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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-07-20 · Heft 81 (20.7.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 81 (20.7.1839)
Date
1839-07-20
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Literatur. Archäologie. Homiletik. Erinnerungen gegen die in No. 12, 14, 18, 19 der Z. A. von M. Heß in Trier und L. Schott, Rabbiqe zu Rand egg, gemachten Bemerkungen zu meiner Volks- und Schulbibel, von vr. Gotthold Salomon in gtamburg. (Schluß.) Undeutsch und sinnlos nennt es Hr. Sch., daß ich Gen. 11 j 1 trnnia durch „einzelne Worte" übersetzt habe. Ich gebe zu, daß die Uebersetzung neu und frappant sei, aber ist sie undeutsch? ist sie sinnlos. Und was bedeutet denn wohl Gen. 27, 44 tmna heißt es dort nicht „einzelne Tage?" Der Referent' des 11. Cap. der Genesis will nämlich durch diesen Ausdruck die Armuth der Sprache um jene Zeit bezeichnen, und das thut er auf die treffendste Weise. Doch gewisse Personen bleiben gar zu gern bei der Oberfläche stehen, machen sich breit und lieben die Breite, ohne tiefer einzugehen. Aus demselben Grunde fällt dem Recens. die Uebersetzung des Wortes das. 4 auf. Die Bauleute sprechen nämlich von einem Thurm, den sie fertigen wollen, und dieser Thurm soll der tnü sein, den sie sich, machen wollten, er sollte ihnen zum Merk- und D enkzeichen dienen, daß sie sich hier zusammensi'nden wollten, falls sie zerstreut würden. Gen. 19, 2 soll verweilt („statt übernachtet") NNdeutsch und sinnlos sein. Iib oder *pb heißt aber ursprünglich weilen, verweilen, irg endwo bleibe-n, erst die secundaire Bedeutung heißt, die .Nacht irgendwo zubringen. Daher die nähere Bestimmung von Irrb^b an unzähligen Stellen in der Bibel. Gesetzt aber, ich wollte auch hier nicht auf meine Meinung bestehen, ist deshalb die übersetzte Stelle „Ich bitte, meine Herren, kehret doch ein zu dem Hause eures Knechtes, verweilet da" undeutsch und gar sinnlos? — Was mag dem Manne wohl deutsch und finnig heißen. Gen. 37, 21 ist ihm die-Uebersetzung: „Mit Nichten" wollen wir ihn tobten, undeutsch und sinnlos. Ich kann den Rabbinen zu Randegg versichern, daß Luther ein guter Deutscher war, daß er von allen deutschen Classikecn als eine deutsche Autorität angeführt wird, und dieser Luther übersetzt sehr oft die hebr. Negation 8b und zwar des besondern Nachdrucks halber durch „mit Nichten" wie z. B. Gen. 3, .4. Nun soll aber auf einmal die Redensart mit Nichten, nicht nur undeutsch, sondern auch sinnlos geworden sein!! Gott weiß es, Ihr Vosse und ihr Schlegel, was der Herr Rabbine zu Randegg aus euch noch machen totcb! — Endlich enthält die siebente Rubrik „Seltsames;" Wie hitzig und leidenschaftlich der Herr Schott das Rubriciren liebt, sieht man deutlich genug, denn er vergißt, daß schon die erste Rubrik „Seltsames" enthält. Es ist indessen dieser Zusaß oder Nachtrag eben so unhaltbar, wie alles Frühere, nur baß die siebente Rubrik — noch von größerer Unkunde zeugt. Es kommen jedoch, ehe man zum Resultat gelangt noch einige Nachwehen; es sollen sich nämlich in meiner Uebersetzung viele Ausdrücke gegen den Genius der deutschen Sprache auflehnen, (als wenn das nicht schon in die 6. Rubrik gehörte!) z. B. Gen. 1; 14 zwischen dem Lichte und zwischen der Finsterniß, obgleich das Wort ^2 zweimal ,im Texte sie- . het, und der Text ja übersetzt werden soll! Ein anderes Beispiel das. 16 „die zwei großen Lichter, das große... das kleine." Was soll der arme Uebersetzer aber mit dem Texte anfangen? Dann soll sich Gen.-2, 25 gegen den Genius der deutschen Sprache auflehnen: „Der Mensch und sein Weib." Sintemal es aber im Texte Ü28N und nicht heißt, muß es schon einmal gestattet sein, daß der Uebersetzer auch dem „Menschen" ein „Weib" geben darf. Ich rathe übrigens den Hm. vr. de Wette, der ebenfalls so übersetzt, unverzüglich nach Randegg zu gehen, und zu den Füßen des Herrn Rabbinen Schott — deutsch zu lernen. — Bei der Stelle Lev.-26, 11 fragt xHerr Schott ganz naiv: Ob Gott eine Seele habe? Als wenn man das nicht bei allen Anthropomorphismen in der Bibel fragen könnte? Sollen aber deshalb jene Ausdrücke unübersetzt bleiben? Sind Herz, Auge, Ohr, sehen, hören, riechen, zürnen, träumen nicht auch Anthropomorphismen? Dafür haben wir unser : tna. iss .‘piübs. irr-nn uw ' m nnuib. abs inbi ab' . Gesetzt aber das Wort 'wsd wäre durch ,^Seele" falsch übersetzt, lehnt sich deshalb der Ausdruck gegen den Genius der deutschen Sprache auf? — Doch genug, und schon mehr als genug von einer Kritik-

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