Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-30 · Heft 65 (30.5.1839) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 65 (30.5.1839)
Date
1839-05-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3225013-3225079--01898-3234439
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

in. Jahrgang. Allgemeine No. SS. Zeitung des Zn-enthums. Ein unpartheiisches Organ für alles, jüdische Interesse (Mit «Snigl. EächAcher aver-nadisstrr LomMon ) Leipzig, den 30. Mai 1839. Zeitungsnachrichten. Dresden, 3. Mar. (Privatmitth.) Der hiesige Mendelsohns-Verein *) hat . einen neuen, erfreulichen Beweis seiner Wirksamkeit in dem jetzt aus einer Kunstreise begriffenen Clarinettisten "Eduard Meyer aus Leipzig abgelegt. Dieser zwanzigjährige junge Mann eben so lobenswerth wegen seiner Bescheidenheit-als wegen seines unermüdeten Fleißes und seinen musikalischen Anlagen, konnte, nur auf sein Auskommen bedacht, in früherer Zeit aus Mangel an. Unterstützung nicht auf höhere Ausbildung auf seinem Licblingsinsirumente, der Clarinette, denken. Da ward es ihm durch eine halbjährliche Unterstützung von Seiten des hiesigen Mendelsohns - Vereins (welches mit Bewilligung aller Mitglieder in diesem Falle seine Wohlthatigkeit auch auf Leipzig ausdehnt?) möglich gemacht, hier in Dresden den Unterricht eines der ersten Klarinettisten, des Herrn .Kammermusikus Kotte zugenießen; welcher Berücksichtigung sich Herr Meyer so werth zeigte, ' daß ihn bereits nach einem halben Jahre sein Lehrer-als hinreichend ausgebildet entließ, und er im königl. Schauspielhause öffentlich unter großem Beifall Proben seiner Virtuosität ablegte, die er im Leipziger Gewandhause, in Berlin und Hamburg wiederholte, wo ec in öffentlichen und Privatzirkeln vieles Lob erndtcte, und in öffentlichen Zeitschriften (Preuß. Staatszeitung; Voss. Zeitung, Hamb, unpartheiischer Corresp. Leipz. musikalische Zeitung rc.) die ehrenvollsten Zeugnisse erhielt, die er noch außerdem in Empfehlungen bei sich tragt, - welche ihm selbst von den angesehensten Personen bereitwillig ertheilt wurden. Mögen sie ihm in Petersburg, das jetzige Ziel.seiner Reise, eine günstige Aufnahme bereiten! — Lieborktz in Böhmen, 1. Mai. (Privatmitth.). Wie sehr ein ernstliches . Wollen , auch bei geringer Kraft ,' das Gute zu fördern vermag, davon liefert die, an Zahl und Mitteln ziemlich beschränkte jüdische Corporation, zu Mich olup im saazer Kreise, einen so evidenten, als erfreulichen Beweis. — Von den, in vielen Orten unserer Provinz, mit Synagoge und Kultus vorgenommenen, löblichen Reformen auf das lebhafteste angeregt, veranstaltete diese Mine, . Faum zwanzig Familien zahlende Gemeinde , unter Leitung des würdigen Vorstehers, . Herrn Löbel. Bechert, -einen *) Der Mendelsohns-Vere.in zu Dresden ist .bis jetzt der.einzige, dem Andenken des unverglkichttchm MöfcS Mendelssohn in Deutschland gestiftete Verein; über dessen Wirksamkeit s. d. vor. Jahrgang dieser Zeitung. - . .S Mr r. prachtvoll großartigen, mit bedeutenden Kosten verknüpften innern Umbau ihres Bethaufes, dessen , ziveck- und zeitgemäße, treffliche Einrichtung, so wie die strenge Ordnung und feierliche Stille wahrend des, zur Zeit noch ohne Choräle, darin abgehaltenen Gottesdienstes, allen von verjährten Vor^ urtheilen noch befangenen Gemeinden, als nachzuahmendes Muster, dringend zu empfehlen ist. Erst nach Beherzigung dieses Wunsches wird die, leider noch immer als Sprichwort gebrauchte „tumuitarische Judenschule," nach dem göttlichen Ausdrucke des Propheten „ein wahrhafter Tempel der Andacht" genannt werden-, von den Anhängern aller Confessionen. S. E. Schack. Metz, 10. Mai. (Privatmitth.). Herr Tfarphati setzt seine Polemik fort. - Er hat bereits abermals Briefe im Courr. de la Moselle erlassen, und zwar in den Nummern vom 12. Marz, 30. Marz, und 20. April. Er ist jedoch bereits so sehr auf persönlichem Gebiete angelangt, und zu einer solchen Stufe der Bitterkeit gestiegen, daß ihm in einem allgemeinen Berichte , schwer zu folgen ist. Er steht bereits auf der Granzlinie des Hasses gegen seine Glaubensgenossen, die er immerfort mit dem Titel „race asiatique“ ff. belegt, er giebt eine feindliche Gesinnung, nicht-bloß gegen den Talmud, sondern "gegen unsere heilige Schrift zu erkennen, daß man ihm dreist die Frage vorlegen kann, ob er Israelit sei, wie er es freilich behauptet. Seine neuesten Schreiben scheinen die Beweise vom Gegenteil zu geben. Uebergehen wir das erste, welches eine Wortfehde gegen den Groß-Rabbinen Lambert ist, so giebt er in dem zweiten die Gesetze der fünf Bücher Mösts, welche die untergeordnete Stellung des Weibes beweisen, (wobei er sich einen willkürlichen Jrrttzümgu Schulden kommen laßt, da bei der Feier des Sabbats ausdrücklich ‘jra eben so wie steht,) ein Gegenstand, der bereits in Deutschland so gründlich besprochen und abgethan ist. Im dritten Briefe (vom 20. April) bespricht, er abermals. einen einzelnen Fall in Metz, dessen Berührung hier nicht Hergehört; aber die Art und Weise, wie er darin über die Synagoge spricht, ist so gehässig, so'Alles übertreibend und auf die Spitze-stellend, baß er nur' den Unwillen jedes' Billigdenkenden erregen.muß. Tsarphgti erwägt n i e /das mildernde Moment, .sondern nur das aufregendste ist seiner Beachtung willkommen./ Leger,, Bernunstige ist über gas Unangemessene des MizwotveckgUfts. einig, mit jedem Tage hört eS auch in einer Gemeinde mehr auf. ' Aber' wir müssen bedenken, daßes ehemals ein " wirksames Mittel war, die zur Erhaltung des Gottesdienstes und zur Unterstützung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.