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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-23 · Heft 62 (23.5.1839) · p. Seite 249

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 62 (23.5.1839)
Date
1839-05-23
Page
Seite 249 (sequence 3)
Language
German
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249 Beiträge zur Unterstützung für Arme gespendet werden, damit sie sofort nach Purim Weizen zünden Mazot einkaufen können, wie es der riban vorschrcibt. Diese Beitrage können zwar vergrößert, aber nicht verkleinert werden; jedoch werden Vermögensumstände berücksichtigt. Das Mincha- Gebet wird recht zeitig gehalten, damit Jedem zur Zubereitung der Mahlzeit gehörig Zeit bleibt. Um 4 Uhr ladet Jeder seine Gaste ein, um. 5 Uhr geht die Mahlzeit an und dauert bis Mitternacht; dann werden Lobgefange und Pkutim angestimmt. Am andern Tage wechseln die Einladungen, und solche Gastmahler geschehen die ganze Zeit bis zum Monat Nissan. Außer den. Gastmalern ist es üblich, einander Geschenke ms» zu schicken. — Gleich nach Purim wird von dem Vorsteher Weizen gekauft, und unter, die Armen vertheklt, das Mahlen und Backen besorgt sich ein Zeder selbst. 2) Acht Tage vor dem Pessach-Feste erhalten die Armen Geld zur Anschaffung neuen Geschirres, und 5 Tage spater werden von den Synagogen - Vorstehern 10—12 Rinder gekauft, die Familienvater haben die Anzahl ihrer Angehörigen anzuzeigen, wonach die Ausrheilung des Fleisches wie des Weines am Tage vor dem Feste verhaltnißmaßig geschieht. Eben so viel wird an den Mrtteltagen “ihn vertheilt. Die Kosten gedachter Spenden find eben nicht sehr bedeutend, da hier 10 Rinder für den Preis von 200 Franken zu haben sind, und aus den Hauten auch 100 Frank gelöst werden können. Nun muß zwar der Arme der Leckerbissen entbehren, dafür wird ihm aber Fleisch in Fülle zugetheilt. Eine einzelne Person erhalt für die beiden ersten Tage 40 Pf. und eben soviel für die letzten Tage; etrre Familie bekömmt das doppelte. Auch wird von den Vorstehern auf Verlangen Wein zu ttrrp für die letzten Tage verabreicht. Die Andacht (nn:,n) an den beiden Abenden ist folgender Am Tage werden alle nöthigen Requisiten (,mnD, iixrl &snb u. s. w.) in ein Gefäß gelegt, über welches eine seidene Decke gebreitet wird. Gegen Abend wird dieses Gefäß auf den Tisch gesetzt, der am Rande rings mit Wachskerzen umgeben und mit gläsernen', oder vergoldeten Bechern besetzt wird. ..Nach dem Abendgebet geht ein Jeder in Begleitung seiner Frau und seiner Kinder nach Hause. Für Jeden, selbst für Kinder von 7 — 8 Jahren ist ein Becher mit Wein bestimmt, den sie in die Hand nehmen und wp mit lauter Stimme singen. Diese Handlung füllt die Zeit einer Viertel-Stunde aus. Nachdem getrunken ist, waschen sich Alle die'Hände und essen Die ganze Familie versammelt sich um den Hausherrn, (wenn er ein Gelehrter, oder sonst ein angeschener Mann ist), dis-! fer macht mit dem Gefäße (des "HO) eine Wendung über ihren Köpfen unter Anstimmung von Lobgesängen und Liedern wahrend einer halben Stunde, gehen dann zu anderen Familien, und thun desgleichen. Zu Hause angelangt, wird ni2nn laut vorgetcagen, undjeder Satz von dem- Hausvater erklärt. Der Theil vom Anfänge ban^n ba.* dauert bis um Mitternacht, nun folgt rr^i'2 , .NL» , "ma. Es wird Kaffee getrunken und die Mahlzeit gehalten, die mit dem Genüsse von paip^DK aufgehoben wird. Nach dem Tischgebet wird der dritte Becher geleert, und bis um 2 Uhr. bbr> gesungen.^ Manche schlafen durchaus nicht, sondern machen die ganze Nacht hindurch Besuche bei Freunden und Verwandten. Am zweiten Abende des Festes nimmt ein Jeder zu "Mir'n rh°*£0 ein Bcutelchen mit Salz mit in die Synagoge, auch kleinen Kindern wird ein solches mitgegeben, an ‘ihm wird ein Stück von mi?ra N22 dazu gethan, und den kleinen Kindern um den Hals gehängt, welches von ihnen bis zum Wochenfeste getragen wird. Die Gebete an diesem Feste sind, außer daß noch einige Gebete und Piucim und beim Aufrufen zur Tora die T'böto hinzukommen, ganz wie am Sabbat. Zuerst wird der Rabbine des Ortes aufgeruftn, dann drei Gelehrte, auf diese folgt der Synagogerr-Vorsteher. Die ^221/2 werden der Spenden halber aufgerufen; es werden deßhalb nur wohlhabende und geachtete Männer dazu gewählt, wie es der rp-p nti vorschreibt. Am Sabbat nr'wn bin wird vor dem Herausnchmen der Gesetzrollen aus dem Schrank durch den Synagögen- Diener zuerst das' bsm rmnD von jetzt ab bis rin an? ein für allemal versteigert, dasselbe geschieht mit dem Tragen der Gesetzrollen vom' Schranke bis zum Pulte - und dem Aufrufen von nb, ^ns so wie nmbu), namn nüt) und TBsia, welche letztere sehr hoch bezahlt werden, weil rib> *>bbn immer hatte, und Tat)» allein die nnüsln vorliest. Nun folgt die Versteigerung des Vorsingens der Gebete, an Sabbaten und Festtagen, bis n£*P. Nach dem Herausnehmen der Tora aus drm Schranke, werden eine halbe Stunde lang Piutim gebetet, dann »verden nb “iftD aufgerufen, und die übrigen riiLN theilt der Käufer durch den Synagsgen-Vorsteher beliebig aus. Das Verkaufen der findetaber nur an nmwn. bm nais Statt.. Vorstehende Gebräuche sind in allen Gemeinden Afrika's eingeführt. Am letzten Festtage werden die Tische mit Früchten, Delikatessen, Wein und BriNidtwein reichlich besetzt,' und gegen Abend gehen Alle an der Seeküste spazieren, genießen daselbst die mitgenommenen Erfrischungen, und stimmen

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