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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-30 · Heft 65 (30.5.1839) · p. Seite 262

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 65 (30.5.1839)
Date
1839-05-30
Page
Seite 262 (sequence 2)
Language
German
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unserer Armen und Kranken nöthkgen Gelder zu erhalten,, deren Beitreibung keine exekutive; Gewalt für uns Vorhang den^nHr.^. Bedenkt-man, Laß He^^siaEn^ frühervon Abgaben erdrückt) Don Stachkssesten^in keiner 'Art" Änt^rMtztt waren, so hat man Entschuldigungsgrund genug, und, fallt auch dieser jetzt in Frankreich ganz weg, so hätte Tsarphati eher die ungemeine Mildthatigkeit gegen ihre „Armen und Kranken, welche die Synagoge-zierte', erwägen müssen , als sie metallique zu nennen. Wie? weiß Herr Tsarphati nicht,, daß zu aller Zeit das, früher so beschwerliche Amt der Parnassim, der Gabaim, der Sekretai're, Cassirer ff. gänzlich ohne Besoldung geleistet wird? daß unter keinem Volke so viele. Momente vorhanden waren, wodurch Geldaristokratie vermieden und entfernt wurde? — Recht ist es und billig, daß die alten Mißstande schwinden, recht und billig, daß die bekämpft werden, welche die Wegraumung derselben vernachlässigen oder gar hindern, welche sie unterlassen, da .die Macht in ihren Händen ist. Ab§r mehr als unrecht ist es, die Synagoge, welche sich eben von dem Drucke eines tausendjährigen Hasses und der niederbeugendsten Verachtung erhebt, mit dem finstersten Grolle zu betrachten und zu befeinden. Theologie und Politik. O r i g i n a l b e r i ch t aus Marokko. (AuS dem Hebräischen getreu übertragen.) ' (Fortsetzung.) \ ' 11. Das Hochzeitsfest. Sieben Tage vor der ehelichen Verbindung, wird ein großes Gastmahl bereitet, wozu die Rabbinen und geachtete Männer, so wie die jungen Leute der Stadt geladen werden. Aus der Mitte der letztem wählt sich der Bräutigam 10 Freunde, die ihm 7 ganze Tage Gesellschaft leisten, und von ihm gespeist, werden. An jedem der 7 Tage wird Abends ein Gastmahl gehalten, das bis um Mitternacht wahrt. Zu diesem müssen der Bräutigam und seine Gesellschaft selbst die Gäste einladen, denn wenn die Einladung durch einen Boten geschieht, wird sie nicht angenommen, und die Gäste finden sich in so großer Anzahl .ein,' als nur das Hochzektshaus fassen kann. Sobald die Gäste, versammelt sind, werden die Speisen aufgetragen, wozu noch Früchte, dreijähriger Wein, und 3 Sorten Brandtwekn,. von Trauben, Feigen und Honig, gehört. Es steht einem Jeden freiso viel zu genießen,, als ihm beliebt; vor dem Trinken wird der Toast'ausgebracht nns'llb „ “Viiöwh Vs nbi-ian öVianhttosV’'ftunnri worauf die Antwort erfolgt: büib* , tmia tprt. Die Musik stimmt mit ein, und nachdem die Zeche bis um Mitternacht gedauert hat, werden andere Speisen aufgetragen, dann greift man zur Harfe und stimmt das Lied an:J bis« .Am siebenten Lage,' als am'^dchMtstage, strönft Alles Hfgew A^end , nach^dem Hause der Braut, um.sie in das Haus de.s Bräutigams zu begleiten. Zwei vornehme Rabbinen fassen die Braut unter, an -deren Seite die Musikanten einhergehen. Es werden auch brennende Kerzen vor der Braut getragen, und Das-ganze Gefolge . geht in gemessenen Schritten dicht hintereinander- -und sagen die Gebete ''N tPiiVa ViiP und "bVi3> bis in das Haus des Bräutigams^ Daselbst wird eine.Anhöhe von seidenen Decken - gemacht, worauf das Brautpaar seinen Sitz nimmt. Der Rabbine stimmt den lösten Psalm an, spricht den Segen über den Kelch und laßt Braut und Bräutigam trinken, worauf der Bräutigam selbst die Trauungs-Zeremonie macht, und einer der sieben -Freunde liest den Ehe-Kontract und die rvp^s ab; die Anwesenden werden.gespeist.. Am andern Tage kommen gegen Mittag Freunde und Verwandte, und überreichen der Braut werthvolle Geschenke; nach einem kleinen Schmause entfernen sie sich. Die sieben Gesellschafter überreichen dem Bräutigam gleichfalls Geschenkenach Verhaltniß ihres Vermögens, sie bleiben bis Abend bei ihm, und machen sich bei ununterbrochener Musik, mit ihm vergnügt. Vom Tage der Hochzeit an, geht der Bräutigam sieben ganze Tage nicht aus, seine Freunde und Verwandte, so wie die sieben Freunde besuchen ihn täglich und halten die Morgen - und Abendandacht bei ihm; jedesmal werden sie mit Kuchen und Brandtwein bewkrthet. Nach Ende der sieben Hochzeitstage, stattet der Bräutigam, in Begleitung seines Gefolges Besuche bei Freunden und Verwandten ab, es werden dem Bräutigam Geschenke gemacht, die in Glassachen und seidenen Kleidungsstücken bestehen. Am Sabbat der sieben Hochzeittage wird der Bräutigam von seinem Gefolge nach der Synagoge begleitet, und dieses verläßt ihn selbst nicht, wenn er DBiö aüfgerüftw wird, sondern besteigt mit ihm das Pult. Nachdem der Bräutigam die-' Segenssprüche abgelesen hat, kommen sieben Chor-Knaben zu ihm und singen 9 Verse , von Genesis 24, 1—10 abwelche von dem Gefolge (tmTüTia) in die chaldäische nach ö'iVp^N und in die arabische Sprache übersetzt werden. *). Das Absingen dieser Verse dauert etwa eine Stunde, indest die Gemeindeglieder in die Synagoge des Bräutigams kommen, um Spenden zu Ehren des Bräutigams und - der Braut zu machen. Zwei Rabbinen machen jedem Spendenden einen '■püiö ^, und beim Herausgehen aus der Synagoge werden Dieselben von zwei Bedienten zum Frühstück geladen.. Nach Beendigung der Gebete werden.die •) S. weiter unten.

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