Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 8-12 (August 1919)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in München im Jahre 1910, mit besonderer Berücksichtigung der Gebürtigkeit
- Date
- 1919-08-01
- Page
- Seite 128 (sequence 8)
- Language
- German
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- 128 — sammensetzuneder betreffenden Einwände- <s_7 rungsmasse. Die aus Ungarn in München eingewanderten Juden gehören mehr der gehobenen Bevölkerungsklasse an. Die Einwandernden haben in ihrem Herkunftsland 1 bereits einen Teil ihres Lebens verbracht, soziale Funktionen erfüllt, ehe sie sich ent- ■s < - t T r> 1 i < * .«"» S-^ I f*. r> ^\ -f--s -a -a—» * / r-v l ~- * * L_ r*=- ~ . . - — -4 - ... .. :. -. 4;; , » - m vciiurguiig luici lauiyiuuenen Lebenszwecke sich nach Westen zu wenden. Die österreichischen (besonders galizischen) Juden dagegen und noch mehr die russischen Juden suchen, nach mancherlei Anläufen in ihrem Herkunftsland, im Westen sich eine Existenz zu gründen. Besonders tritt dies hervor, wenn wir das männliche Geschlecht für sich nehmen; umgekehrt ist bei den aus Ungarn Einwandernden die Verteilung in die Personenstandsklassen noch charakteristischer, wenn das weibliche Geschlecht herausgegriffen wird (31% ledig, 62% verheirateC?% übrige). Ziehen wir wieder einen Vergleich zwischen den für 1910 hiermit gewonnenen Zahlen und den Ergebnissen der früheren Volkszählungen! Hierbei können wir nur die Volkszählungen von 1895 und 1900 zum Vergleich heranziehen, weil bei den anderen Münchner Volkszählungen eine Kombination von Konfession und Personenstand nicht beliebt worden ist. Für die Einzelheiten müssen wir wieder auf Segall verweisen. Was das Ergebnis betrifft, so ist festzustellen, daß' die jüdische Bevölkerung Münchens in fast allen Herkunftsgruppen, namentlich bei den in München, im sonstigen Bayern und im sonstigen Deutschland Geborenen eine Veränderung aufweist in der Richtung der Verstärkung der Personenstandsgruppen: Verheiratete und Übrige (Verwitwete, Geschiedene), wogegen die Prozentziffer der Ledigen sich verringert hat. Besonders ist dies der Fall bei den im sonstigen Bayern und bei den im sonstigen Deutschland geborenen Juden. Im Gegensatz dazu hat sich bei den ausländischen Juden wenigstens seit 1900 die prozentuale Zusammensetzung nach Personenstandsgruppen auffallend wenig geändert. Ledige Ver- V» oilr<s^ö-f - d v » » « *=> übrige 1900 ....... 54 42 4 1910....... 53 43 4 Dies gilt au ch (mit cran? crpf b14"" ö— st-srv£j*'-s n 1 c iii^'^ii aio Zufall erscheinenden Abweichungen) von den beiden Geschlechtern je für sich. Betrachten wir die Personenstandsgliederung der Münchner Juden im allgemeinen (ohne Unterscheidung nach Gebürtigkeitsgruppen), so können wir, wie sich schon aus obigem ergeben muß, ebenfalls eine Abnahme der Ledigenquote und Zunahme der Verheiratetenquote seit 1895 beobachten^ während vorher sich diese Quoten fast ganz gleich geblieben sind Tabelle 10. 1895 1900 1905 ledig .... verheiratet . ..... 59 34 7 58 36 ~6 55 38 7 Summe 100 100 100 Diese Erscheinung ist aber nicht etwa auf eine gesteigerte Heiiatslust zurückzuführen, sondern auf die Änderungen in der Altersgliederung, die wir oben kennen gelernt haben. VI. Eine Kombination von Alter und Familienstand einerseits, Gebürtigkeit und Konfession andererseits findet sich in München im ge-