Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-06-08 · Heft 69 (8.6.1839) · p. Seite 280

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 69 (8.6.1839)
Date
1839-06-08
Page
Seite 280 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225013-3225083--01925-3234470
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

280 sie in dessen Ringmauer ein. Ihr AcußereS deutet auf hohes Alterthum. °) Seit Kaiser Joseph II. dient dieser Friedhof nickt mehr als Bcgräbinßstäne. Es rrard den Israeliten ein neuer Leichenacker dei dem Dorfe Wolsckan angewiesen. Als jenes Edikr erschien, welches alle Friedhöfe, die sich innerhalb.der Stadt befanden, aufhob, da wehklagte ein Rabbi/Namens Simche Ponges, daß eS ihm nicht mehr gestaltet sei, neben seinen Vätern zu ruhen. Wenige Lage, bevor daS Edikt in Wirksamkeit trat, starb aber Pon« ges, und ward, — der letzte °°) — noch auf dem alten Friedhof begraben. Der Bet Chaim erstreckt sich nach seiner Lange von der PinkaSgasse bis nur israelitischen Kleinkinderbewabrunstalt, seine Breite aber ist äußerst ungleich. Ä'e interessantesten Partien sind der Lheil beim Hause No. 241 und beim jüdischen 'Spital. Der an die Kleinkinderbewahranstalt anstoßende Theil ist den Spielen der Kinder eingeräumr, und seltsam kontrastirr das lärmende Treiben dieser Jugend gegen die Mibe, die über den Gravern -herrscht, wo nur hie und da,eine Katze über das Grabchinschlüpfr, eine Spinne ihr Netz zwischen den Zweigen eines Fliederbusches spinnt, oder der alrergebeugte Todtengräber he-rumgeht, um seine ordnende Hand, da wo cS Nelh thur, anzulegen. Erinnert der Bet Chaim an die Vergänglichkeit alles Irdischen, so mahnt seine Umgebung nur zu lebendig an daö menschliche Elend. Aus den Fenstern des Hospitale» schaut manches Antlitz heraus, in dem Gram und Leiden sich unverwischbar eingeprägt haben; hohe Häuser, die nur durch eine Masse stützender Balken vor dem jähen Einstürze bewahrt werden, ragen drohend empor, und der Blick des Wandelnden senkt sich hinab zu den unterirdischen Wohnungen der Armen, die nur auf einen Retter noch hoffen — den Tod. __ I. Clulh. °) >?rach der Meinung einiger enthalten diese eingemanertnr Grabsteine die Name» der Selbstmörder, und jener, welche ihre,« Eltern geflucht. »") Nach Alldem ward ein gewisser Mosche Beck der letzte hier begraben. Im Verlage von L. Fort in Leipzig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu bekommen: Historisches- Wörterbuch der jüdischen Schriftsteller und ihrer Werke, von G. Ö. de Aot'l'i, ' aus dem Italienischen übersetzt von - Dr. C. H. Hamberge r. gr. 8. drosch. 2 Thlr Bei L. Fern back j»n. ist so eben vollssändig erschienen und für 1 Thlr. in allen Buchhandlungen zu haben: S. Plcßners jüdisch-mosaischer Religionsunterricht, für die israelitische Jugend. Ein für den öffentlichen . auch Privat- und Seldstunterricht sich eignendes Lehrbuch. Der Herr Autor ist in der gelehrten Welt zu vortheilhaft bekannt, als daß Verleger dessen einige Worte zur Empfehlung dieses Buches noch nörhig harre, auch die Ausstattung des Werkes ist von der Art, daß es als pulsendes Geschenk für Confirmanden gekauft werden kann. „Ein Kandidat der jüdischen Theologie, der Gymnasium und Universität absolvirt, in wissenschaftlicher Beziehung auf akademische Zeugnisse und in moralischer und religiöser auf Atteste der, namhaftesten Rabdinen sich berufen kann, sucht als Religionslehrer und Prediger bei einer bedeutenden Gemeinde Deutschlands, oder als Hauslehrer in Frankreich oder Belgien zu fungiren.— Anfragen erbittet man postfrei an die Redaktion dieser Zeitung unter den Buchstaben H. S. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebübren für die gespaltene Zeile au» Pent-Schrift oder deren Ran»n aufgenounnen. Die VerlagsHandlung. Den Besitzern des Dtachf o r Rosch-haschana und Zom Kippur, mit einer hochdeutschen Uebers. von 1>. I. Heinemann, zeigen wir hiermit an, daß die Verbesserung der in der 3. Lieferung (Polnischer Ritus) befindlichen fehlerhaften Stellen zu unentgeltlicher Abgabe an ihre Abonnenten den Buchhandlungen übersendet worden sind. Hierbei empfehlen wir dies nunmehr möglichst fehlerfreie Werk bestens, was wir um so mehr können, als es anerkannt ist, daß die gehaltvolle deutsche Übersetzung dieser Ausgabe den Vorzug vor allen andern bleibend gesichert hat. Exemplare liegen in allen Städten hei den Buchhandlungen zur Ansicht bereit. Leipzig, im Mai 1839. sG. L. Göthe'sche Büch^andlung. Ein aus der Provinz Schlesien gebürtiger, praktisch geübter Lehrer, der mehrere Jahre im In- und Auslande als Cantor, Lehrer und Schächter fungirt hat und im Deutschen und Hebräischen einen gründlich pädagogischen Unterricht ertheilen kann, wünscht zu Michaelis in denselben Branchen placirt zu sein. Portofreie Nachfragen ’ an die Redaktion unter Chiffre L. G. Ein junger Gelehrter mosaischer Religion, Doctor der Philosophie,, der seit Jahren als Lehrer ausgezeichnet wirkte und Zöglinge für die höchsten Gymnast'al-Klassen wie auch für's Comptoir gebildet, beabsichtigt an einem geeigneten Orte die Errichtung eines Privatinstiturs für Knaben, worin nicht nur Religion, das Hebräische und die gewöhnlichen Lehrgegenstände, sondern auch die alten, besonders aber die neuern Sprachen und die Handelswissenschaften, denen er ein besonderes Studium gewidmet, gelehrt werden sotten. Israelitischen Familien welche an ihrem Wohnorte ein solches Institut errichtet zu sehen, wünschen und dasselbe durch Zusammentceten und vorläufige Zusicherung ihrer Theilnahme begründen helfen wollen, belieben ihre Addressen unter D. A. D. der Wohllöbl. Redaktion dieser Zeitung einzusenden, worauf nähere Nachricht erfolgen wird. Redcicteur: vr. tz. HZHilippfon. — Verlag von Baumgartners Buckchandlnng. — Druck von I. B. Hirschfeld. (Hierzu daS lirerar. u.nb öeunter. Beiblatt No. 16.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.