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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-08-03 · Heft 83 (3.8.1839) · p. Seite 386

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 83 (3.8.1839)
Date
1839-08-03
Page
Seite 386 (sequence 14)
Language
German
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586 verschiedener Weise: waren es Kinder unter 30 Tagen, wurden sie im Stillen, ohne Sarg und Zeremonie beerdigt. Von 30 Tagen bis ein Jahr mit Sarg und Zeremonie, von einem Jahre und weiter wurde der Sarg schon auf einer Bahre getragen, Moed Katon24. — Die Armen wurden auf einer Bahre i-jütt die Reichen auf einer NS*# -LN-N, Schattenbett getragen, Moed Katon 27. Wahrscheinlich war dieses, wie bei den Römern, eine Art Leichensänfte lectica, lectus, tliorus, die mit einer reichen Decke vestis stragula von Gold und Purpur behängen war. — Wann die zum Grabe Begleitenden versammelt waren, wurde der 'jritf Sarg, der aus Holz, Stein oder Thon verfertigt war, Jore Dea 363. 4, auf die Bahre gelegt, und auf denselben Myrten-Zweig gelegt, Nida 36. Hierauf wurde die Bahre, wie bei den Römern, von den leidtragenden Erben und Verwandten eine kleine Strecke, dann aber von den Begleitern abwechselnd, oder von den bestimmten Sargträgern auf den Schultern weiter fortgetragen. Maimuni Abelot p. 4. h. 3. — Der Leichenzug war folgender Art: voran gingen, wie bei den Römern, verschiedene Musiker, vorzüglich aber Flötenspieler übeeines. Sabbat p. 23. m. 4. u. a. m. Darauf folgt die Schaar der Klagefcauen mulieres praeficae, welche gedungen waren um Heulen und Weheklagen anzustellen nania lessus, diese machten zugleich die Mimen Moed Katon x. 3. m. 8 — 9. (b) dann folgten die Trauernden mit verhülltem Kopfe und zerrissenen Kleidern, Moed, Katon 45, hinter denselben die Leichentrager. Nach dem Sarge gingen die, den Verstorbenen zum Grabe begleitenden Frauen (c) und den Schluß machten die Männer, Sanhedrin 20. — Wenn der Verstorbene einiges Verdienst hatte, wurde ihm eine Leichenrede laudatio zu seinem Lobe auf öffentlichem Platze der Stadt bei den Römern auf dem Forum, wo der Leichenzug stille stand., gehalten, Moed Katon 27 p. 3 in. (d) Nach geendigter Leichenrede wurde der Leichenzug an Ort und Stelle fortgesetzt. — Wenn die Beisetzung geschehen war, empfahlen sie sich beim Weggehen mit den Worten ttfeiaa Moed Katon 29. Die Römer nahmen, nachdem sie den Verstorbenen mehrmahl nach einander bei seinem Namen gerufen hatten, mit den Worten d) Ihre Trauergesänge waren von zwiefacher Art und Yjjpy sangen alle zugleich mit einer Vorsängerin. Die Minen waren (T2) (bä"ü) ’ DlV’p* (i? b$) Mord Katon 3». p. 8—9. m, c) Welche auch in manchen Orten vor dem Sarge gingen, Sanhedrin 20. d) Es ließe sich vielleicht aus der Stelle ’p'lWIN *piS T\12 vB M2N, Derachot 4., darrhun, daß sie.einen ArchimimuS hatten. ave, vale gleichsam Abschied von ihm, und nach der Beisetzung empfahlen sie sich mit dem Spruche: Sit tibi terra levis. — Wenn die Freunde des Beerdigten vom Grabe nach Hause kamen, hielten sie, auf ihre Veranstaltung bei den Leidtragenden, ein Leichenmal, wo sodann bei dem Tischgebete gewisse Formeln beobachtet wurden. Die Gäste saßen ebenfalls, wie der Leidtragende, zur Erde, und der Trauernde, ohne Rücksicht des Ranges oder Alter, hatte den Vorsitz oben an. Kesubot 69. Semachot. (e) — .Bei den Hebräern wurde nicht, wie bei den Römern, in den folgenden acht Tagen bei dem Grabe noch gewisse Trauecfeierlichkeiten begangen, sondern blos in den ersten drei folgenden Tagen wurde das Grab, oder vielmehr der Entschlafene besucht. Semachot. (f) — Bei den Römern geschah die Reinigung, so bald-die Beisetzung geschehen war, indem ein Priester mittelst eines Oliven- oder Lorbeerzweiges die Anwesenden mit reinem Wasser aqua pura, lustralis dreimal besprengte. Bei den Hebräern geschah die Reinigung bei allen Personen, die mit dem Tobten in Berührung gekommen waren, erst am dritten und siebenten Tag mit Reinigungswasser naüfi und anstatt des Oliven- oder Lorbeerzweiges wurde Vsopkraut genommen, Num. 19. — Die Trauer wurde längere Zeit fortgesetzt: Eltern um Kinder trauerten 30 Tage, Kinder um Eltern ein volles Jahr. Während dieser Zeit der Trauer hielten sich die Hebräer wie die Römer zu Hause, gingen zu keinem Gastmahle * und wohnten keiner Lustbarkeit bei, Moed Katon 22. Auch legten sie jede Art Schmuck ab, schoren weder den Bart noch Haare, proinittere capillum ac barbam, und ließen diese fliegen. (g) Doch konnten die Hebräer sich Bart und Haare schneiden lassen TTors 12 Zur Erinnerung des Verstorbenen wurde auf den Grabstein ‘prs, U5S2 , cippus eine Grabschriftgesetzt. — Das Verbrennen der Leie) Als sie aber ausarteten, und statt ein Trauerein Freudenniahl hielten, wurde dieser Gebrauch abgestellt. l) Dieser Besuch hatte wahrscheinlich nur die Absicht zum Grunde, um zu sehen, ob der Bergesetzte nicht wieder inS Leben kam, wie von solchen Ereignissen dorr erzählt wird, Semachot. Freilich stand einem solchen Elenden in ■prDiis Beigesehten und wieder ins Lebengekommenen mehr Hoffnung zur Rettung übrig, auch konnte man mit der Beisetzung schneller zu Werke gehen, und das wärmere Klima forderte es auch, wie aber bei uns? Wozu frommt der dreitägige Besuch, da das Grab Ellenhoch mit Erde bedeckt ist? Warum nahmen wir keine Rücksicht auf Umstände und Ereignisse? O gesegnete Gemeinde mit einem Leichenhause! — x) Die Griechen hingegen schnitten im Schmerze ihre Haare, und schoren den Bart ab. Die Hebräer schienen ihre Haare nach Art der Römer getragen zu haben,. Makot 20. 2., daher kam eS auch, und gegenwärtig noch, da im Allgemeinen die Haare kurz getragen werden, daß sie in Trauer weder die Haare schneiden, noch den Bart abnehmen. Hieraus ließen sich die Streitigkeiten des Herrn Hirsch und Herrn Kohn in dieser Hinsicht leicht beurtheilen.

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