Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 83 (3.8.1839)
- Date
- 1839-08-03
- Page
- Seite 380 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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380 schaftlkche getrieben habe, so bedenke derselbe doch, daß man , zweimal das, was man Schmerzliches empfangt, fühlt, wahrend man kaum empfindet, was man den anderen Leides zugefügt. Dort verletzt ein Nadelstich und macht dem, der ihn empfängt, laut aufschreien, der hier nicht einmal weiß, wie tief die Wunde brennt, die sein vergiftetes Messer geschnitten hat. Und dann sind wir aus der Zeit heraus, da wir den Fußtritt nur mit einem „Bitte um Vergebung erwiedern durften. Die Autorität eines viel belobten Philosophen hat uns keinen Augenblick geblendet, und wird uns nicht abhalten, ihm einige Worte' aus der Nähe oder- Ferne zuzurufen, die seinem Ohre nicht so lieblich klingen, als die unverdienten Liebkosungen einer ihn umschmeichelnden schwachen Menge. Darauf kann er mindestens ganz sicher bauen, daß es mit diesen Ernst ist — so Ernst, daß er wünschen mußte, die Süßigkeiten seiner schmeichlerischen Schaar seien eben so aufrichtig gemeint, als meine Bitterkeiten. Von meinem geneigten Lesern nehme ich vorläufig Abschiede Hoffentlich begegnen wir uns nächstens an diesem geistigen Vereinigungspunkte der edleren Strebungen in unserem Volke wieder. Noch manches liegt mir auf dem Herzen, das ich dem Genossen gern mittheilen möchte. Vielleicht giebt es ihm einigen Stoff zum Nachdenken, einiger Sporn zum Handeln, einige Kräftigung im Ertragen. Es giebt im deutschen Vaterlande noch mancherlei, und vielleicht noch manches Jahrzehend für uns zu tragen, und es die höchste Zeit, daß wir mit freudiger Entsagung das entbehren lernen, und wissen, zu was Ende wir es freiwillig entbehren, was uns eine, das Recht überherrschende, Gewalt aus kleinlicher Zaghaftigkeit noch länger verweigern zu dürfen glaubt. Theologi e. Ritus der Synagoge von Avignon, beschrieben von Dr. Zrrrrz, in Berlin. (Fortsetzung.) 2) Schacharit. An der gewöhnlichen Stelle vom Nischmat beginnt der herrliche schon von Charisi gepriesene Seder Mose b. Esra's; er ist der Verfasser des ganzen > Piut dieses Gebelstheiles, nur an einzelnen Stellen unter- | brochen von Poesien von Jsaac, Gabirol und Abr. den Esra. Jntroduction: NASI Tibs Tsb r»n«ain tnn73s pnp J-itn D'-O'iS KÜD"* T1273 222 ''bis s-nüpi tnbb22 2", td 2TS nb bd .iT3?P nbsn rns'-ip ira n2s bsva Der Seder selber hebt hierauf' an mit den Worten: 5T2n2i bnbnna, "cs 222S und schließt nach einer an die Seele gerichteten Anrede — deren erste Worte ''vnv an R. Bechai's bekannte Tochacha erinnern — zunächst mit folgenden Worten: pivvsi isSa b^si ■'öös sbsi ^sn rjiss pm /s-ib tnös *>b2 irms wr -no« ^22 pws ^bip -,2ns Nun folgt die variirte Vidui von folgendem Bau: W22P3 ^S2N ns "FSt» TS Tisam .*»nS2t1 b2S /rsb üüjs üm •»atijs mnn ^bi T-1722S bis Die ursprüngliche Vidui, die aus den je ersten Versen zusammen zu stellen ist, hat ganz die Gestalt wie bei Abudraham und dem germanischen Machsor. Nach deren Schluß wird fortgefahren mit: Tinr T12 'n!in2i 7 2VP osttsi den Pesukim *>snp3 und der Bakascha vT 'n rtsnn ^in2s ‘■yb. Es folgt der Reschut in 56 Strophen, anfangend: w bn ■»nbs und endigend in bv nmüai} jeder ungeraden Strophe gehen die Worte *yb nTnnb üips, jeder geraden “’s rna’is voran. Dann Nischmat bis £TT72, wo das poetische Nischmat in 17 Strophen einfällt, anfangend: vT^urs "ivTv -NTT' na©: DTavtaa ürpb2 nT-nb Tpi bs bs nsi nvnn ns Für Sabbat ist ein besonderes in vier Strophen: n>222 222n2. Nach dem Jschtabach das Jozer snT bs ö^ribs worauf das gewöhnliche Jozer und die Tefilla. In die laute Tefilla werden nur Silluk und Selichot eingeschaltet. Der Silluk von Mose besteht aus verschiedenen Theilen: a) bs sm-ii bs endigend snTtn, b) mns sna (wie der vorhergehende Theil geschlossen, und so auch bei den folgenden), endigend 2222b, 0) 22273b, endigend N2 am, d) sb nr> ^b'an Töb ^nn^2, schließend — wie jede einzelne Strophe mit "sb2 — -jba vrnp2i, e) "yba wnp2 bis vanp T", f) '2^ps iLp.. Die Selichot werden nach den Worten pinan 'ln Tsb rezktirt. Auf El erech apajim, die Middot und Tpd u. f. w. — die ebenfalls mit inNlln schließen — folgen: 1) ynsn bv> 221*2 S. von Gabirol, 2) vnpn NL-,ni T., 3) npvv npvv S., 4) -peb hsnv®. von Jsaac, 5) ütsi bv2 snT S. von Mose b. Esra (wird am Sabbat überschlagen), 6) bs n^vb twr S. für Sabbat, von demselben, 7) VTS Ni S. (Jsaac),