Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 78 (29.6.1839)
- Date
- 1839-06-29
- Page
- Seite 71 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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71 s-ibp fti^s "pht “nn ‘) und ben Asm y"> *n'n i-!"n72Jib:2 iibp 'ttiJfcöb, so wird, um durchgehends strenge Gerechtigkeit anzuempfehlen, die Regel gegeben (Sanhedrin 8, 1) N872 bw 1^12 N221">2 b72) T*>n ^b2>, n^n 8S-p, und, um auch vor dem kleinsten Vergehen abzuschrecken, die Lehre ertheilt, es solle sich jeder immer vorstellen» als schwebten die Wagschaalen seiner Verdienste und Fehltritte unentschieden auf gleicher Höhe, und könnten durch die kleinste That zur Hinneigung auf die eine oder andre Seite bestimmt werden^). Endlich stimmten die Rabbinen auch der richtigen Ansicht bei, welche in unserem Paradoxon implicite enthalten ist, daß der eigentliche Werth der menschlichen Handlungen nicht nach dem Erfolge, sondern nach dem Willen und Sinne des Handelnden bestimmt werden MÜstcn, (nee eniw peccata rerum evenlu, sed vitiis lrominum m'etienda sunt c. i, 20) und daß die Absicht, nicht die Folge einer That diese zu einer guten oder schlechten stemple3). So sagten sie in Beziehung auf gute Thaten (Sabb. 03,1. Berach. 6, r D2821 7112272 ni72)2>b stan ib*»sK 7i872)2> ib«5 mnsn v>b2> s-!b*72 mji 8bi, und auf schlechte") (Ioma 29, 1) '"i^2i2>72 irriwn ‘'"hTTiTi, tveltym Worten ich mit Maimuni (More Nebuchim 3, 8) eine moralische, nicht, wie Raschi in seinem Commentare, eine medicinische oder vielmehr makrobiotische-Deutung, unterlege. Levi: Du hast dieses Paradoxon auf eine Weise auf-' gefaßt und auseinander gesetzt, durch die es alles Anstößige verliert, und seine Auffindung im Talmud sehr erleichtert wurde, allein ich darf um so weniger etwas dagegen einwenden, als ich ja selbst, sobald unser Gespräch auf diesen Gegenstand kam, die Bemerkung machte, es finde sich eigentlich nichts Paradoxes in den Paradoxen. So wende dich denn nun zu der letzten Hälfte derselben; das vierte lautet: c'Oti 7lüg acpQiov (.tahnai. Moses: Es' ist dir gewiß bekannt, daß den Stoikern als acpgcüv der Mann galt, dessen Vernunft nicht seine Gemüths-Bewegungen und Affekte beherrscht, dessen Seelenspiegel nicht klar erhalten, sondern von Verirrungen und Leidenschaften getrübt wird s). Sie verstanden also darunter weniger den eigentlichen Thoren, als den Leidenschaftlichen, den Sklaven seiner Lüste und Begierden — den Sünder b). Von diesem aber sagen auch die Rabbinen, daß er nicht recht bei Verstände sei, und eine Art Narrheit, Wahnsinn sich seiner bemächtigt habe7). Die weitere Ausführung Cicero's brauchen wir bei diesem Paradoxon nicht im Auge behalten, da sie offenbar nicht zur Erklarung desselben gehört, sondern nach Einigen ein Theil des 1) Vergl. (Menach. 44, 1) imst» bs ^b *p8 'jna "1728 27i'bbi trfea stotö irw V8iz) trrinä rnirötü iibp. 2) (Kiduschin 40, 1 ib825 172)L2t VN8 übl2?b "Ul '1221 T'xm mn rasn. 3) Vergl. Garve's philosophische Anmerkung u. Abhandlung zu Cicero's Bücher von den Pflichten I- S. 17—30. 4) Nur vermöge der göttlichen Gnade wird die nicht zur Ausführung gekommene schleckte Absicht nicht bestraft. 5) fßergl.Stobaeus ecl. eth. p. 179ff. u. Diog. Laert. VH, 119ff. 6) Dies gebt ganz klar auö dem fünften Paradoxon hervor, dessen letzte Hälfte bei Cicero xcä neig uepgav dovXog, bei Laertins (Zeno p. 193 ed. "Menag.). flbcr rovg cU (pavlovg üovXovg lautet. 7) (Sota 3, 1) d222 5"88 "1212^ ÜN8 1^8 ">728 VH H1Ü7D Nil ia. Beweises für das fünfte Paradoxon ist*), nach Andern aber den Beweis für ein besonderes, verloren gegangenes Paradoxon liefern soll, dessen Inhalt etwa mit den Worten otl 7rag u(fgtop (pvyag stultos esse exules bezeichnet werden könnte.' Gab es nun wirklich ein "Paradoxon, das also lautete, so könnten ihm die Worte aus der letzten Mischna des ersten Abschnitts von Kiduschin an die Seite gestellt werden: 8'<ta 8bi '271)7221 8bi 'NP722 8b b3 2ll7ö''t"j 172 12*>8 1 2). Es bleiben mir nun noch die zwei letzten Paradoxa übrig, welche beide von den beglückenden Eigenschaften des Weisen' handeln, also gewissermaßen zusammen gehören. Der Inhalt des fünften: r,ÖTt (.iovog o aoqog iXtv&egog, xui nag acpgiov öovXog ist fast buchstäblich in dem von mir schon angeführten Satze rfrö pDi2?72) 172 8b8 12 ^b F8 wiedergegeben3). Die Summe der Beweisführung aber, welche hier um so leichter ist, als man ohne große Mühe begreiflich zu machen vermag, daß der Sklave seiner Lüste kein wahrhaft freier Mann sei, finden wir in anderer Form, aber doch in gleicher Bedeutung in den Worten (Abot 4, 1) l")^ D8 12)2112577 "n2i)i 12TP8 enthalten 4 5 6). Jeder Andere also,- jeder, der seine Begierden nicht zu zahmen vermag, und wäre er auch Eroberer großer Städte und Gebieter über sie (vgl. 0. II. 36 at smnus, inquiunt, civitatis principes und 37 magna tellagessi, inagnis imperiis et provinciis pvaefui) ist kein Held, kein Herrscher, kein Freier. Die folgende Gnome in dem Ausspruche des Ben Soma lpbN2i N7217LN "P72)2> IW« (vgl. Parad. VI, I, 43 anirnus oportet tuus te judicet divitem sqq.) bietet mir NUN gleich eine Parallelstelle zu dem sechsten Paradoxon: "Oti (.tovog o (Tocpog nXovtnog, die um so adäquater erscheint, als (nach Abot VI, 6) diese Zufriedenheit mit dem Seinen eine Bedingung zur Erlangung der Tora ist. Es muß also schon der, welcher nur zu deren Besitze gelangen will, ein ipbfiU 7172172) und somit reich sein. Wir finden den Satz aber auch ganz einfach und deutlich, nur unter anderer Fassung, in den .Worten ausgesprochen (Nedarim 41, 1) 8b8 v« ' l^pps): Die Rabbinen strebten denn auch nicht nach Reichthum, von dem sie die richtige Meinung hatten, daß er Zeit und Thatigkeit des Menschen zu sehr in Anspruch nehme, um dem eifrigen Ringen nach Erkenntnkß und Tugend nicht hinderlich zu sein, sondern begnügten sich mit einem bescheidenen, stillen Loose, und zogen ein solches dem schimmernden Genüsse des Reichthums vor. Ja sie behaupteten, ein kümmerliches I) Dies behauptete zuerst Scioppius in f.elein.phil. mor. p.77. , 2) Maimuni in seinem Commentare zur Misckna bemerkt bei d. St. wütiTib b^8 übi2>77 12 ribbln ytvD N^-Mb nbsnn ülp72 7i ya was in der That so viel sagt, als Cicero's ganze mit großem Wortgcpränge ausgeführte Erklärung. 3) Vergl. (Abot 3,5) y^_^72 min bl2> r»b* bäp72rt b2 12lL"I 7l72)2t - Und (2, 4> '797 bl2>l Nl2sb72 bl* 12727) 'iDl ^212125, wer also -verfährt hat allein die Übertas i,. e. potestas vivendi, ut velit, denn er will nichtsals was er kann und darf. 4) Kergl. Hör. Satyr. lib. II, 7, 83 quisnain igitnr über? sapiens s i b i q u e i m p e r i 0 s u s. b) Vergl. Parad. VI. c: I, 44. animus hominis dives, non arca appellari solet. S. auch Sanhedr. 24, 1. ni^A ^872 nun nm,"