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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-25 · Heft 63 (25.5.1839) · p. Seite 254

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 63 (25.5.1839)
Date
1839-05-25
Page
Seite 254 (sequence 4)
Language
German
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Am Fici tage besuchte ich die portugiesischen, Synagogen.' -Man' geht von einer in die andere, da sic alle hier neben einander stehn, iß o r Ibrahim Pascha hatten sie kaum einen Ort, wo sie sich vor dem Regen schützen konnten, und selbst die Reparatur eines solchen Orseö wurde erst auf viele Fürsprache, gestattet; jetzt aber..gehören ihre Synagogen zu den schönsten, die ich je gesehen habe. In einer derselben befindet sich eine kleine Vertiefung, diman für ein BetbauS Eliahu's angiebt, andere erklären den Ruf von Heiligkeit, in welcher dieser Ort steht, mit den Worten vbir'H rilh üip'ü',2 S-T-'Owh NN tfb. än einem andern Bethause zeigte man mir einen antiken kupfernen Krug voll Oel, welcher nie von stinem Platze gerückt wird; nur wenn eö die höchste Noth erfordert, geschieht.es durch einen Nicht - Israeliten. Hier.ist auch eine schöne Fontaine angebracht, welche am Schemini azerer spielt) die sogenannte ri''^ rinu'L wird hier sehr gefeiert, und es soll für die ganze Stadt die größte Festlichkeit sein, wenn diese Wafferfreudcn anfangen. 'In einer dieser Synagogen, befindet sich auch -ein, auf Kosten des Herrn Hirsch Lehren verfertigtes und herrlich verziertes ssTiprt ■j'HN. Von dort ging ich in eine kleine Jeschiba, wo das ganze Jahr i'pxn ri.12 ■’S b3> gebetet wird. Dreißig bis vierzig Personen kommen gegen Mitternacht und beten zuweilen bis gegen Mittag, - und den ganzen Lag hindurch werden von einer anderes Gesellschaft hier Talmud, Sohar und. Midraschim vorgerragcn.^Ani Abend begab ich mich im die Synagoge, wo Rabbi Jsraerbprasidirt. Die Gemeinde sandle.Dankgcbete zu Gott empor für das -Aufbören der Pest, die erst wenige Lage vor meiner Ankunft nachgelassen hatte. Diese Plage bar der hiesigen Gemeinde viele. Opfer uni) vieles Geld gekoster, denn erst nachdem sie. schweres Geld gegeben hatten, wurde ihnen eine Abtheilung im Lazarett) angewiesen.. Ich 'fühlte mich /hier in Jerusalem recht wohl, sobald man nämlich etwas vergnügt zu werden anfi'ng. Man vergißt hier mit einem Worte alle Sorgen, die man in Europa har, um ein Leben mit Anstand, wie man bei uns sagt, zn führen; hier giebt eS'nur ein Ziel, eine Sorge, und dies ist: zu leben, um das Gesetz und die jüdische Literatur zu studiren. Auch mangelt eü hier nicht an geistreichen Köpfen und. helldenkenden Menschen, mit denen inan angenehme Stunden verleben kann. Am andern Morgen wurden in derselben Synagoge mit dem wärmsten religiösen Gefühle Lob und Dankgesänge E abgehalten, dann wurden die Namen der Wohlthäter ausdrücklich erwähnt.. ..Zuerst,wurde Herr,Hirsch Lehren genannt, dann sein Bruder Äkiba , der würdige Sheriff Sir Moses Montefiore und seine Frau, Lady Montefiore, Herr Asher Samson und viele Andere. Nach dem Gebete hatte ich kaum einen kleinen Imbiß genommen, als die Besuche anfingen. Fast die ganze Gemeinde beehrte mich, und auch Rabbi Israel stellte sich bald ein. -Dieser . Herr spricht am Sabbat nur hebräisch, und so gewährte mir sein Gespräch eine sowol äußerst interessante, als lehrreiche Unterhali rung. — Auch ist es hier Sitte, daß Jeder dem Fremden ein ’ Geschenk macht, und da VieS gewöhnlich in einer Flasche des/be« sten Meines besteht, so hatten wir daran am wenigsten Mangel.) . Erft gegen Mincha brachen wir auf, und nach dem Gebote war ich wieder bei Rabbi Israel zu Tische geladen. Nachdem wir unS in theologischen Gesprächen eine Zeit lang sehr angenehm unterhalten hatten, fingen die Anwesenden an zu singen, waö biS nach Sonnenuntergang fortgesetzt wurde. - Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebüürrn für die gespaltene Zeile ans Petit-Schrift oder deren Raum aufgenonunen. Die Verlagshandlung. Bei E. L. Fritzsche in Leipzig ist erschienen, und durch alle Buchhandlungen zu haben: Commentarius Perpetuas P c 111 a tu u c h u III sive quinque legis divinae libros^ ‘ quo inventa traditionis vetustae grammatica historicaque textus sacri analysi confinnaiitur lniriiiciis traditionis seiqiturarque consensus * expgesi subtUiori3 habit.i novissitiiorum piogiessuuui ratione, demonslralur, anctore Jitcoh Zebi JüTefclenburgs Dioccesis Reginmoutaiiae Raliliiuo gr. 8. br. Preis 2 Thlr.- Eine Erzieherin wird gesucht. . . Eine jüdische Familie in Mecklenburg-Strelitz sucht.für zwei Kinder von 10—11 Jahren eine Erzieherin, welche in den Elementen der deutschen und französischen Sprache,' int Rechnen und im Klavie'rspielen Unterricht' ertheilen kann.- Hierauf Reflektirende belieben ihre dießfälligen Meldungen mit Beifügung der nöthigen Zeugnisse in portofreien Briefen an den Oberlehrer vr. Ginsberg in Altstrelitz .sin Mecklenburg) gelangen zu lassen. — Die Stelle soll wo möglich zu Johannis des laufenden Jahres besetzt werden.. Ein aus der Provinz Schlesien gebürtiger, praktisch geübter Lehrer, Der mehrere Jahre im In- und Auslande als Cantor, Lehrer und Schächter fungirt hat und im Deutschen und Hebräischen einen gründlich pädagogischen Unterricht ertheilest kann, wünscht zu Michaelis in denselben Branchen placirt zu sein. Portofreie Nachfragen .an die .Redaktion unter Chiffre 1^. 0. Ein junger Gelehrter mosaischer Religion, Doctor der Philosophie, der seit Jahren als Lehrer ausgezeichnet wirkte und Zöglinge für die höchsten- Gymnasial-Klassen wie -auch für's Comptoir gebildet,, .beabsichtigt! an' einem geeigneten Orte die Errichtung eines Privatinftituts. für Knaben, worin nicht nur Religion, das Hebräische und'die gewöhnlichen Lehrgegenftände, sondern auch die alten,, besonders aber die neuern Sprachen, und die Handelswissenschaften, denen er ein besonderes Studium gewidmet, gelehrt tverden sollen. Israelitischen Familien welche an ihrem Wohnorte ein solches Institut errichtet zu sehest mürrischen und dasselbe durch Zusamnientreten und vorläufige Zusicherung ihrer Theilnahm^ begründen helfen wollen,, belieben ihre Addressen unter v. A. D. der Wohllöbl. Äedaktion dieser Zeitung, einzusenden.,..worauf nähere Na^- richt erfolgen wird. '' T;: Redacteur Dr. L. Philippson. — Verlag von BaumgärlnerS Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld. (Hierzu ein Extra-Blatt d. Ällg. Seit. d. Jud.) - .'

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