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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-06-01 · Heft 66 (1.6.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 66 (1.6.1839)
Date
1839-06-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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si. Jahrgang. Literarisches dt». LS. und h o m i l e t i s che s Beiblatt. Leipzig, Len 1. Juni 1839. Homiletische Literatur. (Forschung.) 14). , Predigten auf alle Sabbat- und Festtage des Jahres von. llr. Abraham Alexander W o l ff. Erstes Heft. Kopenhagen 1838. S. 108. 8. Obgleich auf der Kehrseite des Umschlages das zweite Heft dieser Predigten als schon unter der Presse befindlich angegeben wird, .ist dies doch noch nicht erschienen, und wir halten es daher für Pflicht, auf die bis jetzt gegebenen die Aufmerksamkeit zu lenken. ES sind dies fünf vollständige Predigten und die größere Halste einer, sechsten, deren Fortsetzung im nächsten Hefte erfolgen wird. Für jeden Sabbat (so weit es sich jetzt absehen laßt), werden aber zwei Predigten gegeben, mithin aus verschiedenen Zähren der homiletischen Thätigkeit des Verfassers, so daß sich die Anzahl der zu ebnenden Hefte auf eine bedeutende absehen, und dem Werke, so es kräftige Unterstützung findet, ein großer Umfang bestimmen laßt. Um sö erheblicher ist es, auf den Werch und die eigenthümliche Stellung dieser Pcedigtfammlung naher einzugehen. Sollten schon an und für sich diese Predigten sich an die Sabbate des ganzen Jahres binden, so nehmen sie diesen Anknüpfungspunkt auch ganz wesentlich auf, und haben die Erklärung einer Stelle der laufenden Sabbatssidra zum Gegenstände. Und zwar, sollen diese Textverse nicht cinrn bloßen Berührungspunkt darbieten, um ein moralisches und religiöses Thema zu entwickeln, sondern ganz eigentlich die homiletische Exegese des Sinnes derselben soll gegeben, exponirl werden. Diese Predig.rsammlung, wie.es sich bis jetzt herausstellt, soll somit eine fortlaufende homiletische Exegese von Schriftstellen nach der Reihe der Sidrot bilden. Die nächste Frage wird demnach sein: wie-ist diese Exegese gehalten? Der wesentliche Charakter derselben ist der rationale. Die Ideen, diein der Tiefe der einzelnen Textverse liegen, werden in ihrem allgemeinen.Bezüge, in - ihrer allgemeinen Gültigkeit zum Menschenthume, in ihrem wirksamen Verhältnisse zur Gegenwart und zum Leben , hervorgeh oben. Bedarf es hierzu nun allerdings des exegetischen Scharfsinnes, so wird doch jede gesuchte Deutelei, jede gezwungene Klauberei des Wortes, jede von übervoller Einbildungskraft hineingetragene. Bedeutung vermieden, sondern die Sätze nach ihrem einfachen Sinne, in Berücksichtigung ihrer Umgebung vor- und rückwärts, behandelt. Es ist-Häher auch durchaus nicht ein frömmelnder, wohl aber rin frommer Geist, der über die Exposition schwebt, .eine natürliche Erwägung, eine historische Kritik, eine ruhige Forschung machen sich überall geltend, und suchen die entgegensiehrndkn Elemente zu beseitigen. Sind es daher auch durchaus nicht überraschende Resultate, glänzend neue Probleme, die hier gefunden und gelost werden: so wirb doch eine sinnige Ausgleichung der Zweifel und Fragen bewirkt, und eine Brücke geschlagen zwischen der Bibel und der Gegenwart. Diese Preoigtsammlung setzt allerdings eine neue Wiedererweckung des biblischen Studiums, eine Wiederbelebung der Lust und Liebe am biblischen Geiste voraus, diese selbst vermöchte sie nicht zu bewirken; derjenige, welcher dem Frieden der religiösen Anschauung entrückt, entfremdet ist, würde von ihr nicht befriedigt werden, würde sie vielleicht bald aus den Händen legen. Abec — ist jene einmal vor sich gegangen, will das Gemüth schon finden, und suchet nur noch: so werden ihm diese Predigten ein hoher Schatz, eiii wahrer Leiter sein, um auf dem betretenen Wege sicher weiter zu . gehen. Ist die Bahn einmal gebrochen, so mag man sich zuversichtlich diesem Führer anvectrauen, und man wird auf eigenen Füßen stehen und gehen lernen. Demgemäß zeichnet sich auch die Form dieser Predigten ab. Die Eintheilung und der Anschluß der Theile ist einfach, natürlich, sinnig, meist vollständig. Das Tbema wird in feinen Abgrenzungen nach und nach abgefponncn. Der Jbcengang ist in einer stetigen Gedankenentwickelung, ohne Abschweifung, ohne Unterbrechung gehalten. Die Sprache ist ruhig gehoben, leicht faßlich. Allerdings mangelt ein. höherer Schwung, ein Reichthum an Bildern, das volle lleberströmen der Beredlsamkeit, die mit einem Male hinreißende Gewaltigung. Htegegen ist der Fluß der Rede in ununterbrochener Fülle, ein gemüthlicher Hauch, schwellt die Segel; es ist eine edle/Sprache, die hier vernommen wird, und die, ohne zu steigen noch zu fallen, den aufmerksamen Zuhörer allmählig anfüllt, .überredet, überzeugt und mit vollkommener Befriedigung, ohne Abspannung entläßt: jedenfalls mit einem Schatze frommer Empfindungen bereichert. Gehen wir nach dieser allgemeinen Charakteristik noch kurz die bereits gegebenen Predigten durch. — 1. Des göttlichen Wortes Werth und Gebrauch. (Zn der Einleitung das immer wieder erneute Lesen .der.-, h. Schrift mit dem ^Kreisläufe der Natur trefflich verglichen.) 1 B. M. 5, 1. 1) der erhabene. Werth der heiligen Schrift, ihre Wirkung, ihr Besprechen von Welt, Gott und Mensch; 2) wie wir sie lesen sollen: als in menschlicher Redeweise sprechend, mir Beachtung der Zeiten, mit einem frommen, gottesfürchtigen Sinne.'— 1l. Der Sündensall. (In "der Einleitung: durchaus nicht zu fassen, daß in der Folge Keiner geboren wurde ohne in Sünde, sondern als Art und Weise, wie der Mensch zur Sünde gereizt werde, und falle.) 1 B. M. 3, 1—19, 24. 1) Das Sinnbild der Sünde (die Schlange); 2) ihre Verführungswelse; 3) ihre Folgen; 4) die Mittel ihr zu entgehen. — 111. Noah, der Tugendhafte

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