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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-08-03 · Heft 83 (3.8.1839) · p. Seite 383

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 83 (3.8.1839)
Date
1839-08-03
Page
Seite 383 (sequence 11)
Language
German
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383 ■Gips 'Tun '22*> ‘jrau '-1181 ma '1121 la^an; hierauf 7i2'2ti 1-2 nebst Pesukim anfangend Vi2>2 *p, Aschre, halber Kadisch. Ruf des Vorbeters: 27iN2i 21NN1 1272NM. Zn der Lefilla stimmt t “jma 7in8 (das bis zu 128 ii2 u. s. w. im sefardischen Ritual fehlt) mit dem germanischen Machsor; aber es fehlen die Worte 12'T piaw Vina, und statt ril)28 1128 heißt es: ni»K 1122‘2 ns '12H. Hinter "jb 1728' '52 ist sibsn N52 noch hinzugethan. Das 7128 '2 wird am Ende des xibi27i lins nicht noch einmal rezitirt, sondern statt dessen *p2ib i'7r\ Zn die laure Tesilla wird der Silluk 12N 't228 eingerückt, worauf, wie früher, die Keduscha Keter und die Fortsetzung mit El erech apajim u. s. w. nebst den Selichot 1) 'N72ip 7J7222 S. in vier Strophen, 2) 18722 2'7ib8 in zwei Strophen, 3) Tiiprii N'1N8 in drei Strophen, 4) ii^- 8112 b8, einige Zeilen, oder 7ii2'^'i2727i von Zsaac, El melech, die 13 Middot. Pesukim, Rachmana's wie an den Bußetagen, 12112 1282N u. s. w., sieben mal v'ii^87i 8i7i '7i, und die Tefilla nach der bei der früheren üblichen Weise fortgesetzt und mit Kadisch beschlossen. Es folgen: Magen 21Ü1'71 1118, Mechaje N21' '222, Meschalesch 112-P1271 '^'8, Tochacha imöTi .11^-72 -p-272, worauf Kol mebasser, vier Strophen (82722 2"N) endigend mit Mebasser weomer; zum Schluß wiederum Kol mebasser und ganz Kadisch. Ein Posaunenstoß und der Vers Ps. 47, 6 verkünden den Beschluß des Festtages. Es folgt sogleich Wehu rachum, Maarib, die Tesilla, Kadisch, Barchu, Alenu. — Purim. 1) Vorabend. Rach dem Abendgebet und beim Hinaufgehen auf die Bühne werden Verse rezitirt/ N12' 2721' anfangend; der Benediction vor der Vorlesung des Buches Esther geht Joseph b. Zsaac Kimchi's b27i 112' voran. Auf die Lectkon folgen: pTi 1118, ri8 2irrupl2,* Abraham b. Efra's 71^272 '8iip, Weatra Kadosch. Ist der Abend ein Sabbat-Ausgang, so finden für die Habdala folgende Piutim statt: zu fc'iiTr'b: die Meora tpK niö st (s. Pesach); vor dem Segenspruch über den Wein: ^8Tb' 112 b8 ^128; vor dem über das Gewürz: '82 182; zu 128N'11872: .bin« “,22; zu b'i2727i ein Piut von Abraham: “pmi V22 -J81P8. — Der Zusatz n'iöJPSö 2'22, welchen der spanische Ritus am Ende des Al hannissim hat, findet sich in den alteren provenzalkscken Machsorim nicht. 9kur beim Tischsegen werden hinzugesetzt: ilb2 bl127l ^72Äb 711121 8^81 22 2712- 71"2-1. (Fortsetzung folgt.) C o r r e s p o ri d e n z e n. Danzig, Zuni. Danzig trat eigentlich noch niemals hinaus vor da- Forum seiner Mitbrüder, und wenn auch hin und wieder einzelne Züge daraus bekannt sind, so reichen sie alle zusammengenommen doch nicht aus, auch nur ein skizzenhaftes Bild davon zu geben, was der Zweck dieser Seilen sein soll. Vor Allem sei die Bemerkung erlaubt, daß man überall und immer von dem Rückstände der. Danziger Juden vyr ihren deutschen Glaubensbrüdern, ohne auf etwanige Gründe zu sehen, mit einer gewissen Lieblosigkeir zu reden gewohnt war, als ob sie sich ihr Schicksal hartnäckigerweise selber so gebildet hatten, wahrend dem doch nicht so ist. Die Entwickelung der jüdischen Interessen in Danzig ist eine historische, sie ging immer gleichen Schritt mit der allgemeinen Civilisation der Stadt, und die Civilisationsgeschichte der neuesten Zeit zeigt genugsam, wie wenig Recht man hat, von Danzig redend, die Juden allein als den Träger geistigen Rückstandes anzusehen. Während im ganzen Westen und Süden Regungen und Bestrebungen aller Art den Boden überwucherter Herkömmlichkeit immer urbarer machten für zeitgemäßere Erzeugnisse, während dorten die Schranken religiöser Unduldsamkeit immer mehr und mehr zusammenbrachcn, standen die Bewohner Danzigs noch in ihrer alten Stabilität mit dem Gesichte nach Norden gekehrt, und schauten in daS Baltische Meer hinein, wie in den Tagen der Hansa, und hinter ihrem Rücken wurde oft ein Spiel getrieben, das an die Tage der Inquisition zu erinnern vermöchte. Diese Bemerkung ist historisch wahr, und mag zeigen, daß man einmal klagend nicht die Danziger Juden, sondern Danzig anzuklagen hat. Die jüdischen Bewohner Danzigs sind ein wahrhaftes Epigonenvolk, das noch heute zu zehren hat an den Sünden der begrabenen Väter und einer begrabenen Zeit. Die Väter selber waren unschuldig; — der Fluch der Geschichte hatte ihnen eine Schuld aufgeladen, die sie, im Unvermögen selber zu tilgen, forterben mußten auf ihre Kinder; und dieser Kinder — der heutigen Juden Schicksal ist cs, sich von den Fordrungen der drängenden Zeit mit einem Male frei zu machen; mit einem Male — denn die Schuld ist längst verjährt, und der Zeit läßt sich nichts abläugnen. Danzig so in historischer Unbefangenheit angeschaut, wird auch reingewaschen werdenvon einem großen Theile derjenigen Flecken, die der Lieblosigkeit oder Unkunde vornehmlich als VerdammungSwaffen dienen. Vor dem letzten Europäischen Frieden wurden in Danzig selber keine Juden geduldet, sie durften sich nur in den Vorstädten aufhalten. DaS ist ein historisches Moment, ein Fluch der bösen Zeit; und was war zu thun, da er nicht abzuschütteln war, so mußte er getragen werden, wie eS eben ging. Die zahlreichen Juden um Danzigk, in vier weit von einander gelegenen Vorstädten zerstreut, waren gezwungen sich zu vier von einander getrennten Gemeinden zu constituiren. In der Stadt selber aber, in deren einer Straße (Breitegasse) die Ansässigkeit gewisser Juden statthaft war, bildete sich eine fünfte: diese Markirung der confessionellen Unterschiede durch Mauern und Stadt-Thore hat eine zwiefache sehr bedeutsame Folge gehabt: ein Mal hat sie ihre Spuren noch bis in das heutige sociale Nebeneinander beider Confessionen hineingetragen, was natürlich ist; und zum andern Male hat sie auf die Gestaltung der jüdischen Interessen insbesondere bedeutenden Einfluß geübt, was aber zu beweisen ist. Die Thore wurden nach dem Kriege geöffnet. Alle Juden DanzigS wurden von ein und derselben Mauer umschloffen, aber die Mauer war auch daS Einzige was sie mit einander gemein -hatten. Die größte Forderung welche die Bildung nach irgend einer Seite hin machen kann ist wohl die, das Partikulare zu negiren und dem Interesse des Allgemeinen zu opfern. Diese Forderung kann aber billigerweise nicht dahin gerichtet werdenwo die Menschen noch zusammengekauert liegen in ihrer socialen

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