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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-07 · Heft 55 (7.5.1839) · p. Seite 220

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 55 (7.5.1839)
Date
1839-05-07
Page
Seite 220 (sequence 2)
Language
German
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220 noch lange, lange. Jahre zum Wohl der Stadt erhalten wolle. Der Vorstand glaubt'mit.chr Bitte schließen zu dürfen, Daß Sie. die Gewogenheit haben möchten - Ihxem Herrn Nachfolger>m demHommiffariate: die-/Angele^Mheittw-dex israclitischen Gemeinde zü empfehlen, demselben zu sagen, in welcher Gestalt er sie finden, und daß er ein gutes Werk vollbringen wird, wenn er in Ihrem Geiste die Angelegenheiten weiter leitet; der, Vorstand bsttet ferner darum, , daß Sie, wenn Sachen' der israelitischen Gemeinde in den Sitzungen hohen Senats zur Berathung vorliegen werden, mit dem Schatze Ihrer Erfahrungen und Ihrer Weisheit zu günstigen Beschlüssen beitragen und auf diese Weise Ihre so segensreiche Wirksamkeit für dieselbe fortfetzen wollen. In tiefer und aufrichtiger Verehrung., beharrend.' Ser Vorstand der Israelitischen Gemeinde. Frankfurta. M., den 26.' Februar 1839." Berlin, 25. April. (Privatmitth.) Dr. Zunz ist nun definitiv zum Director des hiesigen jüdischen Seminars ernannt worden; er erhalt'dadurch-einen würdigen Wirkungskreis, den er freilich ^noch zu sich Heraufziehen muß, und ein, wir wollen hoffen, ergiebiges Saatfeld für sein unendlich reiches Wissen. Glog au, 18. April. Die Hreuß. Staats-Zeitung vom 25. giebt von hieraus Folgendes: „Eine Privat-Mitthe!- lung in der Schlesischen Zeitung 'entnehmen wir: „Gestern fand hier die Jubelfeier wegen der am 17. April 1814 erfolgten Befreiung Glogaus von den Franzosen statt. Die frommen Gemeinden wallten, die Wichtigkeit des Tages dankbar erkennend, in ihre Tempel; die Geistlichen der drei Konfessionen und der jüdischen Gemeinde, welche in ihrer Synagoge zum erstenmale Deutsche Predigt hörtt, unterließen nicht, auf die so fortdauernd bestehende Eintracht der verschiedenen Religions-Bekenner und auf die segensreiche Wilde des Preußischen Scepters aufmerksam zu machen, wodurch sich Glogau nach schwerer Prüfungszeit zur zweiten Stadt Schlesiens erheben konnte." Hierauf folgten dann in den Lokalen der Plantage und der Loge Mittagsmahls und am Abend ein Ball auf der Plantage, .zu welchem sich beide Gesellschaften vereinigt hatten." — Diese Mittheilung enthalt nichts Wichtiges, als daß die Preuß. Staats-Zeitung hier von „deutschen Predigten" in einer Synagoge unsrer Monarchie spricht — was ungemein erfreulich ist. . 'Schwerin a. d. Warthe, 15. April. (Privatmitth.) Am heutigen Tage feierte die hiesige Gemeinde ein wahrhaft herzechcbendes Fest, denn es würbe der Grundstein zu einer'.neuen Synagoge, gelegt, welche zwar auf der Stelle der alten, aber von größerm Umfange, und nach, einer, vom Provinzial-Bauinspektor entworfenen, und von der Königlichen- Regierung genehmigten Zeichnung ausgeführt werden soll. 'Die, von dem ersten Vorstande der Verwaltung, Herrn.Hirsch 'Liepmann Krakau, . angeordnete Feierlichkeit, an welcher, außer sammtlichcn Korporations-Beamten und der Bau-Kommission, auch der Magistxat und die Geistlichen des Orts Thekl nahmen, fand in einer, der Würde .des Gegenstandes angemessenen Weise statt. .. Nachdem die Eingeladenen sich an dem, dazu bestimmten Orte eingefunden hatten, , begaben sie sich auf die Baustelle, wo unser Rabbine, Herr Heymann Joel, u6ei*. den Text:.>1 B. Mos. 28. 22. eine gehaltvolle, alle Anwesende tief epAreifende Rede in deutscher Sprache hielt.! .Obgleich der feMiche, seltene Akt eine.große Menschenmenge von, allen Konfessionen herbeigezogen hatte, herrschte doch" Stille und Ordnung, und auf allen Gesichtern die innigste Teilnahme, weil jeder es ssühlte, daß es Worte des Herzens waren, "tue der würdige Mann sprach.- Der Redner hat auch die wichtigsten, die alte Synagoge, die Gemeinde und ihre Interessen zunächst betreffenden Data in hebräischer .Sprache auf eine Pergamentrolle schreiben lassen, die gleich nach geendigter Rede, neben dein, von ihm und den Korpoxations-Beamten gelegten Grundstein für die Nachkom'men aufdewahrt'würde. Bevor die Versammlung die Baustelle verließ,...^errichtete der Herr Rabbine das. Wihi Noam-Gebet und -sprach den priesteclichen Segen.' Die ganze Feierlichkeit schloß mit einer frugalen Bewirthung' im Hause des Verwaltungs-Beistandes, Herrn.Aron Salömon Heymann. ' - Möge das heilige, unter den günstigsten Äuspicien begonnene Werk, nach dessen Vollendung sich viele fromme Herzen sehnen, recht bald in seiner ganzen Herrlichkeit chastehen, die jetzt vereinzelten Gebete unserer Gemeinde wieder . zum. gemeinsamen,' würdevollen Gottesdienst vereinen, und in diesem eine unversiegbare Segensquelle herabgerufen werden.über diejenigen, die durch Spenden und sonstige wirksame Theilnahme sich um die Förderung des Baues verdient machen. . M.., Zürich, 12. April. (Privatmitth.) Obgleich es hier von den Verhandlungen' über die'Verhältnisse der Juden wieder, ganz ruhig ist, (s. No. 8.), so ist für die streitlustigen und hadervollen schweizerischen Blatrer auch diese Angelegenheit-ein zu scharmanter Bissen, um den sie herumnagen, über den sie sich zerfleischen können, als daßsie ihn so schnell fahren lassen sollten. Die Partei für die Verbesserung unserer Lage ist aber, wie jede Partei.für das Bessere in der Schweiz, die schwächere. Nirgends wol, wie in der Schweiz, tritt das verrostete Vorurtheil, der eingeborene Haß, die natürliche Beschränktheit der Ansichten, so nackt und ungescheut .auf,- und nicht, bloß in unsrer Sache. In anderen Landern huldigt jede. Partei wenigstens zum Scheine dem allgemeinen. Urtheile. Aber hier ist gar kein allgemeines Ürtheil vorhanden, weil eines Joden Urtheil Parteisache ist. Der „Volksbote" fährt in der mannhaften Verteidigung der Juden unbehindert fort. Mehrere Nummern, worin er dies auf die kräftigste Weise thut, liegen vor mir, allein Sie haben, ein charakterisirendes Beispiel, wie er sich darüber ausspricht, bereits gegeben.'- Da ist hingegen ein Blatt,: „die Bürklizeitung",.- welches, -sich durch die gemeinste Gehässigkeit, durch die mittelalterlichsten Insinuationen, durch abgeschmackte Artikel, noch abgeschmacktere Anekdoten rc. recht viele Abonnenten zu verschaffen sucht — aber trotz dem bald an Entkräftung sanftftlig verscheiden Wird. ii. Magdeburg, 28.April. (Privatmitth.) Die Heinemann'scht Sammlung der Gesetze und Erkenntnisse, welche Juden in-Preußen betreffen/ ist auch in ihrer Foctsetzunz

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