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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1920-01-01 · Heft 1-6 (Januar 1920) · p. Seite 19

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
16 (1920)
Issue
Heft 1-6 (Januar 1920)
Article
Die ostjüdische Einwanderungsbevölkerung der Stadt Berlin
Date
1920-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Gepräge. Auch in den Familien, für die der Sonnabend Arbeitstag geworden ist, — und es sind, abgesehen von galizianischen Familien des Ghetto, nicht wenige — werden am Freitag abend die Sabbathkerzen angezündet. Ein sehr geringes Interesse hat zumal die ältere Generation für zionistische Fragen, Im allgemeinen sorgen die Ostjuden dafür, daß auch ihre Kinder hebräisch lernen. Die Kinder der Ghettogegend gehen fast durchweg nachmittags zwei Stunden in die ausschließlich osfjüdischen Religionsschulen in der Grenadier- und Dragonerstraße und lernen im jüdischen Schrifttum. Nicht wenige der ostjüdischen Kinder, die eine höhere. Schule besuchen," haben außer im Religionsunterricht dort zu Hause einen Lehrer, mit dem sie hebräisch lernen. Die Leitung der Schule, die eine größere Anzahl ostjüdischer Kinder unter ihren Schülern zählt,'glaubt, daß der Einfluß der ostjüdischen Lehrer in ihren Religionsstunden, den „Talmud Thoras", auf die Kinder in den letzten Jahren stärker geworden ist und erklärt damit die Zunahme des Fehlens resp. Nichtschreibens an den Sonnabenden. In anderen Schulen scheint diese Erfahrung nicht gemacht worden zu sein. Es läßt sich nicht feststellen, wie viele ostjüdische Kinder die höheren Schulen besuchen. Die Zahl dürfte verhältnismäßig nicht gering sein. Von dem Direktor einer "[*^ -g-» \r% iT\ " O ft ■% 1 S~\ £\ r - 'i t C /~* *~" -— m^~\ <"> -—■— ,--v - -v-* r\ l^i r~\ — /"V -i-=» niiautiiöLiluiL uci i UUiav~ii\-Ji VJCiHCiilUC ilUiCü ß wir, daß viele Kinder trotz ärmlicher Verhältnisse der Eltern einen Hauslehrer haben, um für das Gymnasium vorbereitet zu werden. In der Schule der jüdischen Gemeinde ist zwischen den Leistungen ostjüdischer Kinder und der anderen iüdischen Schüler kein d> wesentlicher Unterschied festzustellen. Zusammenfassend läßt sich wohl sagen, daß bereits die zweite Generation, wenn sie hier aufgewachsen ist, in der jüdischen Bevölkerung keine Sondergruppe mehr bildet. § 2. i Die industrielle Tätigkeit. Wie schon erwähnt, ist rein zahlenmäßig der Anteil der berufstätigen Ostjuden in der Industrie am stärksten. Sie verteilen sich aber nicht gleichmäßig auf die verschiedenen .........."........ .............."........<-> ■ .................■........■'..............~..............~...........................'........ Industriearten. Wir haben aus der vorstehenden Tabelle vier Gruppen gefunden, in denen Ostjuden in größerer Zahl, d. h. zu mehr als 100 Personen tätig sind. Bekleidungsgewerbe . . 1565 Personen 53,34 % Industrie der Nahrungs¬ und Genußmitte! . . 523 „ 17,82 % Industrie der Maschinen und Apparate ... 151 „ 5,14 % Metallverarbeitung . . 124 „ 4.22 % Nun bildet innerhalb einer Berufsabteilung des Berliner Wirtschaftslebens eine ostjüdische Gruppe von 100 Personen gewiß keine größere Masse. Aber in ihrer Gesamtheit zeigen die ostjüdischen Gruppen trotz Kleinheit der einzelnen manche Besonderheit. Schon die - überwiegende Beschäftigung innerhalb dieser vier Berufsabteilungen ist typisch für die industrielle Betätigung.1) Zur Illustration bringen wir eine vergleichende Tabelle der industriellen Berufe bei den Juden Rußlands (nach der Volkszählung von 1897 im Ansiedlungsrayon) und Galiziens (nach der Volkszählung von 1900), (Siehe Tabelle auf nachfolgender Seite.) j Der Anteil der Juden unter der Deruistätigen Bevölkerung in der gesamten Industrie des Ansiedlungsrayons beträgt 34,4 %, in Gaüzien 31,2", . Das bedeutet, daß in den Klassen 1, 2, 3 der Anteil der Juden tief unter dem Durchschnitt bleibt, ihr' Anteil an den tertiären mittleren Produktionsstadien J) Wir entnehmen die Darstellung der industriellen Tätigkeit der Juden in Rußland und Gaüzien einem Aufsatz von Ber Borochow: Zur jüdischen Arbeiter- Komominn V\ia Kt ciclatt A i 1 ii'iAicr-hp Ppuhp Dp7Pmhpi- V.J V» \- U 1 I . i IV, JL IVtkJiUlLj ' III | n vi 1_ in J \ i Ii» v- . •— v.*jw..if-'>~. 1913.

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