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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-11 · Heft 57 (11.5.1839) · p. Seite 51

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 57 (11.5.1839)
Date
1839-05-11
Page
Seite 51 (sequence 7)
Language
German
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51 Dies war denn für Herrn de Sola Berufs genug, nach vielseitigen Aufforderungen an die Herausgabe des vorliegenden Werkes zu gehen; zu diesem Ende, um von den prosaischen Theilen und den Schrifcstellen eine buchstäbliche Uebecsetzung zu liefern, wurde für diese der David Levi zu Grunde gelegt, ohne jedoch Verbesserungen zu versäumen. Für die Psalmenstücke wurde Mendelssohn als Führer gebraucht. Zn den poetischen Stücken strebte der Verf. den Geist der Dichtung wiederzugeben, nur ein Stück wurde metrisch behandelt, Adon Olam p» 100. Der Vers, versichert übrigens, sich von den Ansichten Raschi's, Kimchi's, Aden Esra's, von den Vorschriften des Talmud, Maimuni, Abudraham nicht entfernt zu haben, und wenigstens einer Autorität immer gefolgt zu sein. 'Er giebt zwar zu, daß er eine fließendere, und dem englischen Ohre angenehmere Uebersetzung hätte liefern können, giebt aber zu bedenken, daß der biblische Geist zu weit entfernt läge, daß die Gebete immer einen mit der Bibel vertrauten Leser voraussetzen. .Daß er über eine buchstäbliche Uebersetzung vorgezogen, dazu habe ihn noch besonders der Grund bewogen, daß er diese Uebersetzung nicht dazu bestimmt hat, düs Verstandniß der hebräischen Sprache überflüssig zu machen. Ec bedauert es tief, daß diese in den letzten Zeiten so sehr vernachlässigt, und dadurch das einzige äußerliche Band der Zscaeliten so schwach geworden. Ec meint, daß seine Uebertragung eher dazu angewendet werde, die Kinder nach ihr im Hebr. zu unterrichten. — Für den Text macht er noch die große Correktheit, für die er keine Mühe gescheut, bemerklich, und daß für ihn ganz neue Lettern gegossen wurden, auch habe er z. B. bei den Amida's (r'Ä) nicht die gewöhnlichen Auslassungen angelvendet, um das Umschlagen zu vermeiden. Nachdem Herr de Sola die Grundsätze offen dargelegt, nach denen er gearbeitet, kann man zwar übxc diese verschiedener Ansicht sein, aber sie muffen jedenfalls die Basis zur Beurtheilung seiner Leistungen geben. Es ist allerdings bei allen zu kirchlichen Zwecken bestimmten Werken von vielen Seiten wünschenswerth, daß sie gewiffen Autoritäten folgen, um mehr Einheit in sie zu bringen, wie bei den Katholiken die Vulgata, bei Protestanten die Lutber'sche Bibeln Dennoch hat es nicht die Mendelssobn'sche Pentateuchübersetzung, und noch weniger seine Psalmen, dahin bringen können, eine gewisse kirchliche Sanktion zu erhalten, was schon darin liegen mußte, daß bis jetzt höchstens innerhalb der Predigten eine deutsche Uebectraqung einigen Einfluß auf die Synagoge gewinnen konnte. Es ist daher zu bedauern, daß Herr de Sola nicht neuere deutsche Arbeiten bei den Psalmstücken benutzt hat, da die Mendelssohn'schen noch so viele Mangel haben. Der eigenthümliche Charakter der de Sola'scken Uebersctzung ist nun Klarheit und Deutlichkeit, ohne Vermeidung der Breite. Gegenüber dem concinnen und intensiven hebräischen Texte, wird es jederzeit erfreulich sein, auf der Kehrseite das möglichste Verstandniß herangebracht zu sehen, aber nichts desto weniger werden die langen Auflösungen der hebräischen Formen, die öfters prosaischen Ausdrücke für die kräftigen originalen, das dadurch bewirkte Zerfließen der Sprache auffällig sein, so daß wohl der Genuß des Textes dadurch erhöht, aber der der Uebertragung vermindert, wird. Wahlen wir hierzu einige Beispiele. Ps. 104 (der von den Portugiesen nicht am Sabbat Mincha, sondern am Abend des Neumonds gebetet wird,) 'tti i-injiun „Wko laveth the beams of bis chambers m the waters,’ *(giebt den Sinn des Hebräischen gar nicht, wo durch rrn*^ an 1. B. M. 1, 7 erinnert werden soll,) who makelh the clouds bis chariot, who walkelh lipon the wings of the wind. He niaketh the winds etc.“ 'ttl nDJ „He hath fouuded the earth on its basis, so that it can neverbe nioved.“ Im Hallet 'ttl »It is pleasingunto me that the Lord hath gravioasly' heard my voice and my supplicalions.“ bäl „They compasspd me about like a swarin of bees, they flashed round me as a fire of thorns; but in the name of the Lord will I cut them off. “ Zn der Inn^tü z. B. UnttSI DT „he is my GodcC and I will prepäre an babitation ’for him“ (nach Onkelos, wogegen schon Raschi; die Englischen Bibeln nehmen es sammtlich in diesem Sinne.) 'ttl pnpl „And in the greatness of thy excellency hast thou overthiwn those who rose up.agünst theetC — 16 Wörter für 4 hebräische! — Diese so herausgehobenen Beispiele mögen genügen, um das an sich höchst verdienstvolle Werk des Herrn de Sola für unsere Leser zu charakterisiren. Am Ende voll No. 1 finden sich auch 7 Seiten Noten, deren meiste zur Erklärung der talmudischen Stücke vor -fVO -wsn dienen. Der Vertheidigung des gegen die Ansicht Abarbanel's hatte es nicht bedurft, wahrscheinlich wollte Herr de Sola daran eben seine Grundsätze entwickeln. Die Bearbeitung der Gebete am Rosch haschana und Jom Kipur ist nun bei den Portugiesen ein ungemeines leichter, als bei uns. Die Gebete der letzteren sind bekanntlich sehr einfach, verständlich, und beschränken sich auf einige Gesänge von Gabirol und Juda Halevi: da sind nicht die unzähligen Unverständlichkeiten der Kalic'schen Stücke zu überwinden, da heißt es nicht, sich durch das Docnengestrippe der verworrenen Pijutim hindurchzudrangen, so gut es gehen will, und manchen Gordischen Knoten — mit dem Schwerte zu durchhaüen. Auch hier hat Herr de Sola sich an seinen Grundsatz gehalten, eine Uebersetzung zu liefern, welche den Sinn verständlich und klar macht/ohne die poetischen Schönheiten poetisch wiederzugeben. Deshalb ist eroft mehr paraphrastisch, als wörtlich. Z. B. in dem immer wiederkchrenden uns nniDS r2:s: Drittln ns cnmn Dyn2a „they were powerful, and able to stand in the breach, and to repel by their intercession the evil decrees.“ Zn dem schönen Gebete, das am ersten Tage n'b gleich nach der Schkra eingefügt wird: sb]«2125 ö*bi. t)nn.5i tinni ttsr * „ Although l am piivsiied and' impeiled by my evil passionsj as a straw is driven by the wind; yet, my stubborness is neither sub dued nor humbled.“ Bei den Sd?onn das 112^^1 b^22 r „k'or the sake of thy aitributes ofmercy, prodaimed when he passed. “ Haben wir aber uns einmal mit dieser Uebersetzüngsweise verstanden, so enthalt die de Sola'sche Arbeit viele treffliche Stücke. Wir führen als Beispiel das ambs von den Portugiesen recitirte M2b?2 1N2 von. Gabriol an-

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