vdec reifende' Saat, die Dycgesrücken', de« breitströnzenom Fluß oder, die See geschen, wer -in de» Schauern der Nacht gewandelt, und der Natur die. Macht der Erhebung, der religiösen Begeisterung abspricht, der — doch wozu uns ftreiten: siehet nicht der Herr Pl. wie er sich selbst gefangen? er entwirft eine prächtige, gelungene Schilderung von den Schönheiten der Natur — und wozu dies, wenn er nicht eben unbewußt die andächtigen'Gefühle b« den Hörern wecken wollte, welche sie schon bei der wirk-

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