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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-07-20 · Heft 81 (20.7.1839) · p. Seite 352

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 81 (20.7.1839)
Date
1839-07-20
Page
Seite 352 (sequence 8)
Language
German
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552 schlagin lassen. Unverschämt! — Da kamen die Nimrode, das Geschlecht der Heroen, der Sonnenkönige des ganzen heidnischen Altcrthumes zu Tage, und selbst Alexander und Platon haben einen solchen Ursprung nicht verschmäht. Da hätten wir denn ein altes Erbeprincip; denn nichts war natürlicher, als daß die Kinder ihres Vaters Erbschaft antreten, wie dieß auch Herr Professor Heinroth in der Schrift: Grundfehler der Erziehung, Leipzig '1828 p. 377. 78 lichtvoll dargesiellt hat. Anders aber, soll ich sagen — bescheidner — tritt dieß Verhaltniß im Iudenthum auf. Gott ist zwar auch Vater, allein in ganz anderm Sinne, als ein leiblicher, als ein heidnischer — Gott ist mehr, ist Schöpfer, und hat in seiner Hand wie der Töpfer den Thon, sein Geschöpf. Allein von dieser Machtvollkommenheit ist beim Bunde mit Abraham keinesweges die Rede, und auf diese wird keinerlei Anspruch begründet. Nein! Ein Bündniß, auf gegenseitige Rechte und Pflichten, ein^ Contract social wird zwischen dem armen Emir und seinem Schöpfer geschlossen- und unter den damaliger Zeit üblichen Formen Rechtens. Dieser Bund wird erneuert und besiegelt am Sinai rc. Diese Weise darf man doch im Vergleich zur heidnischen Nobilitirung durch die directe Descendenz bescheiden nennen? Und sonderbar! Die Forderung der Zeit, das edle Gut des fceigeisiigen Wesens wird vom höchsten Geiste selbst anerkannt und legalisirt. Was sagen unsere trefflichen Politiker zu einem solchen Verfahren vor etwa 4000, vier Tausend! Jahre? Der zweite Rechtsgrund ist der, der Erwerbung, und darin wird der Sohn, der im Bündnisse eingcschlossene freie Sohn, ein Unecht Gottes. Gott hat ihn aus dem eisernen Ofen Pharaos, aus dem Haufe Der Knechtschaft und der Erniedrigung, arm und blos, mit verwilderten Sitten, losgekauft, und zu seinem Eigenthume gemacht, den freien auch erworben. Ach, und wäre nicht jener Knecht Gottes ein Allerweltsknecht geworden von dem ein Lammenais zu sagen sich unterfing: peuple, autrefois peupls de Diew, devenu, non pas le tributaire,!e serviteur d’uri autre peuple. niais Pesclare du genre butuain, qüi, inalgre son horreur pour toi. te nieprise jusqu’a te laisser vivre! Und der Knecht Gottes stand ^,wie das Schaaf zur Schlachtbank hingeführt, und wie das Lamm vor seinen Scheerer!" das hat dem Emir als er seinen Bund mit Jehova schloß wohl nicht geahnt, daß der Knecht Gottes zum Knecht jedes Lumpen herabzusinken pradestinirt war, damit was-- was soll ich sagen? — damit aus diesem Lump, nachdem er sich weidlich gütlich gethan und satt gescholten, ein Mensch erstehe! Das ist ihm gewiß nicht in den Sinn gekommen, daß nach etwa 4000 Jahren ein Professor Jenensis und großer Philosoph den einen-. Theil. jenes Berufes, nämlich der Schlächter des Opfers zu sein, übernehmen würde. War er es doch, der kn seiner Anzeige der RüHöschen Schrift erklärte, alle Maaßregeln gegen die Juden wären zwar „vortrefflich, dringend, nochwendig," aber zur Beschränkung ihrer Zahl nicht hinreichend-, „wenn wir nicht das Polrzeigesetz des Pharao nachahmen wollen, dem Moscheh^) seinen Namen verdankte." (Uebec die Gefährdung des Wohlstandes und Charakters der Deutschen durch die Juden, aus dem Heidelberger Jahrb. d. Lit. besonders abgedcuckte Recension. Zweiter Abdruck. Von I. F. Fries, vr. der Philof. und Medicin rc. Heidelberg 1816. p. 23). Ich weiß nicht, wie weit es unser Philosoph in der Religion seit jener Zeit gebracht hat; in jenem Schand- und Brandschciftchen ist von der Religion der Liebe nicht vieles zu bemerken; eine zwiefache Apostasie hat unfern Volksthümler und ehrenwerthen Philosophen in die politisch-industrielle Sphäre des Brodtneides, in den stinkendsten Schlamm des neueuropäischen kupfernen Kessels geworfen, und sein Motiv, Menschen zu schlachten ist kein anderes, als das, eines ganz gemeinen Schlächters; kein anderes, als-einzupökeln; er schlachtet oder läßt schlachten, um was dabei zu verdienen. — Oder sollte er jetzt andrer Gesinnung geworden sein? Wir möchten es gern glauben, allein woher sollten wir das wissen? Etwas kann man von den zwanzig Jahren hoffen! Das werden uns wenigstens beide Herren Recensenten zugeftehcn, daß wir jenen Titel des Volks Gottes, theuer bezahlt haben. Und ist denn noch heute dies Honorar abgetragen? Eine betrübte Ehre, die noch spärlichen Ersatz für die Gefahr des Postens, jenes verlornen Postens, der damit bezeichnet ward, gewährte. Warum mißgönnet ihr uns jene armseligste der Armseligkeiten; warum dem Geplagten seinen kümmerlichen Adelsstolz? Aber es giebt unter euch .noch härtere Recensenten. Es sind wirklich noch von. jenen Leuten vorhanden, die es vor Barmherzigkeit nicht aushalten können, wenn ihr Schlachtopfec unter ihrem Messer schreiet und röchelt, und deßhalb aus purem Mitleid ihm das Maul stopfen. O, der mitleidigen Seelen, denen unsre Klagen so disharmonisch in die Ohren klingen, und ihr musikalisches Schönheitsgefühl verletzen! Wißt ihr, was ei- ' ner der Euern von einer solchen Abneigung gegen derartige Klagetöne spricht? Ich denke, ich setze feine Worte in ihrer ganzen Fülle her; sie heißen: Io forbicLman to complain, Bemerke man die Andeutung, die in der Aussprache dieses ehrwürdigen Namens nach jüdischer Art in dem Munde eines Philosophen erhält; ich wette, man findet darin Etwas, waö an die Art der Straßenjungen erinnert!

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