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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-08-03 · Heft 83 (3.8.1839) · p. Seite 375

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 83 (3.8.1839)
Date
1839-08-03
Page
Seite 375 (sequence 3)
Language
German
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575 ^verboten sein, sie schriftlich und mündlich so zu benennen? Es ist wahr, ich bediene mich öfters dieses Ausdrucks asiatique, um zu erinnern, daß viele Formen unsres Kultus diesen Ursprung haben,, und in Europa nicht erhalten werden können, ohne unsrer Religion zu schaden. Ich beeile mich, zu sagen, daß sie vollkommen bewahrt und beobachtet werden können durch solche Menschen, wie der Rabbine von Oldenburg, führend ein strenges, zurückgezogenes, ascetisches Leben, aus dem Talmud und seinen Zugaben die ausschließliche Beschäftigung seines Lebens machend; * Herr; Hirsch kann Formen annehmen, wie er will, und waren sie vor 3000 Jahren entstanden auf den Hochebenen der Kordilleros, im herecynischen Walde, in den Schluchten des Himelaya. Aber gilt dies auch für Kavallerie-Kapitäne, für Fregatten-Lieutenants, für Brücken- und Wege-Ingenieure, für Jnstruktionsrichter, für königliche Notare, für Professoren der Universität, für dramatische Künstler, für Schirrmeister und Kutscher und Wagenauflader? Alles dies sind wir in Frankreich, können diese auch alle alten For- .men bewahren? Augenscheinlich: Nein! das wird jeder vernünftige Mensch zugestehen. Aber Herr Hirsch kann fragen, warum übernehmen Israeliten solche Aemter? Ich bekenne offen, ich weiß dieser Frage nichts zu antworten. Die Herren Rabbinen, deren Mcinü'ngen Herr Hirsch mit Talent vertritt, würden einen großen Dienst erweisen, wenn sie eine Liste von allen den Gewerben und Standen entwürfen, in welche Israeliten, die Bürger geworden, ihre Kinder eintreten lasten können, ohne den Kultus, so wie ihn die Rabbinen fasten, zu verletzen. Ich babe eine solche Liste von den französischen Rabbinen zum ersten Male im Jahre 1836, in der stegeneration, einem Journal zu Straßducg, welches zu erscheinen aufgrhört hat, gefordert. Ich habe nichts erhalten. Vielleicht bin ich glücklicher bei den unter- . richteten, arbeitsamen Rabbinen Ihres Vaterlandes! Diese Liste würde uns Franzosen, die wir schon Bürger sind, von sehr großem Nutzen sein, und mögen wir hoffen, daß sie es nächstens für alle unsere europäischen Gtaubensgenosten sein xwird. Es ist dies der heißeste Wunsch eines Mannes, den Ihr Korrespondent als einen heftigen Feind der Synagoge "bezeichnet. Diese Apostrophe hat mich wahrhaft zum Lachen gebracht, und ich danke ihm dafür. Cs ist eine süße' Sache um das Lachen." „Gestatten Sie rc. rc. Paris, 10. Juli 1839. Tsarphatk. —. Die Redaktion muß es zuvor Ihrem Korrespondenten ^u Metz überlassen, ob er gegen diese Erwiederung des Herrn Tsarphati Einwendungen zu machen. Bisch heim (bei Strasburg), 24; Juni. (Privatmktth.) Wiederum ein Beweis des wahrhaft liberalen Systems unserer Regierung! Die israelitische Gemeinde von Bischhcim, fast ausschließlich aus Armen bestehend, hat seit einem Jahre dahin zu gelangen gesucht, eine neue Synagoge zu bauen. Denken Sie, welchen Opfern diese Israeliten ausgesetzt waren, und welchen Entziehungen sie sich zu diesem Zwecke unterwerfen mußten. Siehe da, ein Schreiben des Präfekten an unser Konsistorium, welches dies letztere uns mitgetheilt, zeigt an, daß. der Minister des Innern unserer Gemeinde als Unterstützung zum Bau eines Tempels eine Summe von 1000 Fr. bewilligt hat. Das Muniztpal- Conseille hat außerdem schon vor einem Jahre eine fast gleiche Summe für den gedachten Zweck volirt. Ingweiler, (Arrond. de Saverne, Dep. des Niederrheins), 17. Juni. (Privatmitth. Versp.) Der Eifer, der ^L>ie belebt, für Alles, was die Schulbildung unter unfern Glaubensgenossen befördern'kann, vereinigt mit der Unparteilichkeit, welche alle Artikel der Allg. Zeit. d. Jud. an den Tag legen, ermuthigen mich, Ihnen die Abschrift zweier, von unserm Konsistorium ausgegangenen Schreiben zu übersenden, welche die Sorgfalt dieser Behörde für die geistigen Interessen ihrer Anvertrauten beweisen. Sie erlauben mir aber zur Einleitung einige' erklärende Worte. Nach dem 9. Artikel des Gesetzes vom 28. Juni 1833 ist jede Gemeinde verpflichtet, wenigstens eine Prrmairschule zu unterhalten. Aber in dem Falle, wo die Lokal-Verhältnisse es erlauben, soll die Geistlichkeit besondere Schulen errichten können, welche einer der vom Staate anerkannten Glaubens-Parteien gewidmet wären. So hat überall, wo eine beträchtliche israelitische Bevölkerung existirt. die Regierung, immer von den Ansichten allgemeiner Duldung geleitet, für nothwendig erachtet, diese mit einer Specialfchule zu versehen. Diese Schule genießt, ohne eine Ausnahme, aller der Vortheile, welche das Gesetz den öffentlichen Schulen bewilligt. Die Gemeinde von Ingweiler. besitzt unter diesem Titel eine sehr gut geleitete israelitische Schule. In jedem Arrondissement ist ein oberes Comkte zur Ueberwachung der Schulen eingesetzt. Dieses Comite, zusammengesetzt aus den höchsten Notabilitäten, sowol der Magistratur als der Administration, zahlt in seinem Schooße einen Pfarrer und einen Chorführer der anderen,-durch das Gesetz anerkannten Culte. Fast alle von einem Geiste der Duldung für .die Israeliten belebt, machen die Comites fortgesetzte Anstrengungen, um die Zahl unserer Schulen zu vermehren. Dies ist der Stand der französischen Gesetzgebung über den Primair-Unterricht. Ich füge noch zu weiterer Belehrung das hinzu, was über die israelitischen Schulen das Annuaire du Jks-ilhin, ein jährlich unter den Auspicien der Präfectur erscheinendes Werk, enthält: „die neue Gesetzgebung über den Primair-Unterricht hat glückliche Veränderungen in der Ausnahmsverwaltung (regime exeeptiounel), unter welche hie israelitischen Schulen gestellt waren, hecangebracht. Viele von ihnen sind von dem Herrn Minister des öffentlichen Unterrichts unter dem Titel von Gemeindeschulen autorifirt,. und genießen aller der Vortheile, welche ihnen das Gesetz vom 28. Juni .1833 gewährt. Ihre Anzahl vermehrt sich, und ist nicht fern davon, -den Bedürfnissen der Bevölkerung zu entsprechen. Das Konsiftorium beschäftigt sich damit .mit Thätigkeitz unterstützt..auf" seinem Wege durch die Comires der Arondissemenrs und durch die höhere-Behörde können feine fortgesetzten Anstrengungen mit einem vollständigen Erfolge gekrönt zu werden nicht verfehlen." — Kommen wir nun zu dem speciellen Falle, welcher den Gegenstand dieses Schreibens ausmacht. Das Comite des Arondissements von Bouxweiler (Buschweiler), in dessen Kreis sich unsere Schule befindet, bemerkte ungern, daß

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