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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-06-08 · Heft 69 (8.6.1839) · p. Seite 64

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 69 (8.6.1839)
Date
1839-06-08
Page
Seite 64 (sequence 8)
Language
German
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64 trcitec zu führen. Dies sind die vorliegenden Jaävbr.okt'u voftT de Israeliten in Ne.derlawl. Wir müssen gestehen, ein eigener Geist der Befriedigung, der sichre Geist stillen Wirkens haucht uns aus ihnen entgegen, und bringt uns selbst in die behaglichste Stimmung. Der Leser folge uns dahin. Die erste Stelle in den Jaarboeken nehmen die Kerkelijke en Amdts-Berigten und Bizondere Beugten ein, jene sind also kirchliche und amtliche Nachrichten aus Holland, diese anderweitige Nachrichten aus den Niederlanden, und anderen Landern; jene bieten in ihrem Ensemble ein schönes Gemälde staatsbürgerlicher Entwickelung, besonders in Beziehung der Geistlichkeit und des Schulwesens, dar, welcher wir nächstens einen o» sondern, umfassenden Artikel widmen werden; diese sind allerdings nur unvollständig, aber was sie bringen, charakterisirt sich hinreichend, es ist, wie wenn der Beschauer von sicherm Ufer eine Seeschlacht betrachtet, und seine Freunde nur mit den schönen Momenten des allmahligen Sieges erfreuen will. Wie es sich veraussetzen laßt, sind diese Nachrichten in den letzten Jahrgängen fast nur Uebertragungen aus dieser Allg. Zeitung des Jubenthums. Hieran schließen sich einige Recensioncn und literarische Nachrichten, welche in den letzten Zeiten meist dieser Zeitung entlehnt sind, was wir dankbar anerkennen, da hierdurch der Zweck, die Erzeugnisie der Literatur bekannt zu machen, auch von dieser Seite erreicht wird. Unter der Rubrik Mengelwerk werden alsdann Originalaufsätze, "bisweilen auch Uebertragungen, mitgetheilt. Die vorzüglichsten sind folgende. Im Jahrgange 1835: Ueber die Ankunft der Israeliten in Amsterdam. Es wird dargetyan, daß eine gemeindliche Vereinigung der ersten (portugiesischen) Ankömmlinge im Hause des marokkanischen Gesandten Samuel Pachecho 1597, aber der erste Gottesdienst 1604 zu Stande kam. — Lebensgeschichte von I. D. Meijer, geb. 15. Sept. 1780 zu Arnhem, studirte die Rechte, schrieb im 16. Jahre seine Disiertatkon, beantwortete 1803 eine Preisfrage der Akad. d. Miss, zu Berlin, gedruckt in franz. Sprache 1804, eine andere der Akad. zu Nismes 1809. König Ludwigmachte ihn 1808 zum Direktor des offiziellen Blattes: de koninklijke Courart£, zum Vorsitzenden des jüdischen Konsistoriums, und war er hier sehr wirksam zur Verbesserung der jüdischen Verhältnisse. 1811 ward er Jnstruktionsrichter, und Mitglied des Departementalrathes. 1812 gab er feine Principes sur les questions transitoires heraus. Seine Vaterlandsliebe bewährte sich stets in Thaten. Diese wußte auch der König Wilhelm zu würdigen, und 1815 wurde ec Sekretair der Kommission, welche mit der Bearbeitung des Staatsgrundgesetzes beauftragt war, und Ritter des nieder!. Löwen. 1816 Vorsitzer dee ersten Klasse des niederländ. Instituts, ebenso der Kommission für die jüd. Angelegenheiten. Mehrere andere Schriften verschafften ihm die Ehre, zum Mitglieds der franz. Akademie, derer zu London, Brüssel, Turin, Göttingen ernannt zu werden. 1834 ward er Ritter der Ehrenlegion. Ec starb den 6. Dez. 1834. — Lebensgeschichte von Arthur Lumley Davids (s. No. 1. d. I:), geb. 1811, frühzeitig Waise, von seiner Mutier zu London sorgsam erzogen, reiste er sehr früh heran, und 1830 nahm ec schon Theil an mehreren englischen Zeitschriften, besonders kn Angelegenheiten ' seines Glaubens. Davids widmete sich den Sprachwissenschaften, namentlich den morgenlanoischcn, und im Jahre 1832 gab er eine türkische Grammatik, mit Einleitung, Vokabularium, Beispielen heraus, die er dem Sultan Mahmoud widmete, die erste neuere dieser Sprache. Aber schon am 19. Juli 1832 starb er an der Cholera, in seinem 21sten Jahre. — Ueber die Israeliten in Bezug auf den Kriegsdienst, eine gute Zusammenstellung. Desgleichen „Babylon. — Im Jahrgange 1856. Mendelssohn, sein Leben, ausgewählte Briefe, Auszüge aus einigen Schriften — Ueber die Israeliten im Haag; eine eigentliche Gemeinde erst 1670, doch schon früher Ankömmlinge. Jetzt wohnhaft dort (1830) 2267 Seelen. — Flavins Josephus — Lebensgeschichte von Earlburg, Oderrabdine zu Crefeld; von Moses Len:ans geb. 1785 zu Naarden, Herausgeber vieler Schulschcisten und gemeinnütziger Werke. — Predigten und Reden. — Im Jahrgange 1837. Etwas über das gottesdienstliche Mündigwerden 'n 's bei den Israeliten, (empfiehlt die Ccmfirmarior;). — Ueber die dichterischen Schönheiten von Hiob Kap. UI. — Isaak de Pinro' s Leben und Werke. Aus einem reichen und berühmten portugiesischen Geschlechts zu Amsterdam, im Anfang des vorigen Jahrhunderts geboren, frühzeitig entwickelt, war er 1748 Depurirter der Gemeinde bei der Begrüßung des Prinzen Wilhelm IV, wurde häufig, besonders in Angelegenheiten der ost- und westindischen Compagnieen vom Staate ge-- braucht, und schrieb theils Vertheidigungsschristen für oie Juden, namentlich gegen Voltaire, theils staatsökonomische z. B. sur Je Luxe, sur Ja cireulafion et le credit, theils rein philosophische, wie Freds des argumens contre les Materialistes, tf)eil§ politische, wie über die amerikanische Revolution. Er starb im September 1787. — Daß es,im israelitischen Staate erlaubt war, in den bürgerlichen Gesetzen Mosis Veränderungen vorzunehmen, abzuschaffen und neue festzustellen. . Der Vers. (Advokat Pinto im Haag,) zeigt erst a priori, daß es unmöglich ist, daß bürgerliche Gesetze unveränderlich seien, da das Leben immerfort sich verändert. Wenn also auch die gottesdienstlichen Gesetze als unveränderlich angenommen werden können, so doch die bürgerlichen nicht. Moses habe selbst öfters Veränderungen getroffen, z. B. den Zins, den er früher nur gegen Arme verbot (2.B. Mos. 22,25. 3 B. Mos. 25, 36) später überhaupt verboten (5 B. Mos. 23, 19) findest lasit sich hingegen einwenden, daß - «c an jenen Stellen vom Armen insbesondrehier vom Allgemeinen gesprochen.) (Fortsetzung folgt.) Redaeteur: vr. L. Philippson. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hrrfchfew.

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