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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-08-01 · Heft 8-12 (August 1919) · p. Seite 121

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 8-12 (August 1919)
Article
Die jüdische Bevölkerung in München im Jahre 1910, mit besonderer Berücksichtigung der Gebürtigkeit
Date
1919-08-01
Page
Seite 121 (sequence 1)
Language
German
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— 121 — Big jüdische Bevölkerung in München im Jahre 1910, mit besonderer Berücksichtigung der GebUrtigl Von Prof. Dr. Arthur Cohen, München. Wegen der starken Wanderungen der Juden hat bei ihnen die Herkunft unter den Faktoren des Bevölkerungsstandes eine größere Bedeutung als bei der übrigen Bevölkerung. Die Wanderungsbewegung geht hauptsächlich von Ost nach West. Denn im Osten leben die Juden in größerer Masse, im Westen unter günstigeren wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen. Die in Deutschland eingewanderten Juden sind also hauptsächlich solche, welche aus Österreich-Ungarn und aus dem russischen Reiche eingewandert sind. Daraus ergibt sich, daß die jüdische Bevölkerung derjenigen Städte, welche der Ostgrenze des Reiches näher liegen, auch itn rrrÄPörün Moßo unti i-fnrn^Qti Ih* ] o m nnroti 1 III ^Iwwvivii JL'iUiiJ^ V VÜ AI V^ili Vl^li LjIV.,111 durchsetzt sein wird. Denn die Einwände- | rung erfolgt, wie überhaupt, so auch bei den Juden — und, wie man erfahrungsgemäß feststellen kann, ganz besonders bei ihnen —- etappenmäßig. Ein solches Einfallstor — wie man zwar anschaulich, aber nicht be- <?nnripr<; crpsrhmarkvnll crpsact hat — ist &------------■ © ö" München. Aber auch als Anziehungspunkt für bayerische und deutsche Juden kommt München statistisch in hohem Maße in Betracht. Bei der Feststellung der Herkunft kann die Gebürtigkeit, d. h. der Ort der Gebürtigkeit oder die Staatsangehörigkeit in .Betracht gezogen werden. In der deutschen Bevölkerungsstatistik ist ersteres üblich. Die jüdische Bevölkerung der Stadt München hat Dr. Jakob Segall1) unter Bea) Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in München 1875—1905. Ein Beitrag zur Kommunalstatistik. (Veröffentlichungen des Vereins für Statistik der Juden, Heft 7.) Berlin 1918. rücksichtigung der Gebürtigkeit statistisch untersucht. Seine Schrift umfaßt den 30 jährigen Zeitraum 1875— 1905. Denn die Veröffentlichungen des Statistischen Amtes der Stadt München über die Ergebnisse der Volkszählung beginnen 1875 und die Ergebnisse der Volkszählung von 1910 lagen bei der Veröffentlichung der Schrift von Segall noch nicht vor. Der Verein für die Statistik der Juden in München, der die Schrift von Segall herausgegeben hat, hat sich auch das amtliche Material aus der Volkszählung von 1910 verschafft. - (1915 fand wegen des Krieges keine Volkszählung statt; und die späteren Volkszählungen im Kriege berücksichtigten die Konfession nicht.) Die nachfolgenden Ziffern gehen also, soweit sie sich auf Zählungen bis einschließlich 1905 beziehen, auf die Schrift von Segall, die Ziffern für 1910 auf Urmaterial zurück. Sie beginnen mit 1880, weil bei dieser Volkszählung zum erstenmal in München die Gebürtigkeit berücksichtigt worden ist. Ii. Wir bringen zunächst eine Zusammenstellung: der ziffernmäßigen Ergebnisse der O ö w Volkszählungen mit Unterscheidung der Gebürtigkeit. Zunächst ist auffallend, einen wie großen Bestandteil der Bevölkerung die fremden Elemente 1910 bilden. Die in München tri "nf geborenen Juden betragen nicht viel als ein Viertel Die in Bayern Geborenen und in Deutschland Geborenen halten sich gegenseitig die Wage mit je etwas weniger als ein Viertel. Sehr groß ist die Zahl der jüdischen Ausländer in München sowohl

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