Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 8-12 (August 1919)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in München im Jahre 1910, mit besonderer Berücksichtigung der Gebürtigkeit
- Date
- 1919-08-01
- Page
- Seite 127 (sequence 7)
- Language
- German
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— 127 — groß ist die Ledigenquote bei den in München geborenen Juden, Sie war es auch schon bei früheren Volkszählungen. Sie betrug närriürh nach c„"ff^!! 77 1 qoc; qao< mnn lidlllilv-li iidK.ii u^aii >~>. i i iuju /o, i ayju 81 % (über die anderen Volkszählungsjahre fehlt Material). Eine Ursache hiervon besteht in der starken Vertretung der jugendlichen Altersklasse in dieser Herkunftsgruppe. Betrachten wir den Personenstand getrennt für beide Geschlechter, so finden wir die oben hervorgehobene Tendenz, was die ausländischen Juden anbetrifft, besonders beim männlichen Geschlecht, was die sonst in Bayern geborenen Juden anbetrifft, hauptsächlich beim weiblichen Geschlecht: Unter den sonst in Bayern geborenen Jüdinnen befinden sich nur 24% ledige, dagegen 52% verheiratete und 24% „übrige", eine ganz anomale Gliederung nach Personenstand. Die sonst in Deutschland geborenen Juden neigen, was die Verteilung der beiden Geschlechter in die Personenstandsklassen betrifft, mehr den ausländischen Juden zu. Bei beiden Herkunftsgruppen ist die große Anzahl der jüdischen Witwen im Vergleich mit den jüdischen Witwern auffallend. Dazu eine Hilfstabelle: Verteilung der im Ausland Geborenen unter die Personenstandsgruppen mit Unterscheidung des Landes und des Geschlechtes. Dabei wurden zwei Länder besonders hervorgehoben: Österreich-Ungarn und Rußland, weil die jüdische Einwanderung nach München hauptsächlich von diesen beiden Ländern ausgeht. Innerhalb Österreich-Ungarn wurden die beiden Reichshälften geschieden. Tabelle 9. In Österreich Geborene In Ungarn Geborene In Österreich- Ungarn __ UCUU1CIIC In Rußland Geborene Im sonstigen Ausland Geborene m. w. zus. m. w. zus. m. w. zus. 1 m. ' „ , W. 7Mb. m. \ i w. zus. 453 5-?,/% i 334! 787 45J\ 49,0 97 48,8 41 31,5 138 41,9 550 51,5 375 49,1 925 47,8 406 72,7 140 46,2 546 63,4 76 66,7 63 139 52,1 59,1 verheiratet .... 403 46,4% 345 46,9 748 46,6 95 80 47J\ 61,6 175 53,2 498 46,6 425 43,3 923 471 147 26,4 146 48.2 293 34.0 36 31,6 44 80 36,3 34J übrige ...... 13 j /? n/ i,o 7o 57 7,7 70 4,4 7 3}5 9 6,9 16 A O 20 / 0 * , 66 7,6 86 4,5 5 0,9 17 5,6 22 2,6 2 I 7 1? * 14 16 11,6 6,8 Summe 869 100 736 100 1605 100 199 100 130 329 100, 100 1068 100 866 100 1934 100 558 100 _ 303 inn 1 KS<S ..... 1 ÖOl mn 1 1 A i il lOO 1^1! 935 JL jlj X : i -J ■i/\n[ 4/\r\ iUu iUU Es zeigen sich auffallende Unterschiede in der zahlenmäßigen Vertretung der Personenstandstvoen. Von den in Rußland »J A Geborenen waren 63% Ledige, 34% Verheiratete, 3% Übrige; von den in Österreich- Ungarn Geborenen 48% ledig, 48% (also ebensoviel) verheiratet, 4% übrige. Teilt man aber die in Österreich-Ungarn geborene Bevölkerung in die beiden Reichsteile, so ergibt sich, daß die in Ungarn Geborenen im Vergleich mit den in Rußland Geborenen das andere Extrem repräsentieren: 42 % Ledige, 53 % Verheiratete und 5 % Übrige, während die in Österreich Geborenen, was ihr Personenstand anbetrifft, den in Rußland Geborenen etwas ähnlicher sind: 49% ledig, 47 % verheiratet, 4 % übrige. Die Ursache des Unterschiedes liegt in der sozialen Zu-