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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-08-01 · Heft 8-12 (August 1919) · p. Seite 122

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 8-12 (August 1919)
Article
Die jüdische Bevölkerung in München im Jahre 1910, mit besonderer Berücksichtigung der Gebürtigkeit
Date
1919-08-01
Page
Seite 122 (sequence 2)
Language
German
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101 _~ -- •*— Tabelle I. Die jüdische Bevölkerung Münchens nach Gebürtigkeit 1880—1910. 1880 188 K u 1890 1895 1900 1905 1910 absol. rel. absol. rel. absol. rel. absol. rel. absol. rel, absol. rel. absol rel. In Mi'inonpn f^Ahrvrpn A Sonst in Bayern Geborene Sonst in Deutschland 1483 1552 742 36 37 18 1729 1736 918 Q.K KJKJ 36 19 1989 2024 1301 30 «J<J 33 21 2308 2186 1602 32 31 22 OMO AOIO 2433 1828 OA ou 27 21 n oon Z OOZ 2 507 2 079 r»o ZO 25 21 «-» int ö IOl 2 568 2 324 nr\ OQ £=!'^ 21 Im Inland Geborene . 3777 91 4383 90 5314 87 6096 85 6834 78 7 468 74 8 053 73 Im Ausland Geborene 367 9 471 10 794 13 1076 15 1905 22 2 588 26 3 030 27 Summe 4144 100 4854 100 6108 100 7172 100 8739 100 10 056 100 j 1 083 100 absolut, mit über 3000, als auch relativ mit ebenfalls über ein Viertel. Sie ist also beinahe ebenso groß wie die Zahl der in München geborenen Juden und größeres die Zahl der sonst in Bayern geborenen und der sonst in Deutschland geborenen Juden. Es dürfte kaum in einer anderen Großstadt Westeuropas eine derartige Bevölkerungsanomalie zu finden sein. Aus der Tabelle ergibt sich ferner, daß die iüdische Bevölkerung Münchens nicht / o nur im Ganzen, sondern auch bei den einzelnen Gebürtigkeitsgruppen ständig zugenommen hat, am meisten aber haben die Ausländer an Anzahl zugenommen. Die Folge war, daß prozentual die Zahl aller Inländer abgenommen, die der Ausländer zugenommen hat. Die ausländischen Juden Münchens setzten sich 1910 folgendermaßen zusammen (wir fügen gleich das Geschlecht hinzu1): (Tabelle 2.) In beiden Geschlechtern überwiegt also Österreich, dann kommt Rußland, dann Ungarn, dann das übrige Ausland, x) Die Abhandlung ist vor den neuesten politischen Umwälzungen in den „Randländern" und Österreich-Ungarn geschrieben worden; sie können das Ergebnis nicht wesentlich beeinträchtigen, weil die Typen: österreichische (Wiener, galizische) Juden, russisch-polnische Juden, die gleichen geblieben sind. Tabelle 2. männl. weibl. Summe absol. rel. absol. rel. absol. reL In Österreich Geborene ♦ in Ungarn Geborene 869 ion JL <JZf 14,5 O Q vJ?0 736 1 OA iOU 14,5 O C Li)0 1605 oorv Qii» 14,5 r\ /\ 3,V In Österr. - Ung. Geborene . . in Kußland üeborene . . . Sonst i. Ausland Geborene . . 1068 558 114 17,8 9,3 1,9 866 303 121 17,0 6,0 2,4 1934 861 235 17,5 7,7 2,1 Im Ausland Geborene . . . 1740 29,0 1290 25,4 3030 27,3 III. Bekanntlich überwiegt in den Großstädten im allgemeinen das weiblicheGeschlecht (1910 in München 48% männlich, 52% weiblich); bei den Münchner Juden ist es umgekehrt. Der Grund besteht darin, daß die jüdische Bevölkerung Münchens zum größten Teil Einwanderungsbevölkerung ist. Die Einwanderung ergreift zunächst nur die männliche Bevölkerung; nur in dem Maße, in dem sich die Männer ansässig machen und ihre Frauen oder Bräute nachkommen lassen, verstärkt sich auch das weibliche Element.

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