Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 63 (25.5.1839)
- Date
- 1839-05-25
- Page
- Seite 253 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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255 stelle nicht Dinge als Talmud- und Bibel-gemäß hkv, die cs nicht sind; Haufe keinen Tadel auf Schriften und Männer, die ihn nicht verdienen. Hiergegen kämpfen meine Mittheilungen. Will man nun, anstatt deren Widerlegung, die eigentlichen Punkte umgehen, und um doch etwas dagegen zu sagen, die Zektgemäßheit oder Nichtzeitgemäßheit meiner Ansichten und dgl. besprechen, so mag man immerhin in solchen Abschweifungen sich ergehen; ich werde auf solche, der Sache meiner Mittheilungen fremden, Abschweifungen nicht erwiedern. Eine neuste Art der Besprechung endlich schiebt mir ganz andere Dinge und Meinungen unter. Nimmt z. B. Ausdrücke und Bilder, die ich aus dem politischen Tagesleben auf das bewegte Religionsleben unseres Gebietes übertrug, in ihrer wirklichen Bedeutung und unterstellt mir Verdächtigungen, Verketzerungen, politische Angebereien und Gott weiß was noch für Absichten, an die ich in meinem ganzen Leben nicht gedacht. Ueber alle solche kindische Reden kann ich nur — lächeln. Ich erblicke in diesen Abschweifungen und Auswüchsen nichts anders als den etwas unbeholfenen Ausdruck für das nur subjektive Urtheil:, dein Buch gefallt mir nicht, ist mir und meinen Ansichten höchst unbequem u.'s. w. Aber das ist keine Kritik, ist nur ein subjektives Misbehagen, über das ich sehr resi'gnirt bin, da ich bei meinem ersten öffentlichen Federzuge wohl wußte in welchen Gegensatz ich zu Vielen damit trat, und wie unbehaglich und unbequem meine Schriften - Manchen in dem süßen Genuß liebgewordener Ansichten stören würden. Erwiedern werde ich daher auf solches und ähnliches unkritisches Geredenicht. Nur eine objektive, bei der Sache bleibende Kritik werde ich berücksichtigen. Oldenburg, den 17. Marz 1839. Hirsch. IV. Herr Hirsch wider Herrn vr. Creizenach. (DaS R. M. Alaschkar-Citat des Herrn vr. Creizenach.) Die Behauptung des Thariag: daß zwar nicht der jüdischen Gesammtheit, desto sicherer aber jeder einzelnen Gemeinde 'die' Befugyiß zustande religiöse Einrichtungen, (jeder Art, wie Herr vr. C. selbst in Annalen No. 1, kommentirt) — namentlich , wovon dort ganz eigentlich die Rede ist mrpm nnru — ab; uschaffen, diese Behauptung, die ich geradezu in Abrede stellte, sobald sie auf die allgemeinen V'm m5pm nrrw sich beziehen soll, -dagegen ausdrücklich und wiederholt zugab für solche. Einrichtungen, die nur in der Gemeinde lokal sind- oder sich auf Mein und Dein beziehen, diese Behauptung soll dennoch durch ein Citat aus dem R. G. A. des R. M. Alaschkar Nor 49 begründet werde.n. 'Wahrlich höchst seltsam! Ich habe leider diese R. G. A. nicht zur Selbsteinsicht, aber das Citat selbst, das Herr vr. C. uns daraus mitrheilt, daß nämlich dort R. M. einer Gemeinde das Recht zuerkannte, festzustellen, daß für alle Zeiten ihre Glieder den 13. Tewes als festlichen Erinnerungstag begehen sollten und dabei bemerkte, daß überhaupt die Bewohner einer Stadt unter sich Einrichtungen treffen, Uebereknkunfte und Gesetzeszäune feststellen und die Uebectretenden, selbst abweichend von der gesetzlichen Rechtsregel, in Geldstrafen ziehen können," dies Alles spricht ja mit keiner Sylbe für seine Behauptung. Wo ist da eine Spur oder, auch nur eine Spur von einer Spur von „Abschaffung irgend einer V'm nspm irvta?" ' Nur von Einführung eines Gemeinde-Lokal-Gebrauchs ist die Rede, und wer hat die Befugniß dazu je bestritten? Habe ich die denn nicht ausdrücklich und wiederholt zugegeben? Ich kann dies nur höchst seltsam finden. Oldenburg, den 28. Marz 1839. Hirsch. Briefe des Herrn vi. Loewe aus dem Oriente. ^Vierter Brief. p2^> NLPN 28 2"> Am trbw1 Jerusalem, den 3. August 1838. (Schluß.)^ Ich ging nun bis zum Eingänge des Tempelberges; ein Moslem rief mir zu, nicht weiterzu gehen, um nicht Gefahr auSgesetzt zu sein. Ich hörre auf seinen Rath, da ich wußte, unter welcher Bedingung ein Europäer hier einrreten kann, und folgte ihm in ein Zimmer, welches in den Berg hinein sich erstreckt, und konnte von hier Alles klar und deutlich sehen. Noch jetzt'erblickt man hier,zwölf Thore, die Länge des TempelbergeS ist noch jetzt wie früher 500 Ellen von Süden bis Norden und von Westen nach Osten 300 Ellen. Auf demselben sind jetzt mehre Ehpreffen gepflanzt, die man auf der westlichen S.ite genau sehen kann. Vpn Allem, was ich erblicken konnte, nabm ich eine kleine Zeichnung auf, um es meinen Freunden vorzulegcn, wenn ich nach Europa zurückgekehrt sein werde. Außerhalb der Mauer zeigte man mir eine Stelle-, wo früher das ' gewesen sein soll. Man findet hier eine ungeheuer große Cysterne, und nahe daran einen schönen Sarcophag, dessen Inneres ganz anders als die hier gewöhnlichen geformt ist; mehre Löcher sind absichtlich hineingebohrt, damit das Wasser ablaufen kann. Meine Begleiter behaupceten, in demselben seien ehemals die Todten abgewaschen worden; eS ist möglich, daß sie Recht Haben s denn er ist so placirt, daß er nicht durch Zufall hierhergekommen zu sein scheint.