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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-08-10 · Heft 84 (10.8.1839) · p. Seite 39

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 84 (10.8.1839)
Date
1839-08-10
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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59 stimmt die Gemeinde einstimmig eine Steuer von jedem für die Hebräer zur Kost zu tödtenden Vieh, zu 50 Cop. S. M. Diese Revenue wird unter dem Namen eines Unterrichts-Capitals vom Kahal eingesammelt und. nach Verlauf eines jeden Monats der von der Gemeinde auf zu drei Jahre zu wählenden Schul-Commission übergeben. Die Commission gibt dem Directorio der Lehr-Anstalten und dem Kahal eine jährliche Rechenschaft. 9) In.'jedem Halbjahr geschieht ein Examen in der. Schule, eben so wie in den christlichen Schulen. 10) Alle unvermögende Kinder, welche rücksichtlich ihrer Armuth vom Kahal gegebene Attestate vorstellen, werden unentgeldlsch zum Unterricht angenommen,.-ohne alte Ausschließung und Abweisung. Diese Kinder erhalten, wie auch bisher, von den..Gliedern der in Riga bestehenden Gesellschaft die „ÄZaisen-Pfleger" — eine angemessene gleiche Bekleidung, und man bemüht sich auch für deren Reinheit und Unterbringung in Gewerken nach der Entlassung aus der Schule. 11) Wohlhabende Aeltern zahlen für ihre Kinder für jedes Semester zu 5 dl0. S. M. — wer aber schon in der Schule zwei Kinder hat, kann, wenn er es wünscht, das dritte unentgeldlich vorstellen. Jedes Kind, mit Ausnahme der Waisen und Armen, entrichtet für Holz, Licht, Dinte und Reinigung der Schul-Anstalt, zu 1 R". S. M. das Semester. 12) Jede Veränderung und beabsichtigte Verbesserungen in dieser Anstalt werden nach dazu erhaltener Genehmigung der höhern Obrigkeit ausgeführt. 13) Endlich da die vorläufige Anschaffung alles Erforderlichen und zur Zahlung der Miethgeloer für das Local, zum voraus da sein muß, so hat man nach erfolgter Bestätigung dieses Plans nur zur Errichtung der Schule zu schreiten. Diese Schule muß, gleich allen christlichen, natürlich in Comprtenz der allgemeinen Dkrection der Lehranstalten stehen. . Ich hatte das Glück, diesen Vorschlag des rkgaschen Kahals zur Allerhöchsten Einsicht des Herrn und Kaisers allerunterthanigst vorzustellen, und Sr. Majestät beliebten am 13. Octobec selbigen als der Aufmerksamkeit wertff anzuerkennen, und haben mir Allerhöchst befohlen, desfalls mit , Ew. Excellenz in Correspondenz zu treten. Zum Erfüllen des Willens des Monarchen communickre ich über dieses Gesuch des rigaschen Kahals Ew. Excellenz zur Ihrerseits erforderlichen Anordnung, bei der Bitte, vom Geschehenen mich mit einer. Benachrichtigung zu beehren. Uebrigens werde ich nicht unterlassen, dem rkgaschen Kahal zu communiciren, daß er direkt von sich aus mit einem Gesuche darüber bei Ew. Excellenz einkomme. — Minister der Volksaufklärung Sergey Uwarow. Director W. Kosnowsky. Beglaubigt: Abtheilungs-Chef A. Barosdin. Gelesen: Tischvorfteher I. Radionow. Pro rera copia Secretair I. Andrejew. In lläem yersioma Regierungs-Translateur Hafferberg. In Mein copiarum Secretair F. S. A. v. Sch web's. Copia Copiae, E t a der in Riga für die Kinder der Schlockschen Hebräer-Gemeinde einzurichtenden Schule. Für Mkethe eines Hauses zur Locirung der Schule ........ S, Mz. R°. 200 - Gehalt für den ältesten Lehrer - - . - 300 - Gehalt für die zw.ei jüngsten Lehrer zu 1O0 R°. ein jeder .... - - - 200 - zur Bezahlung an den russischen Lehrer für wöchentlichen Unterricht zu 4 Stunden. . . - » - 75 - Gehalt an den Storoschen . . - - - 50 - Licht und Holz ...... - - - 50 - zur Bibliothek . .- - - .25 In Allem Silb. Mz. Rubel 900 Der darnach bleibende Ueberschuß von der zur Unterhaltung dieser Schule einzusammelnden Summe wird zur Bildung eines für den Ankauf eines Hauses zur Schule nöthi- , gen Capitals bestimmt. — Kanzellei-Director Romanow. Tischvorsteher Momirowitsch. Mit dem Original verglichen Abtheilungs-Chef Borosdin. Gesehen Tischvorsteher Radionow. Pro yera copia Secrecair I. Andrejew. In fidem versionis Regierungs - Translateur Hafferberg. ln Mein copiarum F. S. A. V. Schwebs. Kirchenstaat. Livorno, 6. Juli. Die Berliner Kirchenzeitung theilt nach italienischen Blattern Folgendes von hier aus mit: „Kürzlich waren hier die Abgeordneten der schottischen Kirche, welche, um den Zustand des jüdischen Volkes kennen zu lernen, nach Jerusalem reisen, und vertheilten einige religiöse Schriften in Rücksicht auf den traurigen religiösen und moralischen Zustand dieses Volkes, zu dem sie nicht in seiner Sprache reden konnten. Allein alsbald wurden sie ob dieses Verbrechens der Polizei angezeigt, fanden' aber einen wahrhaft religiösen und in der Bibel bewanderten Richter, der sich begnügte, ihnen alle Traktate kn italienischer Sprache abzunehmen. Das erschien den Priestern zu mild, sie ap- .pellirten nach Florenz, und bald darauf kam ein Beschluß, welcher die D.I). Keith und Back zu ewiger Verbannung aus Toskana verurtheilt. Sie befanden sich schon auf den Wogen des mittelländischen Meeres, als dieser fürchterliche Spruch kam." Deutschland. Karlsruhe, 13. Juli. (B. B.) Unter den vielen anziehenden Petitionen, welche in der 41. öffentlichen Sitzung der zweiten Kammer vo^elegt wurden, dürfte zu den anziehendsten unstreitig die „Petition vieler Christen zu Mannheim um endliche und völlige Emanzipation der Juden^ gehören. München, 22. Juli. .(Privatmitth.) Der neu ausgetretene Rabbinatsasiurant irr Würzburg, den ich Ihnen in meinem jüngsten Schreiben erwähnte, hat nun die Prü-

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