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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-18 · Heft 60 (18.5.1839) · p. Seite 242

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 60 (18.5.1839)
Date
1839-05-18
Page
Seite 242 (sequence 4)
Language
German
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242 Eingang und eine so schöne Stufenlcitung gemacht haben würde; sie ist auch rm eigenllichen. rnatt .‘■jü, und ein unterirdischer Gang mag rvol einst in die geführt haben. Von dort ging ich zu einer anderen Quelle, die von den Arabern Shobi genannt wird, die Israeliten halten sie für die Siloa, die sich im Sande verliert, hier aber wieder zum Vorscheine kömmt. Nun war ich für den ersten Tag mit dem Siarat (Besuch der Gräber) fertig, und -am andern Lage unternahm ich in Begleitung des würdigen und gelehrten Rabbi Israel und vieler anderen Israeliten einen zweiten. Wir begaben uns nach dem Oelberg, und ungefähr eine Stunde vor der Stadt zeigte mir Rabbi Israel eins der größten Gebäude, die ich je gesehen habe; wir standen von außen an einem oberen Fenster, und erblickten den Eingang, eine' sehr große Lhüre, tief unter uns in einem Abgrunde. —- Welche Revolution muß auch der Boden Jerusalems erlitten haben, wenn Gebäude von solcher Höhe so tief, herabgcsunken sind! — Man nennt dieses Haus Vi2) ^'hn, ich weiß nicht aus welchem Grunde; die Arcbitectur ist von gleichem Style mit dem Vll5 in Mirun. Wir gingen von einer Höhle in die andere, dann setzten wir uns zu einem frugalen Mahle, das aus guten Kürbissen bestand, und froh darüber hier in einer Gesellschaft von so vielen ausgezeichneten Israeliten gewesen zu sein, begab ich mich endlich nach Hause. Auf dem Wege paffirten wir noch daS Grabmal David's und Schelomo'S. Es ist ein schönes Gebäude, im Innern soll jedoch.nichts Besonderes zu sehen sein. Ich'konnte nicht dahin gelangen, weil ich nicht im Stande war, den Wächtern genug Bakschisch (Trinkgeld) zu spenden. Am dritten Tage ging ich zuder weltberühmten V3‘n5>72!ri Diese ist ein wahres Denkmal auS der uralten Zeit, denn hier erblickt man noch neun Reihen der Grundmauer. Die Steine sind sehr groß, einige sind zwölf Ellen lang und' eine Mannshöhe breit/ der kleinste ist zwei Ellen lang und ein und ein Viertel Elle breit. Äeder ist auf allen vier Seiten derObcrfläche so behauen, daß der mittlere Theil hervorragend'ist. Die Steine sind ohne alle Bindungsmittel zusammengesetzt^ und dennoch so dicht, daß man keine Nadel in die Zwischenräume bringen kann.' Hierher kommen die Jstacliten an jedem Freitage, um für ihre in fremden Landern wohnenden Brüder zu beten; die Namen aller. Wohlthäter werden hier erwähnt und für sie .insbesondere gebetet. An der rechten Seite dieser heiligen Mauer steht ein kleines Häuschen. AuS dem Innern dieses Häuschens, so sagte mir mein Begleiter, gelange man aus eine hohe Treppe, von der man in das Innere des Tempelberges und eins der an-, stoßenden Gebäude sehen könne, doch dürfe er mich nicht begleiten, da er polnisch gekleidet sei, und kein Arabisch verstehe. Ich ging nun ohne ihn gerade zu hinein, und fand wirklich eine hohe Treppe, von der ich durch ein Fenster eine Aussicht in das Innere des Vorhofes hatte. Auch mehre mit Strohmatten belegte Zimmer erblickte ich, ein Pulpet für den Scheich ul Islam, außerdem aber nichts Bemerkenöwerthes. Diese Zimmer werden nur zu gewissen Zeiten, wie z. B. im Monat Ramathan benutzt. Die Steine fand ich hier fast noch größer als die, welche ich vorhin gesehen hatte; in der Ferne waren sie den äußern gleich. <AlS ich die Treppe wieder hinab ging, wurde ich von einigen Weibspersonen bewillkommt, die mich für einen ihrer Besucher erkennen wollten,^ ein ganzer Schwarm versammelte sich um mich, und nur mit Mühe konnte ich ihnen entkommen. — Hier an dieser Mauer, wo einst Gott in seiner Heiligkeit thronte, hier wohnt jetzt ein Auswurf der Menschheit; tv^p ‘■Tiirb ftmrt . ' . (Schluß folgt.) Anzeiger. In demselben werden Aimoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebübreu für die gespaltene Zeile au- Petit-Schrift oder deren Raum aufgeuonunen. Die Verlagshandlung. Lei den Unterzeichneten ist so eben erschienen, und in allen Luchhandlun§en yorräthig: J+äK (jfj.K*> Compendium Doctrinae Ethicae, auctore Al-Gazali Tusensi, philosopho Arabuin clarissimo, de arabico hebraice conversum ab Abrabamo bar-Chasdai ESarcinonensi, über argumento luculentissimus et oratione dulcissimus, nunc primum ex.tribns codicibus yetustis Bibliotliccae Seuatns Amplissimi Lipsiensis edilus hebraicisque prolegomenis instructus a J. GoUlenthal, Philosophiae Doctore AA. LL. Maqislro Rabbinatusque CamlUUito. Auch unter dem Titel: raan 128 bmn r>ivitzsn ron p-rs 'awa ibd ‘n:“ piütza iprom •fynn asä nt -ii^tz -rnsnn \sion. 12 brms '1 -tz8NI333-ltz83 2pJ’’' '38 N31W82. Preis 1^ Thal er. Leipzig, im Mai 1839. Gebhardt cf* Meisland. Eine norddeutsche Gemeinde wünscht einen guten Vorbeter, Religionslehrer und Schächter, der sowol religiös gesinnt ist, als auch der Zeit angemessne Bildung besitzt, zum 1. Oktober a. c. anzunehmen. Seine Einkünfte belaufen sich zwischen 4—500 Thalern jährlich nebst guter, freier Wohnung. Anmeldungen beliebe man an die Redaktion dieser Zeitung unter Chiffre M. W. R. portofrei einzusenden. Ein Sohn rechtlicher Eltern, der das Buchbinden erlernen will, kann Unterkommen bei . .. D. Probst in Schöningen. Redactcur: vr. L. Philippfon. Verlag von Baumgartner- Duchharrdlrrng. — Druck von 2. B. Hirfchfeld. (Hierzu das literar. und homilet. Beiblatt No. 14.)

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