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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-06-11 · Heft 70 (11.6.1839) · p. Seite 283

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 70 (11.6.1839)
Date
1839-06-11
Page
Seite 283 (sequence 3)
Language
German
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283 Welcher Mittel bedient sich die'Vorsehung, um die zerstreuten Splitter Israels in die fernsten Länder zu führen, sie nach Neuholland, Sibirien und Ohio zu bringen, sie auch diesen Landern, um ihrer höheren Zwecke willen, einzuuerleiben. Diese bringen nun nach der andern Hemisphäre außer ihrem alten Glauben auch Deutschlands Sprache und Gewerbsfleiß. Günstige Nachrichten von ihren in den letzten Jahren dahin gewanderten Brüdern beschleunigten ihren Entschluß, und noch viele Andere folgen ihnen. (Aus München ist, in diesen Tagen ein junger Arzt auch abgegangen. Di-. Loewe ist mit der Familie Montefiore zum zweiten Male nach Palästina abgereist. Mögen sie kein Hinderniß in dem, wie es heißt, eben ausgebrochenen Kriege zwischen dem Sultan und Mehmed Ali finden. ® f i lieber das Verhältnis' griechischer und römischer Autoren zu den Inden. (Fortsetzung^) Die zweite Frage wird sein: wie erschienen die Juden den Griechen und Römern? — Sehen wir zunächst auf die Geschichte, so haben wir nach der kurzen freundlichen Berührung zu Alexanders Zeiten (der ihnen z. B. in Alexandrien gleiche Rechte mit den Maccdoniern einräumte,) die schweren und hartnäckigen Kämpfe mit den Antiochiden, eben so nach den Bündnissen mit den Römern zu der Makkabäer Zeiten die blutigen und grausamen Freiheitskriege; die Griechen hatten versucht, den Römern war es gelungen, die Juden ihrer edelsten Güter zu berauben. Die jüdischen Ansiedler aber in Griechenland und im römischen Reiche waren von vorn herein in eine so tiefgesetzte, so bedrängte, so Haltungslose Stellung getreten, daß es schon hier stets einen Kampf und ein Ringen um die persönliche Existenz galt, ein Kamps, welcher die Kampfenden immer an sich moralisch, wie in den Augen der Gegner erniedrigt. — Das zweite Moment ist der. Glaube. Dieser widersprach dem ganzen sowol philosophischen als auch polytheistischen Systeme der Alten ganz, und gar. Den Philosophen, die mit der größten Anstrengung,, mit. dm größten geistigen Opfern nur zu einer hohem Jdeenstufe gelangten,., mußte der an sich leicht zu erfassende Offenbarungsglaube zuwider fein/, dem Polytheismus,, dem Bilderdienste der Menge stand aber der Glaube Israels so schnurstracks gegenüber,, daß er. in jenen nur die unbehaglichsten, widrigsten Empfindungen Hervorrufen mußte. — Sie vergalten sich da mit gegenseitiger Verachtung. Wir werden unten sehenwie sehr wenige alten Autoren die Glaubensansichten der Juden nur aufzufassen vermochten, und wie sie. gleich wiederin. Jrrthümer. verfallen, da sie irgend einen Anklang an ihre Ideen wieder suchen wollten. Einzelnen. Theosophisten waren sie wohl begegnet, aber ein ganzes Volk von solchen war ihnen ein unentrathseltes Phänomen. - Das dritte Moment mußte das ganze geistige Lebensclrment. der Juden, gegenüber dem der Griechen und Römer, sein. Die Alten mit ihren Wissenschaften und Künsten — die Juden mit ihrer Kunst - und Wissenschaftslosigkeit *); die Alten mit ihrem Gehen nach außen, mit ihrer materiellen und plastischen Auffassung des Lebens, mit ihrer Genußsucht und Ungesetzlichkeit, mit der Freiheit aller Lebensformen und der Fülle derselben — die Juden smit ihrem nach innen gewandten Streben, mit der rigoristisch geistigen Unterlage bei allen Tätigkeiten, mit ihrer Abhängigkeit von. dem Prinzips der Göttlichkeit, mit ihrer Acmuth und Beschränktheit der Lebensformen-man muß gestehen, wir finden nicht einen Punkt, wo Beide Zusammentreffen konnten, sie standen sich diametral gegenüber im. ganzen Inhalte des Lebens. Das vierte, praktisch wirksamste Moment waren die Gesetze und Gebräuche des jüdischen Lebens,, welche zwischen die Griechen und Römer und die Juden einen Gegensatz brachten, der beide immerfort auseinander halten mußte, und der jenen um so gehässiger war., als er ihnen ganz ohneinnere' Begründung erschien. Die Nichtgemeinschaftlichkeir der Speisen, der Ehen,, der Sabbat, die Beschneidung,, na-- mentlich auch die Enthaltung vom Schweinefleische,, dies' waren insbesondere die den. Alten auffälligen Punkte,, welchesie den Juden widerstrebend, machten, welche, indem sie vonder Herrlichkeit der mosaischen. Lehre keine Ahnung hatten,, ihnen durchaus barock., bizarr und verächtlich erschienen. Unter solchen Auspicien gingen dieheidnischen Schrift-- steller an die Betrachtung und Beurtheilung. der Juden-und' ihrer. Geschichte Wirkönnen sie in diesem.Bezüge in drei'. Klasftn eintheilen: in solche,, welche-von dem Glauben, dem Gesetzen und der Geschichte der Judenberichtenwollen;- m> solche,, welche über Palästina und-dessen topographische Merk- Würdigkeiten sich aussprechen, und endlich solche,., die-bei- Gelegenheit ihrem Spotte-und Hasse Luft'machen. Sehen wir hier nur fachlich auf ihre. Berichte,, und^ folgen hierin der oben angedeuteten Ordnung. Zuerst.die Geschichte derJuden.. Uebec den Ursprung , des jüdischen Volkes sind zwarim Einzelnendie Angaben; verschieden, indeßlassen sie sich dennoch leicht-darauf zurückführen-,- daß sie den Ursprung, der Israeliten fasteinstimmig- °).* Iöu&c(LOusy, fogt Celsüs ap^Orig. Lib.- IV., 31, — firiöhy moTiOTe a$ioloyov nQa^avxag oi>V /.öyrp ou'x1 ’f/ aQi9-lu$l ctl’iovs nortyeysyqu&ovg.'

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