Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1919)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in Hamburg
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 84 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2650397-3187763-3187766-3194369--4913-3194399- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
_ 84 - Auch der Beweis für den Unterschied der ländlichen und städtischen Geburtenrate kann für Hamburg zahlenmäßig erbracht werden dank May's Bearbeitung einer handschriftlichen Statistik nach Kirchspielen. Sie ermöglicht folgende Gegenüberstellung: Auf 1000 Einwohner entfielen im Durchschnitt der Jahre 1901 bis 1902: Geburten im Deutschen Reich 36,5 In der Stadt Hamburg 25,2 In der Stadt Hamburg bei der lutherischen Bevölkerung 24,1 In der Stadt Kamburg bei der jüdischen Bevölkerung 16,2 Noch klarer tritt die Annäherung der jüdischen Geburtenrate an die der Stadt und ihre Abweichung von der des Reiches hervor, wenn nur die ehelichen Geburten verglichen werden. Auf 1000 Einwohner (nach der Bevölkerung vom 1. Dezember 1900) entfielen im Durchschnitt der Jahre 1901 und 1902: Q•? a*«. U^l UCi luth Bev. Bei der jüd. Bev. T« HDr Q-forll HomKii,./v ri~W. ni <xkzI OLtiLiL namuuig UCUuntn liKckfVi p tm+ L-4 M Vi llUUjJL O/i 1 L 1 LS -LU,£ Davon eheliche Geburten 21,0 15,3 Daß die niedrigere jüdische Geburtenrate nichts mit der Religion zu tun hat — heißt es weiter bei May — wird noch deutlicher, wenn man die Geburtenrate der lutherischen Einwohner der inneren Stadt, die sich aus den Stadtvierteln Alt- und Neustadt zusammensetzt, bezw. aus den Kirchspielen St. Petri, Nicolai, Jacobi, und Michaelis, mit der Geburtenrate der lutherischen Bevölkerung des reichsten Hamburger Stadtviertels, bezw. Kirchspiels; Harvestehude vergleicht. Auf 1000 lutherische Einwohner entfielen im Durchschnitt der Jahre 1901 und 1902: Innere Stadt Harvestehude Geburten überhaupt Davon eheliche Geburtenrate 41,9 Qß Q 13,8 13,1 Hieraus ergibt sich nur, daß die lutherische Geburtenrate im reichsten Stadtviertel nur 1!a der Geburtenrate der inneren Stadt beträgt, sondern auch, daß dieser Prozentsatz noch um 18^ niedriger ist als der der jüdischen Geburtenziffer, Eine bemerkenswerte Beleuchtung erfahren auch die unehelichen Geburten durch diese Gegenüberstellung. Während die Rate unehelicher Geburten bei den Lutheranern der inneren Stadt auf 1000 Einwohner 5,6 beträgt, stellt sie sich in Havestehude nur noch auf 0,7 und ist damit noch um 0,2 geringer als bei der jüdischen Bevölkerung. So daß auch für die unehelichen Geburten bewiesen worden ist, daß nicht die Konfession, sondern wirtschaftlich günstigere Verhältnisse ausschlaggebend sind. Eine allgemeine Uebersicht für die unehelichen Geburten der einzelnen Jahrfünfte unterstützt das Gesagte: Jahrfünft Gesamtbevölkerung Auf je 100 Geb. trafen unehel Juden Auf je 100 Geb. trafen unehel. Geburten dav. unehel. Geburten dav. unehel 1885/90 94 338 10151 10,7 1957 82 4,2 1890/95 114 397 12 733 11,1 2050 84 4,1 1895/1900 115 806 13 667 11,8 1932 97 5,0 1900/05 109 084 13 215 12,1 1634 85 5,2 1905/10 116 522 15 306 13,1 1680 105 6,2