Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 62 (23.5.1839)
- Date
- 1839-05-23
- Page
- Seite 248 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3225013-3225076--01882-3234420- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
248 sterhaft geschickten Leitung des Herrn Obervorsangers Asher, Lion, so manche 'Hauptgebete in würdevollem > Gesänge reci-) rict. Es bleibt,, wie'vormals schon bemerkt, an diesem neuorgänistrten Gottesdiensle, der Herz- und Seele zu wahrer) inneren Andacht erhebt und Gott und Menschen erfreut, nichts mehr zu wünschen übrig als, daß noch die Belehr rung in deutschen Predigten hinzukomme, welcher Wunsch aber wol auch mir der Zeit erledigt werden wird. Die hiesigen Cultusverbesserungen sind also in Ulten ihren Puncten fast gleichzeing mit den Königsbergern ausgeführt worden, und bedenkt Man namentlich, daß Berlin gerade in den drei wesentlichsten Hauprmomenten des Gottesdienstes Gesang, Mi zwo (verkaufen und anständige "geistliche Kleidung des Obervorsängers rühmlich der Königsberger Gemeinde vörangeschritten, so wie daß in letztgenannter Gemeinde diese drei Momente noch einer Verbesserung warten, so muß man wahrhaftig die Anmaßlichkeit des Herrn vr. Fcstdt. sehr bewundern, daß er durch sein Raisonnement in No. 47'der hiesigen Gemeinde den Vorrang will streitig machen, und . ihn Königsberg zu Ehren vindiziren suchen. — Allerdings sind die hiesigen Cultusverbesserungen nicht gleich nach ihrer Ausführung durch diese Zeitung veröffentlicht, oder gar von sonst achtbaren gelehrten Gemeindemitgliedern öffentlich bekrittelt worden; allein dies verringert und schmälert ihren Werth doch wahrlich nicht im Geringsten, und berechtigt noch Keinen, den öffentlich einer Kühnheit zu zeihen, wer ihre Nachahmung den größern Städten unserer Monarchie empfiehlt.— Doch, genug davon! Sagt ja das alte Spcüchwort schon ^pnrviD?3snvn." Der Correfpondent von No. 14*). Steingrub, 5. Mai. (Privatmitth.). Auch aus unsrer Gemeinde wird Ihnen nicht unangenehm sein zu erfahren, wie sehr sie von dem Wunsche der gottesdienstlichen Veredlung durchdrungen ist. Wir haben am siebenten Festtage Peßachs bereits der neunten Konfirmation belgewohnt, welche unser Herr Rabbine immer feierlicher, eindringlicher zu gestalten weiß. Auch verrichten wir öfter unser Gebet in Choral, welchen Herr David Spiegel dirigirt. Sobald wir die Eclaubm'ß zur Erbauung einer neuen Synagoge von der hohen'Landesstelle erhalten haben werden, wird es unserrn Herrn Rabbinen, den Ritus noch mehr zu verschönern, wol gelingen. Wer weiß aber nicht, daß dies ein Mues Band religiöser Theitncchme um die Glieder einer Gemeinde schlingt? 8. 8. *)- Es bleibt, wie cs sich von selbst versteht, nunmehr dies LaS letzte Wort über die „Anciennetat" der Cultusverbesserungen, da dies nur ein sehr unwesentliches Moment/iii andrer Beziehung aber ein edler Wetteifer freilich nur wünschenSwerth ist Redakt. Theologie nnd Politik. O f t g > n a 'l b e r, i ch t" a ins M a r o k k„o. (Aus dem Hebräischen getreu übertragen.) (Fortsetzung.) ' 5. ' ' Die Zeit und Ordnung der Gebete ist folgende: Im Sommer fangenwir das Morgengebet an den Wochentagen um 4 Uhr an. Am Sabbat dauert der Gottesdienst von 5—9 Uhc,^ weil die sammtliche Gemeinde die Psalm-Lieder Wort für Wort und laut absingt. Vor der Vorlesung aus der Tora werden noch mehrere Piurim abgesungey. Zu der Vorlesung der Sidra werden zuerst , “h?, und die 5 übrigen Personen werden nach Gutdünken des Synagogen-Vorstehers aufgerufen, außer am Erm raö , wo die ms?: verkauft werden. Sonst ist das Verkaufen der m2£7a bei uns nicht üblich, sondern der Aufgerufene verspricht beim V2 eine verhältnismäßige freiwillige Gabe. Zwischen der 6. und 7. Person werden noch 8—-10 zusammen aufgerufen, (trDöitt genannt), und auf die 7* folgt An den Sabbat-, Fest- und Neumondtagen, wo zwei Nöllen herausgenommen werden, wird sowol nach Beendigung der Vorlesung aus der ersten als zweiten gebetet. Nach dem Gebete für das Landesoberhaupt wird daS Mussafgebet gehalten, und beim Zuhaufegehen ist der Gruß „toVia itrtf" üblich. Im Winter ist die Zeit des Betens bedingt.durch die Dauer des Tages. In'den Wochentagen bleibt jeder Schrift-' kundige gleich nach dem Gebete ungefähr eine Stunde in der Synagoge, mit einer Lection aus der heiligen Schrift, der Mischna und Gemara, was deßhalb geschieht, damit Hie Handwerker und Geschäfttreibenden, die vom Studium des Gesetzes abgehalten werden, dadurch ihrer Pflicht entledigt werden. Nach dem Schmone-Esre Gebet werden zwei gehalten, und dann geht ein Zeder seinen Geschäften nach. 6. Die Gebrauche <in bett Feiertagen. 1) Am Purim feste verfügen sich die 7 Oberen der Stadt des Mosens vor der Vorlesung aus der Tora m die Synagogen, und fordern das bpian rrwiE ein? was in die Easse für Jerusalem gelegr wird dann werden Spenden für die Armen, gesammelt, und noch an demselben Tage vertheilt. Um 1 Uhr des Nachmittags kommen die Rabbinen und Synagogen-Vorsteher zusammen, lassen die bemittelten Glieder der Gemeinde dazu einladm, es wird einem Zeden ein -pDtt) vi gemacht, bei welcher Gelegenheit