Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 52 (30.4.1839)
- Date
- 1839-04-30
- Page
- Seite 208 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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208 blattes auch nur die flüchtigste Skizze der Schickungen zu , fassen, .welche in dieser langen Zeit über Zsrael's Volk im Allgemeinen^, über unsere frankfurter Gemeinde rm BHn^ deren, erginAn! Wunderbar unL» von tief würzelüders vergänglichen Anlagen zu geistiger und sittlicher Eultur zeugend, damit aber auch das unverlierbare Recht auf bürgerliche und politische Gleichstellung begründend, bewahrt sich die Ausdauer der Nachkommen jener uraltesten Stamme; unter entnervendem Druck die unnachlassende Kraft intellectueller Springfedern und das rastlose Streben nach einer würdigen Theilnahme an den gemeinsamen Angelegenheiten. Auch die äußere Begünstigung ist nicht ausgeblieben. Der Zeitgeist gebot vielfache Umwandlungen; gewaltig und nachhaltend har er sich in den Communalverhältnissen der Israeliten kund gegeben. War auch, was die Frankfurter Gemeinde angeht, der erste Gewinn, weil er wie im Sturme zugefallen, nicht ganz zu behaupten, — so hangt doch der endliche Erfolg nur ab von dem Beharren bei den Grundsätzen, die-sich bis daher so fruchtbringend bewährt haben. Uebergehend zu dem Geschichtlichen der Neuzeit bemerken wir nur, wie der Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am 12. März v. I. um eine Ergänzung der seine Organisation betreffenden Vorschriften gebeten hat, worauf, unter Vorbehalt angemessener Veränderungen, das oben ^gedachte Regulativ beliebt wurde, dessen Bestimmungen im Auszug nachzuliefern wir uns Vorbehalten. Für heute wollen wir einstweilen zwei in die Zeit vor dem Erlaß des Regulatives fallende Actenstücke, deren geneigte Mittheilung wir dem verehrten- Vorstände der israelitischen Gemeinde verdanken, der Oeffentlichkeit übergeben. 1. Schreiben des Herrn Schöffen und Senators-Ihm an den Vorstand der israelitischen Gemeinde: „Löblicher Vorstand der israelitischen Gemeinde! Hoher Senat hat meinem wiederholt erneuerten Gesuche von dem Eommissariate bei der israelitischen Gemeinde entbunden zu werden, nachgegeben. Vorgerücktes Alter, angegriffene Gesundheit, würden ein solches Gesuch weniger zur Reife gebracht haben, als die Bewegungen einer Partei, wodurch eine vieljährige, -ununterbrochen anhaltende, von mir sorgfältig gepflegte Eintracht in dieser Gemeinde ebenso plötzlich als fühlbar gestört wurde. Ich trete nunmehr aus einem fast zwanzigjährigen Wirkungskreis, den ich mit allen meinen Kräften nützlich auszufüllen suchte. Daß solcher kein gewöhnlicher Geschaftskreis, daß vielmehr hierin höhere Zwecke zu ^erzielen waren, stand mir gleich anfänglich in klarem Bewußtsein vor Augen. Rühmen und dankbar anerkennen muß ich es, daß löblicher Vorstand der israelitischen Gemeinde mich fortwährend auf die erfolgreichste Art mit voller Hingebung, Einsicht und Beharrlichkeit unterstützte. Aus solchen gemeinnützigen Bestrebungen entwickelten sich auf die befriedigendste Weise mannigfaltige, wahrhaft erfreuliche Zustande in der israelitischen Gemeinde, erkennbar in vielen sittlichen und geistigen Beziehungen. Ihr selbst, jedem Menschenfreund, allen Staatsbehörden, ja sogar dem hiesigen ganzen Gesammtwesen, mußte dieß Ergebniß willkommen sein. Auf dieser segensvollen Bahn weitere Fortschritte gemacht zu sehen, würde für denjenigen, dem während einer langen bildungsrekchen Entwickelungsperiode das errungene Bessere zu einer Quelle Angenehmer Empfindungen wurde, auch noch nach seiner Trennung eine Dnende, aufheitechde Erscheinung seim' Die Erinwerüng^ an, und zwar usiteb Theilnahme des Vorstandes, heilsam Erwirktes, wird mir bd^cc auch stets werth und theuer bleiben, und freuen sollte es mich, wenn das Andenken an meine Person mir erhalten bliebe. Was einen Lichtpunkt in den Verhältnissen der israelitischen Gemeinde bildet, dieß ist die israelitische Real- und Volksschule. Ihren wahrhaft ausgezeichneten Leistungen sind ohne Zweifel die meisten der nunmehr in schönen Früchten sichtbarenneuen Gestaltungen beizumesien. Daß unecmüdeter Eifer das Gedeihen solcher segensreichen Erndten ferner befördern möge, gehört zu meinen wärmsten Wünschen. Ich ersuche löblichen Vorstand-, sowol den Schulrath, als das gesammte. Lehrerpersonal von dieser ihm stets gewidmeten Theilnahme -zu unterrichten. Allerseitige Erinnerung an mich würde mir auch von dieser Seite von vorzüglichem Werth sein. Von solchen Wünschen und Gesinnungen belebt, nenne ich mich löblichen Vorstandes ganz ,Ergebenen: Der.Schöff und Senator Friedrich Ihm. Frankfurt, 20. Febr. 1839." (Sch luß folgt.) 'Literarische Nachrichten. Magdeburg, 22. April. Angckommen: ‘idO, herausgegeben von S. L. Goldenberg (wonach ein Druckfehler in No. 41 zu verbessern), 4r Bd. Diese Fortsetzung der werthvollen Sammlung enthält nicht minder für den Freund und Beflissenen der jüdischen Literatur interessante Piecen, worüber baldigst berichtet werden wird. Wien, 12. April. (Privatmitth.) Der durch seine früheren Leistungen in der hebräischen Literatur, besonders aber, durch sein , Trauerspiel nach Racine's Athalie rübmlichst bekannte Meier Letteris hat ein neues Drama, betitelt üiViZ) ‘inöfi? , nach Racine's Esther — diesem erst in der jüngsten Zeit wieder bervorgebobenen Meisterwerke — vollendet, welches nächstens erscheinen wird. Wir können vorläufig als auf eine vorzügliche Arbeit aufmerksam machen. — Ignaz Jeitteles hat wegen seiner vielfachen literarischen Verdienste von der Universität zü Jena das Doktordiplom honoris causa erhalten. Tages-Controle. Fürstenthum Paderborn. — Großherzogthum Posen. (Schluß.) Was unsre eigne Ansicht betrifft, so glauben wir, daß das Gesetz vom 20. p. den Bauern wenig frommt, dage-