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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-06-08 · Heft 69 (8.6.1839) · p. Seite 63

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 69 (8.6.1839)
Date
1839-06-08
Page
Seite 63 (sequence 7)
Language
German
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65 Jerusalems, die auf das Jahr 7V angegeben wird. Hieran schließt sich eine kurze Uebersi'cht der jetzigen Bewohner Palästinas, und eine gute Zusammenstellung dessen, was man von den Drusen weiß. Folgender Satz schien uns nicht uneben: „Palästina gleicht einem großen Gebäude, über das einstweilen der Nachbar die Aufsicht führt, und in welchem mehrere Familien provisorisch zur Miethe sitzen, bis die rechtmäßigen Erben sich werden ausgcwiesen haben und dann von ihrem Hause selber Besitz nehmen." — Das Vierte Heft gkebt in einem größecn. Aufsätze über den Propheten Joel Alles, was zu einer angemeßnen Einleitung in die Lektüre dieses Propheten für den gewöhnlichen Leser gehört, (abgesehen von dem christlichen Standpunkt, zu dem der Vers. immer wicderkehrt). Bemcrkenswerth ist, daß der Vers. die Hoffnung ausspcicht, es werden immer mehr Christen sich des Hebräischen befleißigen, um die Bibel in der Ursprache zu lesen! Das fünfte und sechste Heft bringt einen Aufsatz „die Patriarchenzeit," wo die chronologischen Daten des ersten 85. M. zusammengestellt, und auf einfache, natürliche, aber nicht unbefriedigende Weise vertheidigt werden. Das „Kamecl" solldem Bibellesec ein charakteristisches Bild dieses Thieres verschaffen, doch sind noch allerhand Fabeleien, wie vom Wassersacke des Kameels, ausgenommen. „Ueber die Bedeutung des mosaischen Gottesdienstes"' im siebenten und achten Hefte erklärt sich für eine an sich sinnbildliche , dennoch aber auch typische Bedeutung (in christlichem Sinne.) Auf diese Weise, ohne aber eine prägnante Idee zu geben, wird „die Bundeslade" behandelt. „Die Räuber bei Jericho," „der Friede mit den Drusen" sind keine Originalstücke. Dag neunte und zehnte Heft läßt sich weitläufig über „die siebenzkg Wochen" Danicl's aus. In dem' „Schicksal der Bundeslade" spricht sich der Verfasser fürdie Ansicht aus, daß diese bei der ersten Zerstörung Jerusalems verborgen worben, und sie einst wieder hervorgegraben werden könnte, wie er wünscht, wobei er die jüdische Tradition zur Hülfe ruft. Im eilften und zwölften Hefte ist zuerst ein trefflicher Aufsatz über die Eintheilung der Zehngebote, wo sowol die katholische und lutherische, die „du sollst den Namen ff." zum zweiten macht, und das Stück über den Bilderdienst auslaßt, das „du sollst nicht begehren ff." aber in.zwei Stücke zerreißt, als auch die griechische und reformirte Eintheilung,' welche „du sollst keine andre Götter ff"' zum ersten schlagt, und „du sollst dir kein Bildniß ff" zum zweiten macht, mit Gründen widerlegt und verworfen, hingegen die jüdische Eintheilung als die allein richtige erhärtet wird. „Behemoth" bei Hiob wird als Nilpferd erklärt. Dies ist der Inhalt der vorliegenden Monatsschrift, wenn wir noch zwei rein christliche Aufsätze aüsnehmen, die wir hier übergehen. Obgleich also diese Monatsschrift höhere wissenschaftliche Resultate weder bezweckt, noch giebt, so geht sie doch unleugbar aus dem lebendigsten Interesse für die heilige Schrift hervor, und sucht ein solches zu erwecken. In kindlich einfacher Sch.u vor dem Heiligen, vor dem, was allen Völkern heilig, will sie dem Leser, die Lektüre der Bibel erleichtern, und indem sie ihn in leicht zu folgende und befriedigende Untersuchungen hineknzieht, interessanter machen. Wir Haben aber eine genauere Darlegung dieser doch immer in christlichem Sinne geschriebenen, religiösen Monatsschrift hier gegeben, weil wir darauf aufmerksam machen wollten, daß eine in gleichem Sinne geschriebene' Monatsschrift für unsre Glaubensgenossen voll großer Wichtigkeit wäre. Was bei unseren meisten literarischen Arbeiten eine falsche Ansicht der Autoren ist, daß sie das jüdische Publikum für zu theologisch-gelehrt halten und voraussetzen. Es ist wahr, von jener frühem umfangsceichen Kenntniß der jüdischen Theologie bei den Laien , deren viele immer mit den Rabbinen wetteifern konnten, ist auch jetzt noch manche Spur übrig geblieben. Aber sie wird immer geringer, und die jüngere Generation ermangelt ihrer immer mehr. Sie aber immerfort noch voraussetzen bei unseren Arbeiten, wird diese für die Masse immer ungenießbarer halten. Arbeiten, wie sie daher die vorliegende christliche Monatsschrift giebt, würden für die Masse sehr unterrichtend, anregend, .die gesunkene Theilnahme erweckend sein. So hatten wir im Israelitischen Predigt- und Schul-Magazin Bo. ll. S. 147 eine Reihe von „Hebräisch.archaologischen Handzeichnungen" eröffnet, deren erste „die Leviten" eine Geschichte dieses pciefterlichen Stammes gab. Wir bedauern jetzt, daß wir selbst bei dem Adscheioen des Verfassers sie nicht fortgesetzt haben. Wir erwähnen dies nur, um jungen Männern einen bestimmten Fingerzeig zu geben, wohin sie ihre Aufmerksamkeit zu lenken harten. Wir halten uns auch überzeugt, daß wenn solche Aufgaben mit dem rechten Takt und Geschmack ausgeführt würben, sie bei dem Publikum auch genügenden Anklang finden würden. 43) ckaarlmelcen voor De Israeliten in Nedevland. ’s Gravenhage, J. Belinfante. gr. 8. 6 Hefte (je zwei Monate ein Heft) Jahrgang 1835. S. 390. 1836. S. 428. 1837. S. 416. 1838. S. .398. Holland, sagte neulichst ein Correspondent dieser Zeitung, Holland ist der klassische Boden der bürgerlichen Gleichstellung. Hier genießen die Israeliten seit langer Zeit, was in anderen Landern noch errungen werden, was, selbst von oben herab erlangt, noch die Masse des Volkes ducchoringen muß. Holland ist aber auch , das Land der geistigen Ruhe und Friedfertigkeit. Hier dringen die feindlichen Elemente des neuern Levens weniger, plötzlich ein, um in gewaltigen Gahrungsprocesseü Besitz und Ecwerbniß, Gegebenes und Zuerringendes in den Kampf zu führen, der oft mit dem Untergange Beider endet. Sondern, bisweilen freilich zu apathisch, zu unthatig, sieht man dort, passiv das Treiben draußen ruhig mit an, und laßt von den Resultaten jener Bewegungen nur so viel herein, als man zur Zeit mäßig verbrauchen kann. Gerade hierzu bedurfte man eines vermittelnden Ocganes^ Bekannt zu werden mit den Früchten, die draußen gezeitigt werden, und ihres Genusses, so weit dies förderlich ist, theilhaftig zu werden. Auch die anderswo rege gewordenen Bestrebungen in einigen.friedlichen Zweigen für sich

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