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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-06-01 · Heft 66 (1.6.1839) · p. Seite 267

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 66 (1.6.1839)
Date
1839-06-01
Page
Seite 267 (sequence 3)
Language
German
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267 in Prag spricht: „Schon alS Jude geboren zu fein, ist ein Unglück-, am meisten aber dann, wenn er dahin trachtet, unter den Christen etwas gellen zu wollen, nämlich „gellen zu wollen" in dem Sinne, daß er von ihnen ebenbürtig gehalten werde. — Da steht sich, nach meiner Meinung, ein Jude, der sein Judenrhuin offen zur Schau tragt, der sich weder seines Patriarchen-Barteö, noch seines polnischen KaftanS schämt, noch immer am besten; am schlimmsten, aber gewiß der hebräische Petit-mairre. — Wie diesem abzuhelfen, darüber habe ich oft nachgedacht (denn die Juden werden gegen uns im Innern so lange feindlich gestimmt sein, als sie von unS nicht als Ebenbürtige behandelt werden): aber ich habe nichts mich völlig Befriedigendes auszusinnen vermocht." — ES ist doch wirklich merkwürdig, wie die alten GehcimcnrathSköpfe — ganz abgesehen von allen früheren Verdiensten, denn wir haben vor Srrombecks Ergänzungen allen den Respekt, den' Nichtfuristen haben können —: ihre Jugendbegriffe mehr lasten können'. Da reist Einer durch die ganze Welt, und am Ende ist ihm daö Judenthum immer noch ein Parriarchcnbart und ein seidener Kaftan, wie sie ihm der erste polnische Bclcker für einen abgelegten Rock gern übcrlaffen wird. Ja, ja, das, „Ebenbürtige," das kann der Herr Baron nicht verschmerzen, darum scheinen ihm die Juden so insolent, so pretenliöS — immer wieder in den Kvtb zurückstoßcn, das ist die Freude der Straßenjungen und Intoleranten, welche letztere es nicht vergeben können, daß ein und derselbe Schneider jetzt für sie und für einen Juden arbeitet. Doch immerhin, daö.Jntcrprelircn ist hier übcrfiüstig. Hätte der Herr Baron sich in.Prag, wo es allerdings eine zahlreiche niedere Klaue der Juden auch giebt— und von anderen Glaubonsparteien nicht minder — ein wenig naher mit den Juden bekannt gemacht, er hätte sehr viele würdige Männer kennen gelernt, welche auf daö „Ebenbürtig" vollen Anspruch machen können, welche in Industrie wi'e Lheilnahmc an allgemeiner Bildung und bürgerlicher Woblfarth ihre Kräfte entwickelt haben — oder hatte er dazu keine Lust und keine Zeit, nun so lasse er das Aburtheilen und Beplaudern, auf daß der Herr nlchr lächerlich werde! Wenn es Juden giebt, welche vor dem Namen „Jude" zurückschaudern, und lieber Türken sein möchten, welche, ängstlich wie Bönhascn, ihren,Glauben verleugnen: so har der Herr Baron Recht, für sie wie für das Judenrhum ist cö ein Unglück, daß diese Juden sind. Wenn aber, mit der vollen, kräftigen Ueberzeugung von der Wahrhaftigkeit seines Glaubens im Herzen, der gebildete Jude alles das in seinem Aeußeri, vermeidet, waS ihn als Juden auffällig macht, waS, ohne zum Judenthume zu gehören, zu den Verunstaltungen knechtischer Jahrhunderte gehört — so ist er gerade der ekrenwertheste Jude , und wird sich in seinem Glauben glücklicher fühlen, als je der Gegner, der ihn verkennt und verhöhnt. Herr von Strombcck kann daher sein Mitleid in Gottes Namen herabftimmcn, wir selbst bitten darum. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l Gr. Gebühren für die gespaltene Zelle a»S Petit-Schrift oder deren Kaum aüfgenommen. Die Verlagshandlung. In der Andreä'schen Buchhandlung in Frankfurt am Main sind erschienen, und in allen Buchhandlungen zu haben: Johlsons I., israelitisches Gesangbuch zur Andacht und zum Religionsunterricht. Dritte durchaus, verbesserte und mit 54 Liedern vermehrte Ausgabe, 18 gGr. oder 1 fl. 24 Xr. 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