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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-18 · Heft 60 (18.5.1839) · p. Seite 54

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 60 (18.5.1839)
Date
1839-05-18
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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34 Der Verfasser des an der Spitze dieses Aufsatzes genannten GementarbuMs beabsichtigt, eine für die hebräische Sprache) noU njcht sin Änwe.ndung^e-’ brachte Methode einzuführen, und es möge kein Voruriheil, welcher Art es sei, erregen, wenn der Unterzeichnete Sohn des Vfs, es versucht, das Verdienst dieser Arbeit ins wahre Licht zu stellen. Ref. ist weit davon entfernt, irgend ein Urtheil über bas Buch auszusprechen, sondern will nur die Lehrer auf dasselbe aufmerksam machen und die Grundsätze genauer darlegen, die den Vers, geleitet haben, so wie den Standpunkt, von dem eine Beurtheilung des Merkchens ausgehen müßte. Von vorn herein muß Ref. eindringlich erinnern, daß hier nichtvon der wissenschaftlichen Behandlung der Sprache die Rede ist, sondern von der rein praktischen Frage, wieder Elementarunterricht der hebräischen Sprache am geeignetsten zu ertheilen sei. Die Wissenschaft darf kein Haar breit hon dem streng logischen, philosophisch und historisch begründeten Wege abweichen, während der Lehrer, natürlich mit vollem Ueberblicke über das Gesammtgebiet seiner Wissenschaft, seinem speciellen Zwecke zu dienen und die Praxis vorwalten zu lassen sich genöthigt sieht. Dies ist so allgemein anerkannt und jedem Lehrer so deutlich, daß selbst Gelehrte, die ihr Leben der Förderung der Wissenschaft geweiht haben, dem ausgesprochnen Grundsätze huldigen *). — Es handelt sich demnach hier nicht darum, ob der Lehrer, und namentlich der Elementarlehrer, die Grammatik in streng logischer Folge durchzugehen habe, sondern wie viel oder wie wenig er das rein grammatische Element vorwalten lasse, ohne welches allerdings kein gründlicher Unterricht in einer Sprache ertheilt werden kann. Alle die Methoden des Sprachunterrichts, die sich seit 30—40 Zähren gedrängt und verdrängt haben, können wir nicht berücksichtigen'*'*); wir haben nur den Satz zu wiederholen, daß, wenn auch die Unterrichtsweise anderer, namentlich der occidentalischen Sprachen gefördert worden, die der hebräischen weit hinter der Wissenschaft zurückgeblieben ist, und wir sehen uns jetzt nach Aushülfe um für die angedeuteten Mängel. Jeder Lehrer, jeder praktische Erzieher weiß, daß.es das erste Erforderniß ist bei jedem Unterrichte, dem Schüler °) Vgl. Gesenius in der Vorrede zum bebr. Lesebuche (6. Aufi.) D. Vers. *°) Wenige Vers, solcher hierher gehörigen Schulbücher sind auf der vor 30 Jahren von dem äußerst tüchtigen MoseS Philippen in Deffau betriebenen Bahn weiter geschritten. D. Derf. Interesse einzusiößen für den Unterrichtsgegenstand. Sind wir nun auch weit entfernt, der sogenannten philanthropischen Methode unbedingt das Wort reden zu wollen-, so dürfen wir doch mit voller Ueberzeugung behaupten, und die Erfahrung hat es hinlänglich bestätigt, daß man vorzüglich bei orientalischen Sprachen sich hüten muß, mit trocknen Regeln den Schüler zu erdrücken; denn es ist überhaupt bei Kindern ein anerkannt verkehrter Weg, die Regel den Beispielen voranzustellen. Wie das Kind in seiner Muttersprache zuerst den Laut eines Buchstaben, dann seine Form; zuerst den Gedanken und dann den Satz zu erfassen lernen muß: so soll es - auch in einer. fremden Sprache damit beginnen, Wörter und Satze zur Vergleichung neben einander zu sehen und aus ihnen erst die Regeln abstrahiren. Wie herzlich dankbar sind mit mir gewiß Viele dem edeln Seidenst Ücker, daß er sie auf einem andern, heitern Wege in einige Sprachen eingeführt und zuerst mit so glänzendem Erfolge versucht hat, den Ernste der Grammatik durch die Freude an selbständigem Componiren zu mildern! — Was er für die occidentalischen Sprachen gethan, hat der Vers, des E. B. seit vielen Jahren auf den Unterricht im Hebräischen , angewandt und mit so gutem Erfolge, daß er es-bald versuchte, diese ihrer wenigstens neue) Methode in einer sorgfältig bearbeiteten Form dem größer» Publikum vorzulegen. Er wollte, wie Seidenstücker, die gewöhnlichen Sprachunterrichtsmethoden verbinden: „die lexikalische, welche mit Erlernung des ungeregelten Materials oder der Vocabeln anfangt, und die grammatikalische, welche die trocknen Regeln vorausschickt; er wollte dem Schüler das Material der Sprache, ohne Regeln, jedoch nach Regeln, mittheilen." Ein nach diesem Plane für das Hebräische bearbeitetes Schulbuch mußte (abgesehen von dem Vortheile eines bereits gegebnen Vorbildes) so viel Schwierigkeiten darbieten, daß. kein Billigdenkender sogleich ein vollkommnes, wie aus einem Gusse hecvortretrndrs Werk erwarten konnte. Wird die Methode als praktisch und richtig erkannt, und hat der Vers, die Befriedigung, den neuen Weg auch andre Lehrer mit Erfolg betreten zu sehen, so darf Ref. versichern: auch die Ausführung wird sich der Vollkommenheit immer mehr nähern. Ref. ist durch die Bande des Blutes ebenso wie durch stetes Besprechen und durch gemeinsames Wirken in derselben Lehr- und Erziehungsanstalt so vertraut mit des Vers. Ansichten, daß er hier zum Theil in dessen Namen mit reden dürfte. Derselbe hat sich ein festes grammatisches Ziel vorgesteckt, und gestrebt, dieses Ziel auf die angedeutete Weise zu erreichen. Er wollte die Schüler in diesem Bändchen bis zur vollständigen Kenntniß der Elementar-

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