Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 72 (15.6.1839)
- Date
- 1839-06-15
- Page
- Seite 290 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/3224737-3225013-3225086--01942-3234490- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
290 Hierauf Äschce und nun folge« die elegischen Gesänge um Moses, die nur in dem' jüngern. sefardischen.Ritus ganz verschwunden sind. Nach dem äuch im 'germanischen Machsor" üblichen 223pftft und einer Strophe rvnk bb22i fttiN kommen: ■>nnb nftftft 2NL-- von Jsaac, 2Nü vp «b (worin die Buchstaben 'ft bis 'n, 'o 'b, V bis 2£ weggelaffen sind), -itnn b2b2,, 22>72Ä, nian (nur zwei Strophen aus einem großem Zwiegespräch zwischen Gott und Mose), üb b2 (wie es scheint von Jsaac), -rnsowb bn^T' ■’baba, einige Strophen aus Jsaac Halevi's ftb-22.222'?ür, vb2 bsp. kipp2'’ (bis Buchstaben '72), V^'TCb"» 22^'^ (bis Buchstaben '*). Hierauf der übliche Ps. 29, und unter Absingung der Verse Seu Schearim u. s. w. schreitet der Vorbeter von der Bühne bis zu der heiligen Lade, vor welcher intonirt wird: Drei Mi scheana nebst Rachmana und die 13 Middot. Nach Einhebung der ersten Gesetzrolle wird die Strophe riinptb (s. das.Musaf des Hoschana-Tages), gleichergestalt von den Mi scheana's u. s. w. gefolgt, rezitirt, dann die zweite Rolle hineingethan, worauf der Vorderer die dritte nimmt, bilD ü2N^2, drei Rachmana's, die 13 Middot und den Piut N2 nno nbspricht, worauf die Gemeinde mit Kol mebasser einfallt. Darauf das -2> •’PK U)N sammt abermaligem Kol mebasser — wie im alten Hoschana-Ritus—, der Piut -»sira “pro bab 2221-], Jehalelu und Einhebung der dritten Gesetzrolle. — Das Schalom ist wie am achten Tage Pesach. — Dem Vecsöhnungs- und dem Neujahrstage geht bekanntlich eine Reihe Bußetage voran, an denen ein Früh- Gottesdienst (ft^272U,iz Aschmuca) abgehalten wird. Dieselbe besteht aus 1) denen, die im Monat Elul, von dessen Anfang an, vor dem Neujahrstage, und 2) denen, die zwischen dem Neujahrs- und dem Versöhnungstage statt» finden. Den Beschluß der ersteren bildet der Tag vor dem Neujahrsfeste (ft'h2>), der zugleich als der wichtigste dieser Bettage angesehen wird: der letzteren giebt es stets sechs, von denen der Fasttag Gedalia den Anfang und der Tag vor dem Vecsöhnungsfesie (2P2) das Ende ausmacht. Dieser Buße- Cyklus umfaßt demnach 14 gottesdienstliche Ordnungen: sieben für die verschiedenen Wochentage im Monat Elul: her Tag vor Neujahr; die sechs eigentlichen Bußtage (Asseret jeme Teschuba). Bußetags - Ordnung. Ein kurzer Piut ‘■jb 7PD2P ftppiur introduzirt das ftp-r22ft welches dem sefardischen ähnlich aber mit mehr Bibelversen ausgestattet ist, und mit dem Anfangsverse wiederum schließt. Hierauf ein variirtes bis zum Buchstaben 'ft reichendes ^psb -»282 ftp, -.22 baw1 •’ftba, die Verse ft2>h (Ps. 80, 2) und ''ftLb) 'ft (il). 51,17). Der Piut *) •’nsb (Jsaac hasniri), Selach lanu, Elerech apajim, die 13 Middot, verschiedene mit Ps. 145, 3 ('ft ^ns) anfangende .Bibelstellen, in' denen b-2 vorkommt, als Jntroduction des halben Kadisch, von Bibelstellen begleitet, ftift'P^ft 'ftb u. s.w. nebst \ftbN fttsft bis ^722> byj'^w b* und den Selicha- Cyklus (wovon nachher). Alsdann 22^222 22üt2N, 2>P2), N122 üÄ -2-12, ü^ftbrrft fcoft 'ft, das sehr abgekürzte baTift 2KümöP2, die Vidui mit ihren Wiederholungen nach Ü2> bPP 22727132* und 22P^b; ferner -I222ft 2*-272>, ",72N-,ft 222, ^22) 22N-7 ba, 2222*, ft25?w ^72, .eine Bakascha oder Tcchinna, die Strophe 2272p ftb^bn, b^ftii2*' 173« und Kadisch. An den Bußetagen nach Neujahr, geht der Techinna das bereits erwähnte 'Nvft *]272ft (oder öniSP üv) nebst zwölf Rachmana's (nach je dreien die Middot) voran, und Abinu malkenu folgt. Die poetischen Selichot führen in diesem provenzalischen Ritus die Namen: a) Selicha, ä) Toch ach a, o) Rehuta, d) Mostageb. Die Selicha ist streng rhythmisch gebauet, ' oft mit verschränkten Reimen, und die Strophen schließen mit denselben Wort- oder, doch demselben Reim; sie ist dem, was in dem französischen Machsor Pismon heißt, am. ähnlichsten. Die Tochacha, eine Ermahnung besteht aus zwei-, drei- bis vierzeiligen Strophen, und jede mit ihrem eignen Reim. Die Rehuta ist ganz willkürlich, oft reimlos oder doch nur gereimte Prosa. Das Mostageb. ist die Variation eines Thema's, welches zu Ende wiederkehrt, und mit welchem jeder Strophenschluß in Wort oder Reim verwandt ist; dasselbe kommt erst vom Neujahrstage an vor. Vor diesem Tage besteht der Selichot- Cyklus aus einer dreimaligen Wiederholung von Selicho, Tochacha und Rehuta, also: Bibelstellen (Pesukim) vordem stehenden 'ft b2b22 wie vor dem ebenfalls stehenden 'ftb ft3>27232ft (bis ^?22> bift) variiren nach den verschiedenen Tagen. Dicht auf das *p22> bift folgen eine Selicha, eine Tochacha und eine 'Rehuta, begleitet von El melech und den Middot. Dieselbe Ordnung, d. h. Pesukim, Selicha, Tochacha, Rehuta, El melech nebst den Middot tritt nun zum zweiten und zum^dritten Male ein,'so daß neun poetische Selichot rezitirt werden. Die der letzten folgenden Pesukim schließen jedesmal: "M2* ftüllft 22^# rrPn 2*2 bis 22»1öftft 22ft9ft 2ftt22P2* 222*22 N 222222N ^722*2 22b2*22 worauf denn das oben angegebene 222222 722*23ft und alles Uebrige folgt. -Aber am Tage vor Neujahr werden vor der dritten Wiederholung der erwähnten Reihenfolge noch eine Selicha und eine Tochacha (sammt El melech und Pesukim), und nach derselben noch zwei Selicha's, also in allem 13 cyklische Stücke rezitirt. An den auf Neujahr folgenden Bußetagen, kommt nach der ersten und nach der zweiten