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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-07 · Heft 55 (7.5.1839) · p. Seite 221

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 55 (7.5.1839)
Date
1839-05-07
Page
Seite 221 (sequence 3)
Language
German
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22i eine wrllkommne Gabe, und praktisch verdienstvoll. - Der letzte Nachtrag ging bis zum Jahre 1833, der vorliegende von 1833 bis zum Ende des Jahres 1838., Jedoch ist daS Jahr 1838 noch unvollständig, indem mehrere Reskripte fehlen, welche-in dieser Zeitung bereits abgedruckt sind. Hingegen ist diese Zeitung — außer was proceßliche , Entscheidungen in Prkvatsachen betrifft — aus sammtlichen Jahren, wo sie exisiirt, nur in folgenden.beiden bemerkenswerthen, aber auch privatim gehaltenen Reskripten zu vervollständigen. Der erste Fall ist ein Reskript des Königl. Pceuß. Kammergerichts zu Berlin vom 29. Dec. 1837 an einen jübidischen Handelsmann über die Verpflegung jüdischer Gefangenen, und lautet: „Auf die von Ihnen unterm 8. Dezember d. I. bei des Herrn Justizministers Mühler Excellenz angebrachte un-d dem Kammergerichte zu Ihrer Bescheidung mitgetheilte Beschwerde wird Ihnen eröffnet,, daß nach dem Ministerial-Reskript vom 7. Juli 1837 die allgemeinen Bestimmungen wegen Verpflegung jüdischer Gefangenen noch zu erwarten stehen, und daß nach der vom Königl. Justizminifterio unterm 14. September 1832 genehmigten Instruktion für die Inspektion des städtischen Schuldgefangen - Hauses am Alexander- Platz No. 4 den Gefangenen die Alimenten-Gelder zur Besorgung ihrer Verpflegung nicht gezahlt werden dürfen, überdies aber die Gefangenkost in den' Wochentagen nur aus Brod und Vegetabilien besteht, deren Zubereitung von jüdischen Leuten-es nicht bedarf, weshalb Ihrem Anträge, Ihnen die Alimenten- Gelder zur eigenen Verpflegung zu zahlen, nicht statt gegeben werden kann." Der zweite Fall betrifft eine interessante Eingabe der Gemeinde zu Flathow. (Regierungsbez. Marienwerder.) Es fand sich dort nämlich der Unterschied, daß die christlichen Einwohner eine jährliche Zins-Abgabe von jedem Grundstücke von 19 Sgr. 3 Pf., hie jüdischen von 1 Thlr. 20 Sgr. 8 Pf. zu geben hatten, ebenso hatte die Zudenschaft einen jährlichen Schlachterzi'ns von 168 Thlr. 26 Sgr. 6 Pf. besonders zu entrichten. Unter dem 18, Juni 1838 wandte sich nun die Gemeinde in einer Jmmediat-Eingabe an Sc. Majestät, um den Erlaß dieser Extrasteuern, insbesondere sich berufend auf die HH. 7, 14 und 20 des Gesetzes vom 11. März 1812, wonach die Juden Grundstücke jeder Art gleich den christlichen Einwohnern' erwerben, und mit besonderen Abgaben nicht beschwert werden sollen. Unterm 22. Nov. 1838 erhielt die Gemeinde , die Allerhöchste Resolution, wonach jener Schlachterzins aufgehoben und die Rückstände erlassen,...die. Zins.,- Abgabe abev für. die. Juden, eben so wie für die Christen auf 19. Sgr. 3 Pf. he ru nLörg ese tzt wurde, ja sogar eine Abgabe von 25 Sgr. 3 Pf., welche jeder jüdischer Einlieger jährlichen entrichtest hatte, um deren Erlaß sie.nicht gebeten/ wurde in dieser Resolution aufgehoben. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 28. April. Angekommen: Neueste Sammlung der die religiöse und bürgerliche'Verfassung der Juden in den Königl. Prcuß. Staaten betreffenden Gesetze rc. Von Dr. I. H ein ema n n. — Die wichtigsten Pflichten der Israeliten. Ein Synagogalvortrag von L. Schütt, Rabb. — Nachrede zu einer Vorrede, von R. I. Fürsten thal. fWir bitten um Einsendung eines Exemplars des Werkes selbst, ohne das wir natürlichwon dieser „Nachrede" keinen Gebrauch machen können.) — Das Morgenland, eine Monatsschrift,. herausgegeben von S» Preiswert. Erster Jahrgangs— Bulletin bibliograpliique-No:. 4., [idü Le Lys d*Israel, par Anna Marie. 2 vols. Paris zu bemerken ist.) . . - Berlin, 24. April. (Privatmitth) Der schon-in No. 37 .erwähnte Supplmr entband zu der deutschen Bearbeitung des de Rvssi von Dr. Hamberger, welchen Herr Br. Zunz jetzt arbeitet, wird Berichtigungen aller Art, Vervollständigung mangelhafter Artikel, Fortführung der Nachrichten bis auf die neue ste Zeit rc. rc. entlMcn. Man weiß wohl im Voraus,-daß diese Arbeit erschöpfend sein wird. Möchte Herr Br. Zunz doch alsdann an eine neue Edition des Wolsf gehen! ■; Berlin, 25. April. (Privatmitth.) Der Dr. Moritz Veit beschäftigt sich damit, die kleineren, leider nur aphoristischen Arbeiten Moser'6 herauszugeben, ,die indeß von dem scharfsinnigen Geiste des Entschlafenen dennoch ein hevrliches Zeügniß oblegen werden. — ' ' Tübingen, 23. April. (Literarische Anfrage.) Woher kömmt eö, .daß neulichst die Hypothese des Herrn Reggio, nach welcher manche Ueberschriften der Psalmen Anfangöworte bestimmter Lieder sind, und zur Bezeichnung der Melodieen dienen sollten, von dem Verfasser als seine eigene, und dem Herausgeber der I. A. als eine neue und seltsame bezeichnet wurde, wahrend sie sich doch schon in Jbn Etzra's Commentar (s. dens. zu Ps. 56, 1 und 57, 1) findet, und von Eichhorn, des Weitern beleuchtet worden ist? Letzterer hat bei der Erklärung des nmi5n'auch nicht ermangelt / auf 5. Mof. 9, 26 hinzuwcisen. (s. dessen Einleit, in das A. T. B. II. S. 220 der 2. Aufl.) W.... n. C o r r es p o u d e N z e u. Ungarische Schulberichte. ' 2) Aus Warasdin in Croatien. (Schluß,) .;; .v; .. Daß man aber mit ihren Draschot cxllgem ein zufrieden sei, und sie so trefflich findet, daß man ihnen sogar hierzu applaudirt*), und daß man nachdem Ableben eines für den verbesser- ^) Das Zurufen ist noch kein Beweis des allge« meinen Beifalls. Viele Gtmeiudeqlieder rufen eS, sobald der Nabbiue der Kamel entsteigt, nicht deshalb zu, weil sie entzückt sind, sondern weil es herkömmlich ist; viele aber weil sie den Nabbincn nicht kränken, und sich selbst nicht herabsetzen wollen, und,nrir von Einigen — kann eö alS Beifall gelten. Was aber der Hr. Nef. unter „Hevicka" der Nabbinen verstand, konnten wir' u»S hier, trotz dem, daß wir alle nur möglichen . Nachschlagbücher zu Räthe zogen, nicht erklären, daher glaube ich, daß eS andern, Lesern nicht besser gegangen sei. So eben aber erfuhr ich durch Zufall daß: „Hevicka" ein in Böhmen üblicher Ausdruck ist und dort soviel wie: R e i n e Wahrheit, bedeuten solle. Ich glaube nun, daß mir die meisten Leser Dank dafür wissen werden, daß ich hier diese Bedeutung mittheile, und der Hr. Verfasser hoffe ich, wird es nicht für ungut nehmen, daß ich mir die'Freiheit-nehme, ihn aufmerksam zu mache«, daß er mit seinem „Hevicka" gegen die Sprachreinheit, die allen denen, die auf eine gute Schreibart Anspruch machen wollen,. Wt

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