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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1920-01-01 · Heft 1-6 (Januar 1920) · p. Seite 17

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
16 (1920)
Issue
Heft 1-6 (Januar 1920)
Article
Die ostjüdische Einwanderungsbevölkerung der Stadt Berlin
Date
1920-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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- 11 luden ganz unverhältnismäßig stark vertreten sein, Gering ist die Zahl der ostjüdischen Prostituierten. Zwar ist öfter behauptet worden, daß sie in den letzten Jahren in Zunahme begriffen seien. Gerade»ein Urteil über diese Fragen ist aber bei dem Mangel an genauen '/„ui^. \r~-o<~i,A ~.. —u — />diiicn um givuici vuiöiua nui l,\x gcucn, zumal nach Aussagen der zuständigen Revierbeamten viele nicht jüdische Prostituierte besonders in den jüdischen Straßen wohnen. Zweites K*a p i t e 1. Die Berufe der Ostjuden. § i. Allgemeine Uebersicht. I.*) Berufsa b t e i 1 u n g Deutsch gebürtige Juden Ostjuden Galizianer Rumänen Russen A. Landwirtsch, . 22 6 1 _ 5 B. Industrie . . i3 539 2 934 1864 117 953 C. Handel u. Ver¬ Verkehr . . 15 825 2 643 1784 185 674 D. Häusi,Dienste 821 231 198 3 30 E. Oefftl Dienste, freie Berufe . 3 291 339 97 17 225 Insgesamt: 133 498| 6 153 j 3 944 | 322 11 887 Ii. B. Industrie . . 40,41 47,62 47;i6 36,33 50,39 C. Handel u. verkehr . 47,24 42,89 45,23 57,45 35,56 D. Häusl. Dienste 2,45 3,75 5,02 0,93 1,58 E. Oefftl.Dienste, freie Berufe . 9,82 5,63 2.45 5,27 12,29 Insgesamt: 44,971 60,67 65,89 53 69 61,87 Nach den Ergebnissen der Volkszählung von 1910 waren 4 997 Männer, d. h. 82,63 % der männlichen und 1156 Frauen, also 27,44% der weiblichen ostjüdischen Bevölkerung erwerbstätig. Von der deutsch gebürtigen jüdischen Bevölkerung stehen nur 67,98 % Männer und 22s32%Frauen im Berufsleben. Die niedrigere Ziffer erklärt sich aus der Verschiedenheit der Altersgruppierung. Die deutsch gebürtigen Juden haben eine viel größere Zahl berufsloser Angehöriger. Wie die Tabelle illustriert, spielt sich das Erwerbsleben ab in _j T 7" 1 T _S i ▼ -r * ■* aen vier Klassen: x>. inausirie, u nanaei und Verkehr, D. Häusliche Dienste, E. Öffentlicher Dienst, freie Berufe. 47,62 % aller erwerbstätiger Ostjuden sind in der Industrie beschäftigt, die Beteiligung am Handel und Verkehr ist etwas niedriger. Bei den deutsch gebürtigen Juden ist das Verhältnis umgekehrt. Aber auch die Zahl der im Handel beschäftigten ostjüdischen Personen ist größer, als die Statistik angibt, so haben nicht wenige von denen, die in der Rubrik Bekleidungsgewerbe oder Industrie der Nahrungs- und Genußmittel geführt werden, einen Laden oder hausieren mit ihren Waren. Nur erlaubt die statistische Auffassung nicht, sie dem Handeisgewerbe zuzuzählen, da sie sich nicht auschließlich auf die vermittelnde Tätigkeit beschränken. Die Beteiligung der Ostjuden an der D. Abteilung ist äußerst gering. Selbstverständlich ist die geringere Beteiligung an der Gruppe E. Innerhalb dieser Abteilung sind bestimmte Berufe Juden überhaupt nicht zugänglich. Andere können von Ostjuden erst nach erfolgter Naturalisation und einer kostspieligen Vorbereitung eingeschlagen werden. Von den berufstätigen Ostjuden läßt sich ganz allgemein sagen, daß ihnen eine große Betriebsamkeit eigen ist. Eine besondere Fähigkeit, Verdienstmöglichkeiten herauszufinden. Bei seiner Einwanderung besitzt der Ostjude fast nie nennenswerte Barmittel. Und häufig genug ersetzt ihm eine gewisse Phantasie für das Einbürgern wenig bekannter Erwerbsmethoden und Handelstechniken das größere Kapital, ja selbst die Vorbildung. Bei den arbeitsunfähigen und untüchtigen Einwan-

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