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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-06-27 · Heft 77 (27.6.1839) · p. Seite 311

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 77 (27.6.1839)
Date
1839-06-27
Page
Seite 311 (sequence 3)
Language
German
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311 hätte darstellen mögen, wenn:nicht: auf:ihrem. .Wege, /.v'öp dem- Ideale durch! die' chidecftcebende -.'Materie, -Und .durch ablenkende, hemmende Einflüsse von außen, so viel verloren gegangen wäre. Dies Verloren-gegangen kann der gute Künstler gewissermaßen, . wie einen Torso, restauciren/: er« ganzen, daß ec Hand und Fuß bekömmt, wie man sagt. Er ergänzt es. im, Sinne Lessing s und faßt sich ein Extract, eine Idee, wie. ssein Vorbild wol hatte sein, können, sein müssen, abgesehen von allen: Hemmungen, und nun geht ec ans Malen, und 'malt — abermals unter Hemmnissen — ein noch weit unbefriedigenderes, ja, leeres Bild, wo er nicht mehr, als sein Ideals wo: er nicht vom lebendigen Vorbild soviel hineintragt, daß: ein jeder das Individuum darin wieder erkennt, nicht bloß jenes Abstractum „nach der Idee." Während also aber dem Maler Conti immer noch ein Residuum jener Driaden der plastischen Natur -— wenn es eine solche giebt;— vor Augen steht: so fehlt dieses unserem Neligkonskünstler ganz und gar. Hier wird alles in Einer Person vereinigt, Vorbild, und Nachbild, Urbild und Erscheinung. Es ist ja die Religion aus der Sphäre des Geistigen^, das die Eigenthümlichkeit hat, daß Begriff und Sein in ihm zusammenfällt, Denken und Gedachtes. Die Idee der Religion ist die Religion selbst, und was derselben vom Aeußerlichen . noch anhangt> Ner Cult, ist ein durchweg zufällig Bestimmteres, oder eine seitwärts liegende Ausstrahlung derselben, eine^ bloße Umkleidung, eine Hülle, die nicht selten mehr verdeckt als offenbart, oft selbst überdeckt und alles Schöne verbirgt. Der Maler hatte, wenn auch nicht das Urbild selbst, iw dessen Geist er sein Gemälde darstellen konnte, doch eine lebendige Offenbarung jener Idee; wo aber wäre ,in der Religion ein Gleiches aufzusinden? Gesetzt, man wollte die geoffenbarte Lehre,, das heilige Buch der Offenbarung, als ein solches Abbild der Idee geltend machen: so würde die nachahmende, ich möchte sagen, die künstlerische Nachbildung in zweiter Descendenz fehlen; dieß Wort selbst wäre und bliebe die Idee, oder „nach der Idee" zu der sich bei Mensch ganz leidend *) verhielte, und kn ihm hätten wir ein Analogon des Originals des Malers, zu dem dieser ein Ideal findet und durch Ergänzung darzustellen versucht, das er aber selbst erst von außen h^r empfangt, d. h. wir hatten an ihm eine Offenbarung im strengsten Wortsinn, und gegen die Annahme unsers Recensenten, der diese als was Außerwesentliches angesehen wissen mögte. Bei °j In der Art leidend, wie daö Lernen sich zum Lehren verhalt , das Borgen zum Leihennicht wirklich passiv, wie lehren - zum belehrt werden, oder leihen zum geliehen werden. diesem2 geistigen OrkgiM würde, YW,. 4ertjaia co.^- paraüvni?O.hstr,-<tzuxchausnicht. Aufzusinden jrst,-^pas^nach der Idee" das Ideal also, das dem Menschen vorschwebt, mit seinem Gegenstände einerlei sein,, und das Menschliche wäre mit dem sogenannten Göttlichen durchaus eins und dasselbe. Auf ein solches Ideal mag sich denn auch die Zustimmung unsers Recensenten, die er bei seinem Gleichgesinnten voraussetzt,, .beziehen.^ Eine wahre. Offenbarung aber gehörte ■ unter/die Vorurt-H.eile. der Vergangenheit und einer bloßen Abstraktion, - wie man sie heutigen Tages dem Judenthume nur allzugern zur Last legt. ' In diesem Falle würde aber auch dieses Maaß 'aller Dinge, das menschliche Gemüth/ zum Maaß und Messer Gottes, und ' dieser könnte unmöglich über dasselbe hinausragen. Und dann würde in diesem Falle die religiöse Idee, weit ihr, als rein geistigere Dinge, das Wesen einer Erscheinung abgeht,' übler berathen sein,"als jedes andre, von dem Menschen dargestellte, oder berechnete Ideal', d. h. das Nachbild würde gleichzeitig Ideal sein müssen. Oder, gäbe es ein solches Ideal, ein 'Gedankenwesen, das in eine dargestellte Form eingegangen 'wäre, sö° trüge es auch alle Merkmals erstes durch Offenbarung, 'd: h. durch eine Mittheilung von' außen uns Zügebrachten. Dieses aber ist die eigentliche Lehre des Iudenthünis von der Religion, daß sie nämlich sei: ein geistiges Wesen , aus welchem, und zu welchem das menschliche Gemüth ein Ideal sucht und gestaltet; ein geistiges Wesen, dessen Maaß und Messer'der Mensch nicht ist, "und nicht sein kann/ weil es ihn eben sö weit, und noch weiter überragt/ .als-'das Origmal Conti's, die 'Cople Conti's, die er sich aus jenem Originale als ein Ideal abzieht. Diesem OriginstlgedankeN haftet nun ein Charaktermerkmal - an, das ihn als -einen-von Außen Ueberkommenen unverkennbar darstellt, ein Merkmal, das ihm eirr Gepräge höherer 'Schöpfung Und' Kunst /giebt, als der Mensch zu besitzen M, «riterwlntün''^annl:. — Ääkb der Mensch im Stande, aus seinem eignen geistigen Vermögen dieses Original zu erzeugen, so wäre auch in ihm die Religion als Thar, wie als Gedanke, vollbracht. Der Art ist nun, -wie es scheint, die Lehre vom organischen MrltgWzen>r.. i uyh..'.dem.'Wrineip-' der Liebe , und Harmonie, als Ordner und Erhalter- > Der Kreis ist in diesem. Ideal geschlossen, und noich Außen eben so vollendet, als nach Innen, durch härmonisch inelnander greisendesGetriebe. Er ist das organische Zusammen/ l>aS lebendige In - und Durcheinander der Menschheit^ deren geistige Vollendung zugleich auch seine höchste geistige Idee , seine Religion nach dem.Ideal ist, dieselbe, wie man sie zeitgemäß von Plato in seiner Republick entwickelt findet.. Das Collectivum ist

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