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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-11 · Heft 57 (11.5.1839) · p. Seite 50

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 57 (11.5.1839)
Date
1839-05-11
Page
Seite 50 (sequence 6)
Language
German
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30 diese Bereicherung unsrer Literatur eine volle Anerkennung gestatten, .mag er in seinem unermüdeten Streben auch durch äußerliche Förderung erfreut werden, die in dem Fache, dem er seine Kräfte geliehen, sonst so spärlich zu fließen pflegt. 40) tPTiöö ©Tip bi-rp Artins' rvibsnn Tiö. Forius of Prayer according to the custoi» 'of the spanish and portuguese Jews-Willi an English Translation, by the Rev. D. A. De Sola, minister |of the congregation of spanish and portuguese Jews, Revis Marks, London. To which are äddcd, tables fonning a colnplete hebrew Ahnanac, from A. M. 5596—1836, tili the year 5646—1886. Vol. I. Daily Travers. London. 5596. gt. 8, ©. XVI. unb 190 Doppelseiten (also 380 S.) 41) Dasselbe. Vol. II. I^exv Vear's Service. NdDN. London 5596. 113 Doppelseüm (226 S.) 42) Dasselbe. Vol. III. Day of Atonement Service. üT’b '0' ^122. London. 5597. 233 Doppelseiten (466 S.) Dieses, dem Sir Moses Montefiore gewidmete, und durch diesen in's Leben, gerufene und reichlich unterstützte Werk, wie es vor uns liegt in köstlichem Einband, aus gediegenem Papier, mit vorzüglichen Lettern, macht einen der angenehmsten Eindrücke auf uns als Beschauer. Die wohlbekannten Lobpreisungen des Herrn, denen unsere Glaubensgenossenschaft nun schon seit Jahrtausenden ihre Zunge leihet, die Seufzer zerdrückter Geschlechter, das Stöhnen der Reue und Buße in langst versunkenen Generationen, die Trosteslieder der Zuversicht und des Gottvertrauens, wie sie ein Jahrhundert dem andern in unsrer Nation zugerufen — alles Dieses dann übertragen in ein reines Englisch, als Resultat vieler Studien, und eingekleidet in allen Schmuck, den die Gegenwart über ihre Lieblinge zu ergießen versteht — wie sollte uns dies nicht mehr als Etwas die Sicherheit geben, daß der Wandel des Irdischen unterthan ist der menschlichen Standhaftigkeit, und daß die Zeiten, trotz ihrer mannichfaltkgen Gestaltung, dennoch eine innige Verwandtschaft mit einander haben? Aus den Schachten dieser geistigen Bergwerke weiß dann die stetige Fortbildung der Menschheit immer neue Bruchsteine zu ihren Bauten, und immer neue Marmorblöcke zu deren Ausschmückung hervorzuschaffen. Es ist ein immer nicht genug gewürdigtes Zeichen einerseits der großen Beweglichkeit und Kraftäußerung, andrerseits des umfassenden Gehalts unsrer Zeit, daß, wahrend gerade in ihr die meisten Versuche das von der Vergangenheit Gegebene und dessen Autorität zu beseitigen, in jedem Gebiete, Zusammentreffen, dieses dennoch in der Literatur gegenwärtig mehr als je bearbeitet, in's Lichr gestellt, und in den verschiedensten Gestalten in die Erscheinung gerufen wird. Wann sind die griechischen und lateinischen Kirchenvater häufiger edirt worden, als im letzten Jahrzehend, und zu welcher Zeit/haben sie weniger Autorität besessen? Wann sind selbst die Klassiker in häufigeren Ausgaben erschienen, als in den letzten zwanzig Jahren, und wann sind häufigere Reactionen gegen ihren zu starken Schulgebrauch versucht worden? wann sind mehr Versuche gemacht worden, innerhalb des Judenthums, die Pijutkm, ja die hebräische Sprache aus dem Kultus zu. verdrängen, und wann sind mehr Editionen des Machsor erschienen, als kn der letzten Zeit — in einem Jahre in Norddeutschland 5 verschiedene —? Es scheint dies also im Charakter der Zeit zu liegen. Daß auch in England, bei den sogenannten portugiesischen Gemeinden, sich dies Bedürfnis einer Gebetübersetzung fühlbar gemacht, ist sehr natürlich, je weniger deren bis jetzt vorhanden war. Erfreulich ist es, daß dies Unternehmen in die Hände eines so tüchtigen Mannes gefallen ist, wie Herr De Sola ist; und so reichliche Unterstützung gefunden. Das Subscribentenverzeichniß hinter dem ersten Theile allein faßt an 500 Exemplare (worunter Montefiore mit 50 Exemplaren). Eine Zahl alter berühmter Namen leuchtet Einem aus demselben entgegen, und Kingston in Jamaika, Baltimore, Barbadoes, Montreal ss. haben ihre Exemplaca empfangen. Der Verf. giebt in einer schön geschriebenen Vorrede zu No. 1. zuerst einige Gedanken über die Gebete überhaupt, dann eine kurze Geschichte unsrer Gebete, zuletzt spricht er über die früheren Uebersetzungen der Gebete der spanischen und portugiesischen Juden. Aus Letzterem theil,en wir hier Folgendes mit. — Die erste Ausgabe einer Uebersetzung in's Spanische wurde bewerkstelligt durch E. Athias im Jahre 5312—1552. Seit dieser Zeit erschienen mehrere in Amsterdam, aber sämmtlich so unvollkommen, daß mit Recht 9L Isaak Nieto in seiner Vorrede zu den Oraciones'de Ros AsanayKipur sagt: Ün Castillano- Hebraico que no es ni Hebraico ni Castillano d. h. „Ein Spanisch-Hebräisch, was weder spanisch, noch hebräisch ist." In einem reinern Idiom und mit großer Eleganz des Styls erschien in London 5ft00—1740 eine spanische Uebecsetzung von einem Theil unsrer Gebete von R. I. Nieto, so daß es zu bedauern steht, daß diese Uebersetzung nur von einem so kleinen Theile' erschien. Bald jedoch wurde es nothwendig, das Spanische zu verlassen. Man vermag nicht die Zeit, zu bestimmen, wann die erste englische Uebersetzung verfertigt ward. Es sind Manuscripte dergleichen von einem 'relativ hohen Alter vorhanden^ Jedoch wimmeln sie von orthographischen und grammatikalischen Jrrthümern, so daß sie auch als literarische Cömpositionen werthlos sind. Dasselbe kann.gesagt werden von der ersten gedruckten englischen Uebersetzung von Gamliel ben Pedazzur und A. Alexander. Die erste englische Uebersetzung, welche diesen Namen in Wahrheit verdient, war die von David Levi, im Jahre 5549—1789. Obgleich ec viel cocrekter in dem Vecstandniß des Hebräischen als seine Vorgänger ist, so hater doch namentlich die poetischen Stücke mit so vielen Hebraismen und Pleonasmen wiedergegeben, und den poetischen Geist so wenig aufzufassen verstanden, daß die Uebersetzung oft-ganz ungenießbar wird. Eben so wenig kannte ec die damals schon vorhandenen Arbeiten Mendelssohn's, Fciedländer's, Euchel's, Vintura's, Fiorentino's ff. und benutzte sie demnächst nicht. Die späteren Ausgaben dieser Bearbeitung sind noch durch Fehlerhaftigkeit des Textes entstellt.

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